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“Soziale” Kobo iPhone App verfügbar

kobo4Der Megatrend Social Reading treibt immer interessantere Blüten: Das kanadische Gemeinschaftsunternehmen Kobo (bekanntester Teilhaber ist die US-Buchhandelskette Borders) hat gestern eine neue Version seiner iPhone-App in den App Store gestellt (iTunes-Link), die zahlreiche neuartige Funktionalitäten an Bord hat. Neben einschlägigen Social Media Verknüpfungen zeichnet sich die App insbesondere durch spielerische Komponenten aus.

So können beim Lesen Auszeichnungen “verdient” werden. Den ersten Award (“Once Upon a Time”) gibt es bereits beim Öffnen der ersten Seite eines neuen Buches, weitere Auszeichnungen lassen sich mit regelmäßigem (“The Twain Award”), gründlichem (“Deep Thinker”) oder auch besonders vielfältigem Schmökern im Kobo-Universum einheimsen.

kobo3Neue Badges lassen sich direkt aus der App heraus auf die eigene Facebook-Pinnwand posten, um den Freundeskreis über den eigenen Buchkonsum auf dem Laufenden zu halten. Ebenso können Bücher oder auch nur einzelne Textstellen auf diesem Weg geteilt werden; eine Popular Highlights Funktion wie in der Kindle-App gibt es allerdings nicht. Im eBook selbst lassen sich dafür allerlei Anpassungen (Ausrichtung, Schriftart, Schriftgröße, Helligkeit, Hintergrund) zur Optimierung der Lesbarkeit vornehmen.

Eine exzellente Idee, die Kobo zudem wirklich schön umgesetzt hat, ist ein fortlaufend aktualisiertes “persönliches Buchcover”. Aus der Collage geht unter anderem hervor, wie viele Seiten insgesamt gelesen wurden und wie viele Bücher sich in der eigenen Bibliothek befinden; zudem sind die Cover der zuletzt geöffneten eBooks eingebunden. Die Collage ist dabei gleichzeitig ein Menü, über eine Berührung der einzelnen Felder lassen sich weiterführende Statistiken (Seiten/Stunde, Wörter/Stunde, Lesezeit/Buch) – teilweise in Tortendiagrammen aufbereitet – aufrufen sowie Bücher direkt ansteuern. Klar, dass auch dieses persönliche Buchcover direkt bei Facebook gepostet werden kann.

kobo1Als Lesestoff können neben den 2,2 Millionen eBooks aus dem Kobo Store (der sich zum Kauf kostenpflichtiger Dateien interessanter Weise übrigens alternativlos in Safari öffnet; eine InApp-Purchase Option gibt es nicht) eigene Dateien importiert werden. Auch hier geht Kobo neue Wege: Die App offeriert eine direkte Verknüpfung zum beliebten Backup-Tool Instapaper, eine Synchronisation mit dem eigenen Dropbox-Folder, MobileMe iDisk sowie – fast schon klassisch – eine Mailadresse zur Befüllung auf diesem Weg.

Die Kobo App ist kostenlos und auch im deutschen App Store verfügbar; zur Nutzung wird ein Kobo-Account benötigt, der aus der App heraus (komfortabler aber hier) erstellt werden kann. Neben fünf ab Werk aufgespielten gemeinfreien Titeln (Dracula, Stolz & Vorurteil, …) stehen 1,8 Millionen kostenlose eBooks im Kobo Store bereit – ein großer Teil davon stammt allerdings aus dem Google Books Archiv und ist entsprechend sehr speziell (Richtung “Osmanische Architektur im 16. Jahrhundert”) und/oder schlecht lesbar. Kommerzielle Inhalte sind für deutsche Nutzer rechtebedingt leider größtenteils nicht (mehr) zugänglich.

Die Kobo App ist einzigartig funktionsstark, wirkt dabei aber gleichzeitig äußerst aufgeräumt und ist auch für Neueinsteiger leicht erfahrbar – eine Gradwanderung, die App-Entwicklern leider in den seltensten Fällen gelingt. Charmante Features wie das persönlichen Buchcover und Badges machen die Verknüpfung mit dem Social Web dabei deutlich attraktiver als bei der Konkurrenz, wo lieblos-plichtschuldig integrierte “Ich lese gerade…” Buttons nicht gerade zum Teilen des Leseverhaltens animieren.

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Kobo Introduces Reading Life for the iPhone from Kobo on Vimeo.

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Kommentare


Thomas Knip 3. Februar 2011 um 11:48

Warum liest sich dieser Beitrag für mich wie eine Pressemitteilung …?

Antworten

Johannes 3. Februar 2011 um 11:55

Weil ich von der App angetan bin und Positivbeispiele sinniger finde als ständige Motzerei (vgl. txtr). Oder hat deine Frage einen “doppelten Boden”? Ggfs: Hä? Kobo ist überhaupt nicht in Deutschland aktiv und hat in der Richtung imo auch keinerlei Ambitionen, entsprechend belaufen sich deren hiesige PR-Aktivitäten auf Null.

Ciao
Johannes

Antworten

Thomas Knip 4. Februar 2011 um 13:29

Nö, es ging mir tatsächlich nur um die Formulierungen. Die sind schon erstaunlich kritikfrei, und normalerweise ist nie etwas sooo gut.

Antworten

AKuerz 7. Februar 2011 um 14:54

Nur zur Info:

Die 2. Generation des EReaders von Kobo ist direkt ueber WLAN mit dem zugehoerigen EStore verbunden (ebenso wie die oben erwaehnte App)

Kobo hatte eine EMV Freigabe des hauseigenen EReaders nach CE Kriterien erwirkt. Es erscheinte eine Erschliessung des Europaeischen Marktes durch die Hardware zumindest als Option moeglich. Diese CE-Kennzeichnung fehlt beispielsweise beim Nook (dieser darf demzufolge in Europa nicht verkauft werden). Der Kindle hingegen hat ebenfalls die CE-Kriterien erfuellt.

Ausserdem:
Die Bedienungsanleitung auf dem Kobo EReader ist in Englisch, Franzoesisch, Spanisch und auch Deutsch auf dem Geraet bereits aufgespielt. Deutsch ist jedoch fuer den bereits erschlossenen Absatzmarkt von Kobo (USA, Kanada, Neuseeland, Australien) eher unwichtig. In Europa hingegen waere Deutsch durchaus sinnvoll.

Antworten

Kobo bald in Deutschland » eBooks, eReader » lesen.net 11. März 2011 um 18:45

[…] & Co. Das App-Universum von Kobo (iOS, Android, PC/Mac, Blackberry) ist in quantitativer wie qualitativer Hinsicht bereits ganz weit vorne, das dedizierte Lesegerät – der Kobo Reader – […]

Antworten

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