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Neuer Stephen-King-Roman vorerst nur gedruckt

Bildschirmfoto 2013-05-21 um 15.28.58Ausgerechnet E-Book-Pionier Stephen King ruft seine Leser auf zur Bewahrung der Print-Buch-Kultur – und hat dafür gesorgt, dass sein neuer Roman Joyland vorerst nur gedruckt erscheint. Der Gedanke dahinter ist ehrenwert, greift aber zu kurz.

Erscheint ein potenzieller Bestseller vorerst ausschließlich in gedruckter Form, ist das im Jahr 2013 schon eine Meldung wert. Richtig überrraschend ist, dass das Buch – der Mystery-Thriller „Joyland” – dann auch noch von einem Autoren kommt, der als einer der ersten für das E-Book trommelte. Stephen King publizierte 2000 als einer der ersten Bestseller-Autoren eine Geschichte (Riding the Bullet) ausschließlich in digitaler Form, es verkaufte sich innerhalb von zwei Tagen über 500.000 mal.

Die Veröffentlichung von Joyland stellt demgegenüber eine komplette Wende dar. Das Wallstreet Journal zitiert King Stephen King mit den Worten, er habe gegenwärtig keine Pläne für eine digitale Version des Buches, an dem er noch die E-Book-Rechte hält. „Vielleicht wird es einmal eine [digitale Version] geben, aber in der Zwischenzeit sollten sich Leser zum Kauf in echte Buchhandlungen aufmachen statt in digitale.”

Digital-Leser werden ausweichen

King geht es mit der Aktion nicht um eine Ausbremsung des E-Books, sondern um eine Belebung des stationären Buchhandels. In Zeiten der Amazon-Dominanz ist das sicherlich löblich, seinen Lesern und im Endeffekt sich selbst erweist er aber einen Bärendienst. In der Vergangenheit zeigte sich immer wieder: Ist ein populäres Buch nicht legal digital verfügbar, ist es innerhalb von Stunden ab Print-Verkaufsstart im Internet-Untergrund zu finden und wird dort  auch rege nachgefragt. Leser lassen sich hier weder von Autoren noch von Verlagen oder Händlern in ihrem Nutzungsverhalten erziehen. Auch wird die Print-Only-Strategie ihren Zweck verfehlen, wenn viele Leser „Joyland” nun einfach gedruckt statt digital bei Amazon bestellen.

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Kommentare


Ich 21. Mai 2013 um 16:53

Das schreit ja förmlich nach einem Scan!

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Martina Sevecke-Pohlen 22. Mai 2013 um 08:35

Stephen King hat durch seine Entscheidung auf jeden Fall Aufmerksamkeit für sein Buch geweckt. Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass eingefleischte Fans eines solchen “Kultautors” ein Printbuch kaufen, wenn sie ein E-Book wollen. Sie beschaffen sich eins. Dem gedruckten Buch als Kulturgut ist damit entgegen der Intention geschadet.

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retrogame-fan 22. Mai 2013 um 15:24

Ich kann diesen Roman gar nicht mehr erwarten. Abgesehen davon, lese ich King nur als Papier-Ausgabe. Mal sehen, ob das auch wieder ein richtig guter Roman wird. Quatsch! Alles was er schreibt ist mehr als gut!

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carokann 23. Mai 2013 um 14:37

Der neue Günter Grass, der ähnliches versucht(e), schreibt King jetzt auch Gedichte wie der?

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Luise 24. Mai 2013 um 14:54

Den Spaß haben wir mit Adler-Olsen doch auch schon durch, der einen Roman zur Stärkung des stationären Sortiments erst sechs Monate nach der Printausgabe als E-Book veröffentlicht sehen wollte. Hat sich nicht bewährt und ist zudem auch ärgerlich für die Buchhändler, die ihren Kunden auch E-Books feilbieten.
Wie Du schon schreibst, Johannes: zu kurz gedacht.

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Neue Steven-King-Novelle exklusiv als eBook und auf deutsch + französisch » lesen.net 18. März 2014 um 15:34

[…] erschien Kings Roman Joyland. Damals erklärte King, dass er Papierbücher unterstützen wolle und eine eBook Ausgabe vorerst nicht geplant sei. Dieses “vorerst” endet für die englische Version am 8. April 2014 – ab diesem […]

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