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[Update] Scribd wechselt von Flash zu HTML5

scribdSchlechte Nachrichten für Adobe: Die weltgrößte Dokumente-Community Scribd kehrt dem bislang zur Online-Anzeige genutzten Flash-Plugin den Rücken und konvertiert seine etlichen Millionen kostenlos zugänglichen Texte von heute an sukzessive zu html5-Dateien. Im Hintergrund dürfte sich ein anderer Großkonzern die Hände reiben.

Apple-Chef Steve Jobs hatte vergangene Woche in einem offenen Brief seine Vorbehalte gegen Flash einmal mehr öffentlich gemacht und der Technologie keine Zukunft auf den eigenen Mobile-Plattformen beschieden. Die Abhandliúng provozierte eine verärgerte Replik aus der Adobe-Zentrale in San Josè – das Verhältnis zwischen den beiden einstigen Geschäftspartnern scheint nachhaltig zerrüttet.

scribdipad3Das iPad, von dem Apple innerhalb von nur 28 Tagen über eine Million Einheiten absetzte, ist geradezu prädestiniert für die Nutzung von Plattformen wie Scribd. Deren Betreiber, die bislang fast ausnahmslos auf eingebettete Flash-Lösungen setzen (Issuu; in Deutschland MyComics oder PaperC), stehen derzeit de facto vor der Wahl „html5 oder App?“ Der Marktführer hat diese Frage nun für sich beantwortet, setzt außerdem auf Download-Angebote in alternativen Dateiformaten – andere Anbieter werden folgen.

Das „Youtube für Texte„, welches lange Zeit ob seiner laxen Haltung zu zirkulierenden Raubkopien in der Kritik stand (härtere Filter führten im vergangenen Sommer zu einem massiven Trafficeinbruch), nennt aber auch darüber hinaus gute Gründe für den Wechsel zum offenen html5-Standard. Scribd-CTO Jared Friedman spricht gegenüber Techcrunch von einem „dramatisch besseren Leseerlebnis“, welches sich aus der Anzeige der Dateien als Webseite ergebe. Wie auf jeder html-Seite sei die Anpassung von Schrfitgröße und -Art kinderleicht, das Zoomen gerade mit Tablets absolut intuitiv möglich.

zz7401-27-10ipade132b0Statt „klassisch“ in Buchform mit Blätteranimationen werden Dokumente bei Scribd künftig als eine einzige (eben mehr oder weniger lange) html-Seite ausgegeben, in der Bookmarks und Ankerpunkte für die nötige Orientierung sorgen sollen. Auf Techcrunch übermittelten Screenshots sieht die Fullscreen-Darstellung schick aus; die Usability von praktisch endlosen Seiten wird sich aber erst noch in der Praxis beweisen müssen. Unklar ist auch, wie eingebettete html5-Dateien nutzbar sind – ein klassischer iFrame scheint hier wenig nutzerfreundlich.

Scribd selbst bettete vorgestern im Firmenblog noch eine Flash-Datei ein – die ersten html5-Dokumente „in natura“ sollten aber nicht mehr lange auf sich warten lassen. Bis zum deutschen iPad-Launch (Ende Mai; Bekanntgabe der Verkaufspreise nächsten Montag) dürfte Scribd zumindest in Teilen für das Apple Tablet zugänglich sein und wird sich dort aller Voraussicht nach großer Beliebtheit erfreuen.

[Update 07.05.] Hier bzw. nachfolgend eingebettet findet sich ein erstes via HTML5 ausgegebenes Dokument – extern führt bei Scribd allerdings offenbar noch kein Weg an Flash vorbei.

Scribd in HTML5

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Kommentare


Elisa 6. Mai 2010 um 22:50

Schade das Jobs so eine Macht bekommt.

Antworten

sechzehnu 7. Mai 2010 um 10:40

Man könnte ja meinen, HTML ist das nächste große Ding. Dabei existiert das Format schon seit Ewigkeiten und wurde nicht ganz grundlos von Flash bedrängt. Fraglich ist für mich in diesem Zusammenhang noch immer, ob und wie man mit offenen Dokumenten ein stimmiges DRM implementieren kann – ohne wieder bei proprietären Containern zu landen.

Antworten

Andreas 7. Mai 2010 um 12:23

Ein bisschen OT:

Dumm gelaufen für Safari Books und O Reilly.

Die haben gerade erst alles auf Flash umgestellt und erst nach großen Protesten wenigstens die alten Bücher wieder in HTML-Ansicht zur Verfügung gestellt. Und nun will alle Welt nur noch weg von Flash…

Dieser Wechsel wurde verkauft als die beste Erfindung seit geschnitten Brot. Hoffentlich besinnen die sich wieder.

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Peter 18. Mai 2010 um 09:41

Mein Gott, prueft das naechste Mal euren Text doch einmal auf Rechtschreibfehler. Das ist ja grausig so zu lesen.

Antworten

Johannes 18. Mai 2010 um 09:50

C’est la vie

Antworten

Jan 23. Juli 2010 um 11:06

Gottseidank wird dem Ressourcenverbrenner Flash endlich sein Grab geschaufelt. ICh vermag ja nicht allzu viel positives über Steve Jobs zu sagen, aber das könnte das erste mal sein, dass nicht die Pornoindustrie entscheidet.

Antworten

Mit Apture können wir durch’s Web surfen, ohne eine Website zu verlassen | Leander Wattig 21. Oktober 2010 um 03:12

[…] Scribd ist bekanntlich – wie viele andere auch – vor ein paar Monaten von Flash zu HTML5 gewechselt. Vor ein paar Tagen wiederum hat Scribd eine Partnerschaft mit Apture bekannt gegeben. Diese ist […]

Antworten

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