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Neues Bucherlebnis: Entwickler macht „Ulysses“ virtuell begehbar

Darüber, wie das Digital-Buch der Zukunft funktionieren könnte, wird viel diskutiert. Der Ire Eoghan Kidney fügt den Perspektiven nun seine eigene zu. Mit seinem Projekt „In Ulysses: Proteus“ möchte er Joyce Schlüsselroman der Moderne auf eine neue Art erfahrbar machen.

Mit Hilfe Virtual-Reality-Brille Oculus Rift sollen Leser den Roman begehen können, berichtet der US-Blog Open Culture. Das nötige Kleingeld für den ersten Teil  seiner ambitionierte Idee, rund 4.500 US-Dollar, hat Kidney bereits per Crowdfunding schon zusammengesammelt. Zunächst sollen die Leser nur mit Stephen Dedalus auf Entdeckungsreise gehen. Der läuft im dritten Kapitel des Romans am Sandymount Strand entlang und reflektiert sein Leben. Während die Leser von Eoghans Virtual-Reality-Buch ihn dabei begleiten, sollen Dedalus‘ Gedanken vorgelesen werden, während sie entstehen.

Die Leser können den Rundgang jederzeit unterbrechen und mehr über den Roman, seine Figuren oder Motive erfahren. So entsteht eine Bucherfahrung abseits von der gewohnten linearen Lesehaltung – was Joyce selbst sicher begrüßt hätte. „Eine spaßige Erfahrung und ein lehrreiches Werkzeug um die versteckten Bedeutungen in der Sprache von Joyce Meisterwerk zu erkunden“, so charakterisiert Eoghan selbst sein Vorhaben.

Prototyp des neuen E-Books

Die Oculus Rift, das einzige Produkt eines jüngst von Facebook gekauften Unternehmen, ist zur Zeit nur für Entwickler und noch nicht für den Privatgebrauch verfügbar. Auch Eoghan betont, dass es in in seinem Vorhaben zur Zeit nur um die Erstellung eines Prototypen geht. Sollte dieser erfolgreich sein, möchte der Filmemacher auch den Rest des Buches begehbar machen. Leser könnten dann zusammen mit Leopold Bloom Dublin am 16. Juni 1904 erkunden – das ganze Werk spielt an einem einzigen Tag.

Das alles ist allerdings noch Zukunftsmusik. Zunächst möchte Eoghan erst einmal sein aktuelles Vorhaben verwirklichen. „In Ulysses:Proteus“ soll dann auch nicht nur für Oculus Rift verfügbar sein – später sollen auch Varianten für PC und Mac hinzukommen.

Sollte das Vorhaben funktionieren, hat Eoghan jedenfalls eine neue Art der E-Books erfunden – und ist dem alten Traum, mit den liebsten Romanfiguren durch ihre Welt zu wandern ein Stück näher gekommen.

<Bildnachweis: Sergey Galyonkin CC BY-SA 2.0>

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