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Sony DRM debütiert auf eBook Reader

Bekommt der harte epub-Kopierschutz von Adobe doch noch einmal Konkurrenz? Zwei auf der letztjährigen Frankfurter Buchmesse vorgestellte und auch in Deutschland verkaufte eBook Reader von ArtaTech bekamen jetzt via Firmware Update den Support für Sony DRM nachgerüstet – als erste dedizierte Lesegeräte überhaupt.

Kurz nachdem sich Sony aus dem Geschäft mit dedizierten Lesegeräten verabschiedet hatte, präsentierte der japanische Konzern im Herbst 2014 einen eigenen harten Kopierschutz für dedizierte Lesegeräte. Gegenüber Platzhirsch Adobe wollte Sony vornehmlich mit einem flexibleren Rechte-Management punkten und damit Partner der Wahl für neuartige Verleih-, Flatrate- und Metered-Modelle sein.

Einige Lese-Apps, darunter der beliebte Bluefire Reader, haben den Sony-Kopierschutz seither implementiert – für internes Rechte-Management bei angebotenen Leih- oder Weitergabe-Funktionen, unsichtbar für den Leser. Dedizierte Lesegeräte außerhalb des Kindle-Ökosystem hingegen unterstützen bislang ausschließlich den – längst geknackten – Adobe Kopierschutz.

Adobe, Sony und Kindle auf einem eBook Reader

Inkbook Prime

Der polnische E-Reading-Spezialist ArtaTech hat das jetzt geändert. Die aktuellen Modelle Inkbook Classic 2 und Inkbook Prime (Kurz-Test der Geräte auf lesen.net) erhalten als erste eBook Reader eine Unterstützung von Sony DRM, wie das Unternehmen zusammen mit Sony in Frankreich bekannt gab. In Deutschland schon seit einigen Monaten erhältlich, kommen die beiden eBook Reader in Frankreich erst im Juni in den Handel und unterstützen den Kopierschutz dann gleich vom ersten Tag.

In Frankreich gibt es bereits einige Dienstleister, die Leih-Modelle auf Basis von Sony DRM bereitstellen, geht aus einem lokalen Pressebericht zur Integration hervor. Weil die ArtaTech-Geräte mit einem offenen Android-Betriebssystem laufen, funktionieren Android-Apps mit Sony DRM im Hintergrund ohnehin (ebenso wie die Lese-Apps von Tolino und Kindle sowie die eBook Flatrate Skoobe – manche besser, manche schlechter). In Zusammenarbeit mit Sony offeriert ArtaTech nun allerdings auch eine native E-Ink-App, die den neuen Kopierschutz unterstützt.

Implementierung nur unsichtbar

Die ArtaTech-Geräte unterstützten neben Sony DRM auch weiterhin Adobe DRM nativ, und im Bereich des direkten Verkaufs von eBooks wird sich daran wohl auch nichts mehr ändern. Selbst Adobe konnte seinen neuen und sicheren Kopierschutz nicht durchsetzen, weil damit geschützte digitale Bücher mit nicht mehr aktualisierten, aber noch zehntausendfach verwendeten Lesegeräten (Sony Reader, Oyo, Trekstor, …) nicht kompatibel wären. Für neue Leih-Modelle kann das Sony DRM hingegen sicherlich eine Option sein, die Implementierung würde hier für Digital-Leser weitgehend unsichtbar geschehen.

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2 Kommentare (zum Thread im Forum)

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