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Rabatt-Irrsinn bei Amazon: 4x 1.000 eBooks reduziert

Die Zahl temporär reduzierter eBooks steigt und steigt, doch weil auch im Internet die Präsentationsfläche endlich ist, verstauben zahlreiche Aktionsangebote in den virtuellen Regalen. Amazon treibt die Schnäppchen-Flut jetzt auf die Spitze, im Februar sind wöchentlich mehr als 1.000 eBooks reduziert. Was soll das?

Es ist noch gar nicht lange her, da gab es bei Amazon wöchentlich exakt 4 prominent beworbene Kindle Deals der Woche. Top-10-Platzierungen waren für diese rabattierten Titel dann auch eher die Regel als die Ausnahme, die Tolino-Partner kopierten das Kindle-Erfolgsmodell mit eigenen Formaten (“Thalia eBook-Deal” & Co.).

Kaum Sichtbarkeit für einzelne Angebote

Inzwischen gibt es nicht mehr 4 Kindle Deals der Woche, sondern 20. Hinzu kommen je rund 30 deutschsprachige und englischsprachige Kindle Deals des Monats, die Kindle Auslese (Neuerscheinungen zum Einführungspreis) und diverse weitere Aktionsangebote. Damit konkurrieren in der Regel mehr als 100 “offizielle” Kindle-Aktionsangebote parallel um die Lesergunst. Einige davon schaffen es nicht einmal mehr in die Top 1.000 und erzielen im Aktionszeitraum allenfalls eine Handvoll Verkäufe.

Kein Problem, denkt sich Amazon: Und hat sich für den Februar eine beispiellose Aktion ausgedacht. In jeder Woche des Monats gibt es – natürlich parallel zu den weiteren Aktionsangeboten – 1.000 Indie-Titel “bis zu 70 Prozent günstiger”.

Liebloses Masse statt Klasse bei “Kindle-Exklusiv-Festival”

Amazon macht sich offenbar schon gar keine richtige Mühe mehr, den teilnehmenden Titeln seines “Indie-Festivals” eine richtige Bühne zu geben. Auf der Aktionsseite sind einige beliebte Genres aufgeführt, darunter findet sich eine tabellarische Auflistung der in dieser Woche exakt 1.002 Aktionstitel.

Auch krumme Aktionspreise wie 1,04 Euro (immerhin für eine ehemalige Nr. 1 der Kindle Charts) und 1,47 Euro illustrieren, wie lieblos die Produktmanager bei der Aktion vorgehen. Hier werden offenbar einfach nur irgendwelche Prozent-Rabatte in die Datenbank gehackt, die Auswahl interessanter Angebote kann dann ja der Leser vornehmen.

Übrigens sind längst nicht nur “Bücher von unabhängigen Autoren” Teil der Aktion. Die genannte ehemalige Nr. 1 “Dem Horizont so nah” erschien digital bei einem klassischen Kleinverlag und gedruckt bei Rowohlt. Einziges Entscheidungskriterium für Amazon, ob sich ein Titel fürs “#indielesefestival” qualifiziert, ist die ausschließliche Verfügbarkeit auf der Kindle-Plattform.

Indie-Lesefestival bedient Vorurteile

Ein Indie-Lesefestival sollte das Ziel haben, den Stellenwert und die individuelle Qualität verlagsunabhängiger Autoren im E-Reading-Kosmos hervorzuheben. Sollte man meinen. Amazon belässt es dabei, den Leser mit einer schieren Masse an reduzierten Indie-Titeln zu konfrontieren. Damit bedient der Online-Händler eher ein beliebtes Vorurteil (Self Publisher können billig und viel, aber nicht gut) als die literarischen Perlen im Indie-Kosmos so zu promoten, wie sie es verdienen. Schade.

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16 Kommentare (zum Thread im Forum)

Zum Thema: Rabatt-Irrsinn bei Amazon: 4x 1.000 eBooks reduziert

Car 03. Februar 2017 um 13:50 Uhr

Schon bei Kindle Unlimited ist doch die Masse das Problem. Vor lauter Titeln, die oft auch nur 99 Cent kosten (womit sich das nur lohnen würde, wenn man Vielleser ist), findet man die attraktiven Titel doch gar nicht. Die Deals scheinen insgesamt schlechter geworden zu sein. Früher waren es deutlich weniger Titel, dafür habe ich aber mehr gefunden, die auch interessant waren.

