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Verkauft Amazon >600.000 eBooks pro Woche?

kindle-2.jpgDie Verkaufszahlen vom Amazon Kindle sind – ebenso wie die von eBooks im Kindle Store – ein gut gehütetes Geheimnis des Online-Buchhändlers. Bestätigt ist seitens des Unternehmens nur: Ist ein Buch bei amazon.com sowohl in gedruckter als auch in digitaler Ausführung erhältlich, wird es schon heute zu über einem Drittel (35%) im Kindle-Format geshoppt.

Von dieser Angabe und eigenen Erfahrungswerten ausgehend, machte sich Morris Rosenthal an eine Berechnung von absoluten eBook-Verkäufen im Kindle Store. Der  IT-Autor ist selbst mit zwei Dutzend Büchern bei Amazon.com vertreten.

Rosenthal vermutet, dass schon heute jeder 10. aktive amerikanische Buchkäufer (2% der Gesamtbevölkerung) einen Amazon Kindle sein Eigen nennt. Das würde 600.000 verkaufte eBook Lesegeräte innerhalb von 1,5 Jahren bedeuten, sicherlich eine realistische Zahl.

Gelesen wird auch mit dem Amazon Kindle vorwiegend Literatur, die in den Bestsellerlisten weit oben steht, spekuliert der Israeli weiter. Damit fällt der „Long Tail“ beim Kindle erstaunlicherweise schwächer aus als im Print-Bereich: Verkaufen sich Bestseller im digitalen Format überproportional gut (Rosenthal vermutet hier  eine Ratio von 2:1 von gedrucktem zu digitalem Buch), kommt es bei Büchern ab einem Verkaufsrang von etwa 100.000 zu einer Ratio von über 10:1. Grund: „Kindle-Leser“ sind bei allen ihren Anschaffungen – also auch bei Bestsellern – an den Kindle Store gebunden, während Käufer gedruckter Bücher eine Vielzahl an Wahlmöglichkeiten (Buchhandlungen, andere Onine-Shops, …) haben.

img_124442_amazon-kindle-2.jpgUnter dem Strich kommt Morris Rosenthal so auf die beeindruckende Zahl von mindestens 600.000 eBooks, die bei Amazon.com jede Woche über den virtuellen Ladentisch gehen. Und hätte amazon.com beim Kindle nicht lange Zeit mit massiven Lieferengpässen zu kämpfen gehabt (Lieferzeit teilweise 4-6 Wochen; auch der Amazon Kindle DX ist derzeit nur mit Wartezeit zu bekommen), könnten es auch heute schon deutlich mehr sein.

Hierzulande ist man sicherlich noch weit weg von solchen Verkaufserfolgen, obgleich die eBook-Branche mit dem Verkaufsstart vom Sony Reader einen deutlichen Schub bekommen hat. So vermeldete das Verlagshaus Random House seit dem Rollout des eReaders Anfang März mehr eBook-Verkäufe als in den vorigen drei Jahren zusammen. Die absoluten Zahlen dürften sich hier aber noch auf einem ungleich bescheideneren Niveau bewegen.

<via Paul (Teleread)>

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Kommentare


Kirsten 17. Juni 2009 um 13:22

Beachtlich. Da stellt sich nur die Frage, warum Amazon den Kindle nicht schneller/besser zur Verfügung stellt und damit nicht auch endlich nach Europa kommt. Das ist ja schon fast Verkaufsverhinderung.

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Carsten 17. Juni 2009 um 15:52

Das hätte ich jetzt nicht gedacht, eine beeindruckende Zahl! Ich bin mal gespannt was sich hier noch auf dem eBook-Markt tun wird.

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