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USA: Amazon verkauft mehr eBooks als pBooks

kindle-ipad-appAmazon ist mit seiner Kindle-Plattform weiterhin auf Erfolgskurs. In dieser Woche vermeldete der Online-Händler, in den USA inzwischen mehr digitale als gedruckte Bücher zu verkaufen. Ursächlich dafür ist wohl nicht nur das lebhafte Geschäft mit dedizierten Lesegeräten – mindestens genauso wichtig ist inzwischen das App-Universum des Unternehmens.

Zwischen dem 01. April und dem 19. Mai dieses Jahres betrug das Verhältnis von verkauften gedruckten zu digitalen Büchern auf Amazon.com 1:1,05. Damit konnten Kindle Books erstmals gänzlich ihre Äquivalente aus Papier überflügeln. Schon Mitte 2010 verkaufte Amazon in den USA mehr eBooks als gebundene Bücher, Anfang 2011 dann auch mehr eBooks als Taschenbücher.

kindle-front-graphiteDabei findet zumindest bei Amazon keine Kanibalisierung statt: Das Unternehmen aus Seattle gab an, auch bei gedruckter Literatur weiterhin wachsende Absätze verzeichnen zu können. Zwar erschließt Amazon mit seiner Kindle-Hardware eher keine neuen Zielgruppen (der typische eReader-Nutzer überschneidet sich soziodemographisch weitgehend mit dem typischen Buchkäufer), der Besitz eines dedizierten Lesegerätes geht allerdings mit einem zunehmenden Lesehunger einher.

Hinzu kommen übergeordnete Trends wie eine allgemeine Verlagerung der Buchumsätze ins Netz, die von Kindle-Kunden weniger gekaufte Print-Bücher kompensieren. Der Erfolg digitaler Literatur trifft primär die stationären Buchhändler, deren Online-Auftritte der Markenbekanntheit von Amazon sowie Bedienbarkeit, Sortiment und Services des Shops wenig entgegen zu setzen haben – E-Books beschleunigen hier derzeit den Abwärtstrend, ohne ihn allein zu verantworten.

Dass Amazon bereits heute so gute Geschäfte mit eBooks macht, ist nur zum Teil auf die eigene Hardware zurück zu führen (wenngleich das Gesamtpaket des Kindle im Vergleich zu anderen Lesegeräten ganz weit vorne ist). Vielmehr hat das Unternehmen schon früh den Mehrwert eines weitreichenden Ökosystems aus Apps und Software erkannt – gerade um Kunden zum Kauf von sehr restriktiv kopiergeschützten Dateien zu bewegen.

acer-iconiaWährend sich der Internetbuchhändler auf iOS-Geräten starker Konkurrenz gegenübersieht (nicht zuletzt von Hersteller Apple mit seinem iBookstore), hat das Unternehmen auf anderen Plattformen quasi eine Monopolstellung auf den E-Book-Verkauf. Insbesondere für die immer populärere Android-Plattform fehlt es im Bezug auf Bedienkomfort der App, Breite des Sortiments und Nutzungsmöglichkeiten der gekauften Literatur noch an ernstzunehmender Konkurrenz. Wer sich in den nächsten Monaten ein Motorola Xoom, ein Acer Iconia oder einen der vielen anderen iPad-2-Konkurrenten anschafft, wird seine ersten eBook-Leseversuche mit sehr großer Wahrscheinlichkeit über die Kindle-App machen – und sich so fast unmerklich für lange Zeit an das Ökosystem ketten, denn Kindle Books und Kindle Plattform sind untrennbar miteinander verbunden.

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Kommentare


Rüdiger Malke 22. Mai 2011 um 16:42

Ich freu mich schon wenn die gleiche Nachricht für Deutschland kommen wird… Ich denke mal 2013 :)

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Bigboo73 24. Mai 2011 um 14:15

ich denke mal leider 2043 ;-)

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Karsten 25. Mai 2011 um 02:01

EPUB nun bald auf dem Kindle!!!

http://goodereader.com/blog/tablet-slates/amazon-to-allow-epub-ebooks-on-the-kindle-e-reader/

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Rüdiger Malke 25. Mai 2011 um 08:14

Wenn epub wirklich aufm Kindle kommt ist das der Tod vieler anderer Reader…

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Rob 25. Mai 2011 um 11:09

Selbst wenn ePub auf dem kindle kommen sollte, so wird es bestimmt nicht mit dem Adobe DRM verschlüsselt.

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Chräcker 25. Mai 2011 um 15:26

Und mir wäre es „umgekehrt“ (Kindleformat auf andere eInk-Reader) lieber. Der Kindle ist mir einfach zu groß.

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PeterShow 26. Mai 2011 um 19:40

@Rüdiger Malke

Quatsch. Gerade kommen wieder zwei „große“ Reader zum Preis vom Kindle auf den Markt. Der neue Nook und der Kobo-Book-Reader…

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PeterShow 26. Mai 2011 um 19:43

@Rob:

„Selbst wenn ePub auf dem kindle kommen sollte, so wird es bestimmt nicht mit dem Adobe DRM verschlüsselt.“

Verschlüsseln muss der Kindle gar nix. Sondern nur entschlüsseln. Und natürlich kann man auch jetzt schon verschlüsselte Epubs auf den Kindle kopieren, nur werden sie nicht angzeigt….

@Chräcker
Mir wäre der Kindle auch zu groß. Überall herrscht Touchscreen und der Kindle meint noch eine Tastur zu brauchen.. Bei einen E-Reader halt ich eine „echte“ Tastatur, für echt verzichtbar…..

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Ebooker 27. Mai 2011 um 13:55

Sehr schlaue Taktik. Du meinst also der Kindle war nur ein Übergangstool um die richtige Umgebung für die zukünftigen Table-Pcs zu schaffen? Ich frage mich schon seit langem ob der klassische Ebookreader den Angriff von IPad&co. überleben wird. Was glaubst du? Natürlich ist es eine Preisfrage, aber die wird mittelfristig auch bei den Table-PCs sinken.

die Ebooks sind eigentlich nur ein weiterer Content, der mehr Kaufanreize für die Hardware bietet.

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PeterShow 28. Mai 2011 um 06:39

@Ebooker

Ipad und Co ein Angriff auf E-Reader?? Kann ich kaum glauben. Studien zufolge, haben viele Ipad-User auch einen Kindle…

Meine Thesen:

1. So lange es keine Tabletts mit E-Paper oder ähnlichem gibt, sind die für viele nicht zum langen Lesen geeignet…

2. Selbst wenn es Tabletts mit Mirasol, E-Ink etc. geben wird, sind diese noch lange nicht so mobil wie E-Reader. Wenn Tabletts so mobil, wären könnte man bald mit denen telefonieren und sie würde das Smartphone ersetzen ;-)

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PeterShow 29. Mai 2011 um 18:16

pBooks was ist denn das?? Ist das was zum essen???

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