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Neobooks: „AutorenBarcamp“ zur Buchmesse

neobooksIm Oktober 2010 brachte Holtzbrinck neobooks.com an den Start, eine Self Publishing Community mit angeschlossenem Lektorat und der Aussicht auf eine „professionelle“ Veröffentlichung durch die hauseigene Verlagsgruppe Droemer Knaur. Das auch für ‚Nur-Leser‘ durchaus besuchenswerte Projekt veranstaltet zur Leipziger Buchmesse einen ganztägigen Workshop für angehende Autoren.

Am 18.03. treffen sich im Veranstaltungszentrum Leipzig bis zu 40 Schreiberlinge zu Austausch und Coaching. Zum Programm heißt es in der Pressemitteilung: „Aktuelle Fragen z.B. wie das eBook den  Buchmarkt und das Schreiben verändert, ob online veröffentlichen lohnt, wie man einen passenden Verlag findet oder wie man ein Werk online vermarktet, werden thematisiert.“ Von Veranstalterseite sind eine Lektorin sowie mehrere etablierte Autoren dabei.

Von Hobbyautoren auf neobooks.com publizierte Texte – längere Ausschnitte oder auch ganze Bücher – werden von der Community bewertet und kommentiert, den besten Inhalten winkt einen professionelles Lektorat sowie eine Aufnahme ins Programm vom Holtzbrinck-Label Droemer Knaur. Weil sich die Dokumente nicht nur online anzeigen, sondern auch herunterladen lassen, bekommen Lesefreunde auf neobooks.com einiges interessantes Futter für ihre eBook Reader; dem Crowdsourcing-Prinzip geschuldet ist die Qualität allerdings sehr durchwachsen. Ein eCommerce-System ist noch nicht implementiert, sämtliche Inhalte kostenlos.

Für Autoren ist neobooks.com damit offensichtlich ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite winken qualifiziertes Feedback und im besten Fall ein Autorenvertrag, auf der anderen Seite hat man wesentliche Teile seines Werkes gratis bereit zu stellen – hinzu kommt vielfach die Sorge vor „Ideenklau“ aus den teils unfertigen Scripten.

SpaceshipEinen guten Schnitt macht sicherlich Holtzbrinck. Nach dem Motto „was wir nicht bekämpfen können, müssen wir assimilieren“ positioniert sich die Verlagsgruppe als Partner für potenzielle Self Publisher und bekommt (idealer Weise) erfolgsversprechende Scripte sozusagen frei Haus. Eine mit der Digitalisierung einhergehende Gefahr für Verlage – dass Autoren die Publikation und Vermarktung ihres Buches in die eigene Hand nehmen – wird hier in einen Vorteil umgemünzt, indem man Nachwuchsautoren selbst eine Plattform für die Veröffentlichung (und bald wohl auch: für den Vertrieb) ihrer Texte bereithält.

Stimmen die Konditionen, kann das insbesondere für noch namenlose Autoren ein interessanter Deal sein; mit dem Angebot „verwandter Dienstleistungen“ wie dem AutorenBarcamp schlägt Neobooks auf jeden Fall den richtigen Weg ein, um sich beziehungsweise dem Verlag seine Daseinsberechtigung zu sichern.

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