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Suchmaschinen drehen illegalen Download-Seiten den Traffic ab

Suchmaschinen sind für zahlreiche Websites ein wichtiger Traffic-Zulieferer, viele Plattformen erhalten mehr als 50 Prozent ihrer Besucher über Google & Co. Illegale Download-Angebote müssen inzwischen aber fast durchweg ohne diesen Traffic-Kanal auskommen, auch im Bereich der eBook Warez sind die großen Plattformen bei Google inzwischen praktisch unsichtbar.

Am gestrigen Montag wurde publik, dass Google und Microsoft in Großbritannien eine freiwillige Selbstverpflichtung unterzeichnet haben, nach welcher die Suchmaschinenbetreiber Seiten mit piraterierten Inhalten von den ersten Suchergebnisseiten verbannen werden. Auf die Blacklist kommt, über wen sich Rechteinhaber wiederholt im Zusammenhang mit Urheberrechtsverstößen beschwert haben. Auch die Autocomplete-Funktion soll um einschlägige Begriffe bereinigt werden.

eBook Warez weitgehend aus Google-Index verbannt

Ein Blick auf den deutschen Index illustriert, dass die Zeiten von Google als maßgeblichem Traffic-Hub für illegale Downloads ohnehin schon lange vorbei sind, zumindest im Bezug auf illegale Buch-Downloads. Hier haben sich in den letzten Jahren drei große Angebote etabliert: Die Webwarez-Seiten ebook-hell.to und lesen.to sowie das Forum boerse.to.

Traffic-Verteilung illegaler Download-Seite (eBook Hell)

Davon sind lesen.to und boerse.to von Google komplett aus dem Index genommen, wie es Google sonst auch bei Schmuddelkram a la Pornhub macht. Von eBook Hell sind zwar 67.000 Seiten indexiert, die Domain scheint aber mit einem beträchtlichen Malus ausgestattet und taucht bei keiner Suche (mehr) unter den ersten Ergebnissen aus. Das Analysetool Similarweb schätzt den derzeitigen Such-Anteil von eBook Hell auf unter 5 Prozent. Zum Vergleich: Bei den legalen Download-Angeboten Thalia.de und Hugendubel.de liegt der Such-Anteil bei rund 40 Prozent.

Traffic-Verteilung legaler Download-Seite (Hugendubel)

Immer weniger illegale eBook Downloads

Der Dauerbeschuss durch Medien und Rechteinhaber – allein im ersten Halbjahr 2016 erhielt Google mehr als 500 Millionen Lösch-Anfragen – hat also Wirkung gezeigt. Überhaupt ist der illegale Download von eBooks in den letzten Jahren zunehmend aus der Mode gekommen, wie etwa allgemeine Suchanfragen zum Thema illustrieren.

Google-Suchen nach „eBook Warez“ in den letzten 5 Jahren

Wahrscheinliche Gründe: Die Abflachung des Marktwachstums, der Preisverfall von eBooks beziehungsweise die immer besseren preisgünstigen Indie-Titel (auch 0,99-Euro-Angebote werden pirateriert, aber natürlich längst nicht in dem Maße wie 20-Euro-Titel) und sicherlich auch das Aufkommen der eBook Flatrates. So wie Spotify das Thema „illegale MP3-Downloads“ in den letzten Jahren nahezu erledigt hat, dürften Kindle Unlimited, Skoobe und Readfy mit ihren Pauschal-Angeboten für kleines Geld beziehungsweise zum Nulltarif (Readfy) auch einstige Feierabend-Buchpiraten in die Legalität „getrieben“ haben.

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