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Unabhängige Buchhändler planen gemeinsamen Amazon-Rivalen

Der größte deutsche Buchhandelsverbund, die Genossenschaft eBuch, plant einen neuen einheitlichen Online Store. Damit sollen auch Kunden von Amazon (zurück) gewonnen werden – nie sei der Zeitpunkt dafür günstiger gewesen. Auch ein Vertriebspartner ist schon im Boot.

Mehr als 600 unabhängige deutsche Buchhandlungen sind in der Genossenschaft eBuch organisiert. Der Verbund vertritt die Interessen seiner Mitglieder unter anderem mit Klagen gegen Preisbindungsverstöße und Keilereien gegen Amazon, außerdem werden über den Zusammenschluss bessere Einkaufskonditionen realisiert.

Im Online-Bereich stehen gerade kleinere Buchhandlungen auf verlorenem Posten, wurde auf der Mitgliederversammlung am Sonntag bilanziert. “Trotz aller Bemühungen auf selbstgestalteten Webseiten und in eigenen Shops lässt sich nur selten gesteigerter wirtschaftlicher Erfolg erzielen und es gelingt erst recht nicht, Amazon-Kunden zurückzuholen”, fasst der “Buchmarkt” zusammen. Darum beschlossen die anwesenden eBuch-Mitglieder nun mit 92-prozentiger Mehrheit die Entwicklung einer gemeinsamen Plattform, um im Online-Bereich endlich ein starkes Gegengewicht zum Amazon zu haben.

Der Zeitpunkt sei günstig, immerhin habe der Ruf des Online-Händlers in den letzten Monaten deutlich gelitten. Bei eBuch zeichnet sich eine Arbeitsgruppe für die Konzeption verantwortlich, die Realisierung liegt in der Hand von Grossist Libri. Auf eBuch.de gibt es derzeit nur einen eBook Store von Libreka, einer Wirtschaftstochter des Börsenverein.

Schritt in die richtige Richtung

Tatsächlich geben die Websites von kleinen und mittelständischen Buchhandlungen meist ein trauriges Bild ab. In der Regel handelt es sich um Baukasten-Stores von Auslieferern wie KNV, Umbreit oder eben auch Libri (die so aussehen). Außer eigener Logos und Intro-Texte und Farbschemata unterscheiden sich die Stores kaum, vielen Buchhändlern fehlt Zeit und Knowhow zur aktiven Betreuung. In sofern ist eine gemeinsame “große Lösung” auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung – zumal der Anschluss an die Tolino-Allianz auf absehbare Zeit gescheitert ist.

Ob am Ende ein Online Store steht, der Amazon in Sachen Einkaufserlebnis ebenbürtig ist, erscheint allerdings zweifelhaft. Zwar bringt Partner Libri viel Experise in die Partnerschaft mit ein, die personelle und finanzielle Schlagkraft von Amazon steht aber in keinem Verhältnis dazu. Die Buchhändler werden wohl weiterhin auf “Gefälligkeitskäufe” von Kunden angewiesen sein, die für die Unterstützung ihrer Buchhandlung vor Ort ein paar zusätzliche Klicks in Kauf nehmen.

<Bildnachweis: Shopping von Shutterstock>

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Kommentare


eBuch: Gemeinsamer Online-Shop im Kampf gegen Amazon | eBook-Fieber.de 6. Mai 2014 um 17:39

[…] erscheint mir, dass die Buchhändler weiterhin – so, wie es Kollege Johannes bei lesen.net schön formuliert hat – “auf ‘Gefälligkeitskäufe’ von Kunden angewiesen sein” […]

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Milliways | Verlag | Autor | Layout 21. Mai 2014 um 17:15

[…] Zum Abschluss noch ein Lichtblick den ich gefunden habe: Das ist der richtige Weg, wenn auch noch ein sehr schmaler: Unabhängige Buchhändler planen gemeinsamen Amazon-Rivalen […]

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Springer wegen Adobe DRM verklagt: Gleiche Datei für alle » lesen.net 2. Juni 2014 um 18:00

[…] auch in externen Stores ohne Kopierschutz offeriert. eBuch (das einen eigenen Amazon-Konkurrenten plant) und Osiander hätten jetzt trotzdem eine Klage eingereicht, um eine Grundsatzentscheidung […]

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“Genialokal”: Amazon-Rivale des lokalen Buchhandel nimmt Form an » lesen.net 5. Juni 2014 um 22:53

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