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Social Reading Plattform Copia geht live

copia2Erst seit wenigen Stunden als ‚Public Beta‘ online, möchte TheCopia.com nichts weniger als das elektronische Lesen revolutionieren. „The Future Of eReading“ geschieht demnach zum einen auf der Online-Plattform, zum anderen mittels Apps auf Windows- oder Mac-Desktop sowie auf dem iPad und vollzieht sich natürlich höchst vernetzt; einige spannende Gratis-eBooks versüßen den Einstieg.

Copia kombiniert einen eBook Store mit allerlei sozialen Funktionalitäten, die man größtenteils bereits von Facebook bzw. konkret aus der Bookshelf-App kennt: Es gibt Diskussionsgruppen für Bücher und Autoren (auch selbst erstellbar), Livestreams zu Neuigkeiten aus dem Freundeskreis (neu gelesen, neu bewertet, neu kommentiert), persönliche Wunschlisten und ähnliches mehr.

copiaInnerhalb von über die bereitgestellte Software gelesenen eBooks können Textstellen markiert werden, weiterhin gibt es eine Kommentarfunktion für einzelne Passagen, Seiten sowie fürs ganze Buch (mit der Möglichkeit, Spoiler zu markieren). Bookmarks und der obligatorische Sync-Button zur Übertragung der Leseaktivitäten auf die Plattform – nur dort lässt sich auch wirklich interagieren – runden den Funktionsumfang ab.

Ein Social Reading Portal ist naturgemäß nur so viel wert wie seine Nutzerbasis, und hier hat der frisch gelaunchte Dienst noch wenig vorzuweisen: Bei gegenwärtig 727 Mitgliedern (mutmaßlich die Hälfte davon Beta-Tester und IT-Redakteure) nebst einer Handvoll Diskussionsbeiträge sind Nutzwert und Gemeinschaftsgefühl überschaubar, gefestigte persönliche Netzwerke als Grundvoraussetzung für soziales Lesen  noch nicht absehbar. Schlauerweise offeriert Copia eine Anmeldung über den Facebook-Account – die Hemmschwelle zur Registrierung bei einem weiteren Dienst wird so reduziert.

Durch die Geschlossenheit der Plattform – sozial gelesen werden kann nur, was im Online-Store angeboten wird – ist das Portal zunächst einmal ohnehin nur interessant für den englischsprachigen Raum sowie besonders anglophile Zeitgenossen. Ob der Social Reading Ansatz im Allgemeinen und Copia im Speziellen die für den Erfolg eines solchen Dienstes kritische Nutzermasse erreichen kann, ist noch nicht wirklich vorauszusehen, in den USA mit dem dort bereits erreichten Akzeptanzlevel für digitale Literatur aber gegenwärtig auf jeden Fall deutlich wahrscheinlicher als bei uns. Hierzulande ist die Holtzbrinck-Community Lovelybooks mit ihrem Buchfrage-Widget (seit der Buchmesse auch in einigen Enhanced eBooks implementiert) zum Thema noch allein auf weiter Flur.

brave-new-worldUnabhängig von den persönlichen Ambitionen hinsichtlich der Nutzung von Copia ist das Eröffnungsangebot der Plattform auf jeden Fall einen Blick wert. Kostenlos offeriert werden sieben Literaturklassiker aus den 1930er bis 1980er Jahren (allesamt erfolgreich verfilmt), darunter Perlen wie Brave New World, Red Alert und Midnight Cowboy. Die (Adobe DRM geschützten) epub-eBooks können mittels der Desktop-Software heruntergeladen und anschließend in Adobe Digital Editions importiert werden, womit sich die Dateien auf beliebige Lesegeräte übertragen lassen. Zu beachten ist dazu, dass die Anmelde-Adresse bei Copia mit der Adobe ID identisch sein sollte.

<via Nate (The Digital Reader)>

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Kommentare


MMind 17. November 2010 um 12:45

Scheinbar sind bei deren Launch auch alle Referenzen auf die im Januar angekündigten Copia Hardware-Reader verschwunden.

Antworten

Johannes 17. November 2010 um 12:48

Jo hab‘ mich auch ein bisschen gewundert, denke die wollen sich erstmal auf die Software-Plattform fokussieren, was ja auch ’ne vernünftige Entscheidung ist.

Ciao
Johannes

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Thomas Knip 17. November 2010 um 13:47

Für Studenten, die zusammen an einer Arbeit schreiben, kann so ein Dienst durchaus Sinn machen.

Beim „herkömmlichen“ Lesen bezweifle ich, dass man hier auf ein großes und vor allem auf Dauer aktives User-Feedback stoßen wird.
Lesegruppen – also das „analoge Pendant“ – sind in den USA auch verbreiteter als hier.

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Frieling 17. November 2010 um 15:43

Wer hat eigentlich gesagt, dass große, fette Schrift bei den Lesern erwünscht ist? Ich finde das Design der Seite, die ein Buchthema besetzt, sehr misslungen.

Die Idee könnte funktionieren, aber eben – wie mein Vorschreiber bereits sagte – nur spartenbedingt. Eine große Community außerhalb der Buchszene wird dort ebenso wenig entstehen, wie beispielsweise bei Lovely Books.
Aber wie wir sehen, ist die Zahl der Buch-Nerds, die sich in den Netzwerken tummelt groß genug, um ein mittelständisches Unternehmen zu betreiben.

Bin gespannt.

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WS64 17. November 2010 um 16:10

Hallo, ich habe mich dort mal angemeldet und wollte auch die kostenlosen Bücher laden. Aber kostenlos ist nichts eins der sieben, sie kosten von $3.99 bis zu $14.99.
Ich denke mal kostenlos war das wohl nur für einen Tag oder so um günstig Werbung zu bekommen wie zB hier bei lesen.net gelungen ist.

Antworten

onesocia 18. November 2010 um 07:27

sieht gut aus. werde mir das ganze mal anschauen.
der ebook/reader markt wird immer mehr boomen.

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Ischgl 18. November 2010 um 18:29

@Johannes:Dir ist ein Tippfehler unterlaufen:Akzeptanzlevel für digitale Literatur aber gegenwärtig auf jeden Fall deutlich wahrscheinlich als bei uns.

Es heißt wahrscheinlicher…nichts für ungut.

Antworten

Johannes 18. November 2010 um 18:50

@WS64 Doch, sind noch kostenlos; wird allerdings erst nach der ‚Bestellung‘ angezeigt (Rabatt in Höhe des Kaufpreises)
@Ischgl Korrigiert, dankeschön.

Ciao
Johannes

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Thomas Knip 19. November 2010 um 02:22

Laut teleread ist die Idee eines eigenen Lesegeräts komplett gestrichen.

Man baue jetzt auf eine Partnerschaft mit den Hardware-Herstellern, die ihren Kunden die Copia-Plattform anbieten können.

Antworten

mdmorrissey 19. November 2010 um 16:20

Interessant wird so etwas nur dann, wenn Mitglieder die Möglichkeit haben, von einander Bücher zu (ver)kaufen oder (besser) borgen. Wenn jeder seine E-Bibliothek ausleihen kann (oder verkaufen kann), dann haben wir etwas wirklich revolutionäres!

Antworten

textunes-App wird sozial + vernetzt » Software, eBooks » lesen.net 25. November 2010 um 19:07

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