PeterHadTrapp 03. Februar 2017 um 15:42 Uhr

Car schrieb:

Schon bei Kindle Unlimited ist doch die Masse das Problem. Vor lauter Titeln, die oft auch nur 99 Cent kosten (womit sich das nur lohnen würde, wenn man Vielleser ist), findet man die attraktiven Titel doch gar nicht. Die Deals scheinen insgesamt schlechter geworden zu sein. Früher waren es deutlich weniger Titel, dafür habe ich aber mehr gefunden, die auch interessant waren.
Dieser Einschätzung würde ich mich anschließen. Und ich kann auch wirklich nachvollziehen was Johannes mit der News-Meldung meint. Ich habe die amazon-Newsletter zu den entsprechenden Sachen und lösche den ganzen Kram inzwischen fast schon routinemäßig, weil es einfach nicht mehr zu überblicken ist. Einzig die Kindle AusLese interessiert mich noch (deshalb habe ich mich nicht schon längst ausgetragen), weil hier einmal im Monat vier ausgewählte Titel von professionellen Amazon-Publishing-Editoren vorgestellt werden und da waren bis dato immer wieder gute Sachen dabei, auf die ich anders nicht gestoßen wäre.
Der Rest ist irgendwie wirklich nur noch Lawine ...
Da kucke ich lieber, was die User hier und im Nachbardorf so empfehlen und beschränke mich auf die Tipps von Johannes.

Susanne Weigand 03. Februar 2017 um 17:09 Uhr

Ich habe seit Wochen die Diskussion darüber im Selfpublisher-Forum bei Facebook verfolgt. Besorgt gezeigt haben sich als erstes Autoren, die zufällig in diesem Zeitraum bei Amazon veröffentlichen wollten zu einem Einstiegspreis von 99c. Und sich dann gefragt haben, ob sie überhaupt den Hauch einer Chance auf Wahrnehmung haben. Dann haben sich die gemeldet, die Anfragen von Amazon hatten, ob ihre Bücher oder einzelne ihrer Bücher in die Aktion aufgenommen werden können. Die mehrheitliche Meinung war, dass 4.000 Bücher viel zu viel seien, um damit wirklich Sichtbarkeit, auch anhaltend nach der Aktion zu erzielen. Einige wenige haben klar gesagt, dass sie Amazon eine Absage geschickt haben. Die meisten haben dann ein "aber" hintergeschickt. Könne ja eventuell doch sein, dass es im einen oder anderen Fall zum Erfolg führe. Tja... wenn man jedem hingehaltenen Knochen schwanzwedelnd hinterherläuft.

melast80 03. Februar 2017 um 20:22 Uhr

Ich hatte diesbezüglich auch eine Mail von Amazon bekommen. Kurz die Bücher durchgeguckt, die ich da auf den ersten Blick gesehen habe, keinen mir bekannten Autor entdeckt, jetzt gucke ich da nicht mehr rein.

Car 03. Februar 2017 um 21:14 Uhr

Was mich auch nervt: Es sind immer öfter die selben paar Autoren, oft auch noch die selben Bücher. Wie oft ich alleine in letzter Zeit manche Bücher dort gesehen habe... Natürlich werden dann mittlerweile auch zig Bücher desselben Autors auf einmal angeboten. Wenn man ihn mag, ist das super, aber wenn nicht...

Lurtz 07. Februar 2017 um 10:44 Uhr

Muss sagen nachdem die Sales vor ein paar Jahren, als ich mit dem Kindle eingestiegen bin, echt interessant waren, sehe ich da mittlerweile auch nur noch (Indie-)Masse statt Klasse.

Mittlerweile überfliege ich die Sales auch nur noch bzw. lasse mir hier oder bei Susanne was empfehlen, sowas wie den 1.000-Bücher-Wahnsinn lasse ich ganz aus. Der Ertrag stimmt da nicht annähernd mit dem Aufwand überein.

Tim Tiez 07. Februar 2017 um 21:48 Uhr

Lurtz schrieb:

Mittlerweile überfliege ich die Sales auch nur noch bzw. lasse mir hier oder bei Susanne was empfehlen, sowas wie den 1.000-Bücher-Wahnsinn lasse ich ganz aus. Der Ertrag stimmt da nicht annähernd mit dem Aufwand überein.


Hey Susanne,

lies mal was von mir! ;)