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„Schreibkurs würde helfen“: Wie J.K. Rowling von Verlagen abgelehnt wurde

Nach mehr als 400 Millionen verkauften Harry-Potter-Bänden wollte J.K. Rowling noch einmal bei Null anfangen. Für den ersten Roman ihres Krimi-Alter-Ego Robert Galbraith schickte sie als eben dieser ihr Manuskript an Verlage – mit skurrilen Resultaten, aus denen durchaus auch Leser ihre Schlüsse ziehen können.

Bildschirmfoto 2016-03-29 um 11.38.55Schon für Harry Potter musste J.K. Rowling, eine alleinerziehende Mutter und zeitweilig von Sozialhilfe lebend, bei unzähligen Verlagen Klinken putzen, bevor schließlich der Indie-Verlag Bloomsbury den ersten Teil der Jugendbuchreihe in sein Programm nahm. Startauflage: 500 Stück. Der Rest ist Literaturgeschichte und machte die Autorin zu einer der reichsten Frauen Großbritanniens.

Nach dem Abschluss der Harry-Potter-Reihe versuchte sich J.K. Rowling an einer Krimi-Reihe rund um den knurrigen Detektiv Cormoran Strike, die sie unter dem Pseudonym Robert Galbraith publizierte. Zunächst hielt sie ihre Identität komplett geheim, reichte das Manuskript also auch als Debütautor Robert Galbraith bei Verlagen ein – und erlebte ein Deja Vu. Auch „The Cuckoo’s Calling“ (deutsch: Der Ruf des Kuckucks) wurde mehrfach abgelehnt. Über Twitter publizierte Rowling jetzt zwei Ablehnungsschreiben – nicht aus Rache, sondern um Leidensgenossen zu motivieren, wie sie betont.

Recherche relevanter Verlage bei Amazon empfohlen

Die Schreiben stammen von den britischen Verlagen Constable & Robinson und Creme de la Crime, vermutlich sind sie beide standardisiert. Während Creme de la Crime einzig schreibt, aufgrund einer jüngst erfolgten Übernahme durch eine andere Verlagsgruppe würden derzeit generell keine Manuskripte angenommen, fällt das Ablehnungsschreiben von Constable & Robinson deutlich detailreicher aus. Robert Galbraith beziehungsweise J.K. Rowling werden dort unter anderem zwei Bücher für angehende Schriftsteller empfohlen. Wer in ihrem Bereich relevante Verlage zur Einreichung ihres Manuskript seien, könne sie etwa bei Amazon oder im lokalen Buchladen recherchieren. Im Übrigen „würde eine Autoren-Gruppe oder ein Schreibkurs helfen“, individuelle konstruktive Kritik zu ihrem Manuskript zu bekommen.

Der Tweet von J.K. Rowling erhielt zahlreiche beipflichtende Rückmeldungen auch von anderen erfolgreichen Autoren. Joanne Harris twitterte, aus den Ablehnungsschreiben von Chocolat, einem späteren erfolgreich verfilmten Bestseller, könnte sie eine Skulptur bauen.

Auch im Indie-Sektor viel Qualität

Die Ablehnungen der Manuskripte von Bestseller-Autoren sollen und werden vornehmlich Neu-Autoren Mut machen, sind aber auch ein Fingerzeig in Richtung „Qualitätsindikator Verlagsmarke“. Sicherlich stellen Verlage auch (und vielleicht sogar gerade) heute einen wichtigen Filter dar, umgekehrt ist die Abstinenz eines Verlagslogo auf dem Cover eines Buches aber längst kein Indiz für schlechte Unterhaltung. Zumal sich insbesondere viele erfolgreiche Indie-Autoren aus ökonomischen Gründen ganz bewusst gegen einen Verlagsvertrag entscheiden.

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