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Sony schließt US-Reader-Store zum 20. März

Am gestrigen Donnerstag kündigte Sony an, sich aus dem US-amerikanischen eBook-Geschäft zurückzuziehen. Bestehende Kunden und Sony-Reader-Besitzer werden zu Kobo migriert.  Die Reader Stores in den USA und Kanada schließen zum 20. März ihre Pforten, andere Länder sollen – vorerst – nicht betroffen sein. Die Ankündigung kommt als Teil einer großen Umstrukturierung des Unternehmens.

Auch wenn die Entscheidung für die Kunden überraschend kommt, scheint sie gut vorbereitet zu sein. Parallel zur Pressemitteilung veröffentlichte Sony einen Blogeintrag,  dessen Text auch als Mail an die US-amerikanischen Kunden verschickt wurde, und stellte eine ausführliche FAQ online, in der viele Fragen zum Wechsel zu Kobo beantwortet werden. So sollen nicht nur Einkäufe und Kundenguthaben zum Kobo-Store umziehen, Kobo soll auch der neue Standard-Buchhändler auf US-amerikanischen Sony Readern werden.  Sonys PC- und Mac-Software, sowie alle WLAN-Reader ab dem PRS-T1 bekommen Updates, mit denen man direkt bei Kobo einkaufen kann. US-amerikanische Eigentümer von PRS-900 und -950-Geräten (9″ eBook Reader, in Deutschland nie erhältlich gewesen) können hingegen ab Ende März keine Bücher mehr auf ihren Geräten erwerben, sondern müssen sie via USB auf die Reader übertragen. Android- und iOS-Anwendern schließlich wird zum Umstieg auf Kobos App geraten.

Auch PC-Sparte wird abgestoßen

Ein Nachfolger für den PRS-T3 wird immer unwahrscheinlicher.

Ein Nachfolger für den PRS-T3 wird immer unwahrscheinlicher.

Der Abschied vom US-amerikanischen eBook-Markt ist Teil eines größeren Umbaus. Schon seit längerer Zeit waren die  Sonys Umsätze dort eher gering gewesen, weshalb das Unternehmen bereits im letzten Herbst ankündigte, den PRS-T3 nicht in den USA auf den Markt bringen zu wollen. Doch die jetzigen Maßnahmen sind deutlich weitreichender. Neben dem Rückzug aus dem eBook-Geschäft gab Sony am heutigen Donnerstag auch bekannt, im Zuge von Kosteneinsparungen die defizitäre PC- und Laptop-Sparte komplett an den japanischen Investor JIP zu verkaufen und international insgesamt 5.000 Stellen zu streichen. Die ebenfalls kriselnde TV-Sparte wird zwar nicht komplett abgestoßen, aber in ein eigenes Unternehmen ausgegliedert. Grund für die Restrukturierung ist ein Verlust von circa 800 Millionen Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr – und das trotz eines erfolgreichen Starts der Playstation 4 im letzten Quartal.

Reader-Zukunft fraglich

Haupt-Geldbringer des Konzerns sind derzeit die Film- und Musiklabels sowie Spielkonsolen und ihre Software. Als Hoffnungsträger im sonstigen Elektronik-Bereich werden Tablets und Smartphones gesehen. Die eBook-Reader-Sparte hingegen scheint zwar derzeit noch mitzulaufen, genießt aber offenbar keine sehr hohe Priorität mehr. Insofern scheint es kaum vorstellbar, dass Sony noch Ressourcen in die Entwicklung eines Nachfolgers für den PRS-T3 stecken wird.

<Bildnachweis: „Closed“-Schild von Shutterstock.com>

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Kommentare


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[…] verabschiedet sich vom US-eBook-Markt. Nachdem die japanische Firma schon auf die Einführung des neuesten eReader-Modells PRS-T3 in den […]

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Axel Springer, Roomle, Deutsche Telekom. 10. Februar 2014 um 13:03

[…] Sony zieht sich aus E-Book-Geschäft zurück: Zum 20. März 2014 will der japanische Konzern seinen Reader Store in den USA und Kanada dicht machen. Besitzer des Sony Readers sollen zum kanadischen E-Book-Hersteller Kobo migriert werden. blog.sony.com via lesen.net […]

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Kobo meldet dickes Umsatz- und Nutzer-Plus » lesen.net 18. Februar 2014 um 12:15

[…] sich Sony sukzessive aus dem E-Reading-Geschäft zurückzieht und Amazon langsam die Grenzen des Wachstums zu erreichen scheint, hat Kobo Umsatz und Nutzerbasis […]

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Die Konsolidierung im deutschen eBook-Markt | smart digits 20. Mai 2014 um 07:05

[…] im März hatte Sony, immer noch einer der größten Hersteller von eInk-Readern weltweit, seinen US-eBook-Shop geschlossen und Kunden sowie Content-Bestände an den Konkurrenten Kobo übergeben. Und wie es zu erwarten war, […]

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