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Verlag resümiert 1 Jahr DRM-Freiheit

PIC06847.JPGDer Fantasy-Verlag Tor, Teil des Holtzbrinck-Konzerns, hat sich vor knapp einem Jahr von hartem DRM verabschiedet. Die vorläufige Bilanz ist hoffentlich ein Signal für weitere große Publisher.

Man habe das Gefühl gehabt, der Wechsel hin zum DRM-Verzicht sei angesichts der eigenen Leserschaft ein „essentieller und wichtiger Schritt“ gewesen, schreibt die britische „Tor“-Verlegerin Julie Crisp in einem Blogpost. Die üblicherweise sehr digitalaffinen Fantasy-Leser seien häufig frustriert von den mit DRM verbundenen Restriktionen gewesen. Auch die Autoren des englischsprachigen Verlags hätten sich gegen DRM ausgesprochen – das ist durchaus ungewöhnlich, gerade bei dieser Gruppe sind die Vorbehalte gegen vermeintlich schutzlose digitale Literatur besonders groß.

Nach einem Jahr ohne DRM falle die Bilanz rundum positiv aus, berichtet Crisp. Es sei zu keinem sichtbaren Anstieg von Piraterie gekommen, Autoren wie Leserschaft hätten über die sozialen Netzwerke und im direkten Kontakt immer wieder ihre Dankbarkeit für die jetzt nutzerfreundlichere Bereitstellung der verlegten Literatur bekundet. Man sei immer noch zufrieden über die Abwendung vom Kopierschutz und werde auch weiterhin auf DRM verzichten.

Blaupause für Knaur, Rowohlt & Co.?

Bleibt zu hoffen, dass Tor seinen Verlagsschwestern im Holtzbrinck-Konzern als positives Beispiel dient. Denn die auflagenstarken deutschen Holtzbrinck-Label (KiWi, S. Fischer, Rowohlt) setzen derzeit noch nahezu durchweg auf harten Kopierschutz, kein Holtzbrinck-Verlag findet sich auf unserer weißen Liste der kopierschutzfreien Publisher. So hat Rowohlt derzeit nur ein einziges DRM-freies E-Book im Sortiment, die Autoren haben sich hier aktiv für die Kopierschutzfreiheit eingesetzt.

Dass es sich bei „Tor“ um einen Verlag mit besonders technikaffiner Leserschaft handelt, sollte eher ein Argument für die Ausweitung der DRM-Freiheit auf massenkompatiblere Label sein als eines dagegen. Denn wer wenig technischen Sachverstand hat, tut sich mit hartem Kopierschutz besonders schwer.

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