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Scribd-Traffic halbiert sich

scribd-trafficStürmische Zeiten für die US-Lesecommunity Scribd. Das bislang höchst erfolgreiche „Youtube für Texte„, dessen Konzept auch in Deutschland von verschiedenen Startups kopiert wurde, verlor innerhalb der letzten zwei Monate fast 50% seiner Besucherschaft.

Von Juni auf Juli sank die Zahl der monatlichen Besucher von 58,3 Millionen auf 30,1 Millionen. Das ermittelte der Zähldienst Quantcast, das US-Äquivalent zur IVW. Ein Einbruch solchen Außmaßes kann bei weitem nicht mehr mit sommerlichen Temperaturen erklärt werden.

scribdDie Kollegen von Techcrunch fragten beim Startup nach den dort vermuteten Gründen für den Besucherschwund. Scribd-Chef Trip Adler zufolge erklärt sich der Rückgang unter anderem aus einer verschärften Verfolgung von Copyright-Verstößen.

Der einst von der Verlagsbranche gefürchtete und bekämpfte Dienst wird mehr und mehr als Partner erkannt. Simon & Schuster ging als erstes großes Verlagshaus Anfang Juni eine umfangreiche Kooperation ein, bei der mehrere Tausend kostenpflichtige eBooks bei Scribd angeboten werden.

Im Zuge dessen haben die Betreiber kräftig aufgeräumt und ihreFiltersysteme verbessert, eine ganze Reihe beliebte (aber eben noch geschützte) Literatur verschwand im Laufe der letzten Monate aus dem Angebot. Viele Besucher quittierten diesen Schritt offenbar mit Abstinenz.

Ob sich Scribd in den nächsten Monaten wieder stabilisieren und den Trend vielleicht sogar umkehren an, hängt vor allem von der weiteren Ausgestaltung des kostenlosen Angebots ab. Kooperationen zum Beispiel mit Google Books, die gerade erst Sony in den USA eine Million eBooks bereitgestellt haben, würden das Angebot deutlich aufwerten.

Eine weitere Strategie könnte die Ausbreitung in Märkten sein, wo Scribd bislang weitgehend unbekannt ist – Deutschland zun Beispiel. Im Juli kam gerade einmal 2% (1,1 Mio. Unique Users) des Traffics aus Deutschland, womit wir in der Reichweite noch hinter Ländern wie Venezuela oder Peru liegen. Überhaupt ist Scribd außerhalb der USA vor allem im lateinamerikanischen Raum populär, was sich sicherlich auch aus dem großen spanischsprachigen Angebot erklärt.

Am Ende des Tages geht es den Betreibern natürlich in erster Linie ums Geldverdienen. Mit einer kleineren zahlungswilligen Besucherschaft werden die Kalifornier vielleicht sogar besser leben können als mit vielen Millionen „Alles-Gratis-Nutzern“. Nachdem das mit 12 Mio. US-Dollar Wagniskapital ausgestattete Startup werbefrei ist und in den zwei Jahren seines Bestehens wohl noch keine Umsätze in relevanter Höhe vorzuweisen hat, werden die Investoren nun langsam auch Ergebnisse sehen wollen.

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Kommentare


Paul Caspers 9. August 2009 um 19:22

Google hat irgendwas an seinem Algorithmen verändert. Auch bei unserer freien Web Publishing Plattform doXtop ging der Traffic in derseleben Zeit stark zurück – parallel zu Scribd. Das geschah ziemlich genau um den 2. Juni … Treffer – die aus Suchen mit Google resultierten – waren ab da signifikant niedrieger. Trotz einiger Versuche konnten wir bis heute nicht herausfinden – was die Ursachen für diese Änderungen sind.

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Johannes 9. August 2009 um 20:01

Könnte was mit einer erneuten Abwertung von Dublicate Content zu tun haben. Viele freie Literaten publizieren ihr Geschreibtes ja parallel auf mehreren Plattformen, womit die Exklusivität der Inhalte verloren geht.

Ciao
Johannes

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Scribd öffnet sich Readern & Smartphones » Fundgrube » lesen.net 11. Februar 2010 um 19:50

[…] geht mit dem Maßnahmenpaket einen wichtigen Schritt, gerade auch vor dem Hintergrund stagnierender Besucherzahlen. Der hauptsächlich werbefinanzierte Dienst partiziert an nicht über seine Website gelesenen […]

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txtr stampft Community ein » eBooks » lesen.net 28. Januar 2011 um 15:58

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