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WSJ hat 30.000 Kindle-Abonnenten

wsj_kindleeditionVerkaufszahlen rund um den Amazon Kindle 2 sind ein streng gehütetes Geheimnis in Seattle. Der Konzern tituliert sein Lesegerät zwar als „Best selling electronic product“ und Garanten für Umsatz- und Gewinnwachstum, drückt das aber nicht in absoluten Zahlen aus. Apple-Chef Steve Jobs ließ das bereits am „Erfolgsmodell Kindle“ zweifeln.

So gab es bislang nur Vermutungen zu eBook-Verkäufen im Kindle-Store, zuletzt ließen Zahlen rund um den The Lost Symbol Launch aufhorchen. Das renommierte Wallstreet Journal ergänzt den bislang raren Datenbestand nun um Abozahlen seiner Kindle-Edition.

Kindle-DX-7-Angle_airplane engine.jpg30.000 Abonnenten habe die Kindle-Ausgabe der werktäglichen Wirtschaftszeitung momentan, verriet WSJ-Herausgeber Les Hinton am Donnerstag im Rahmen einer Konferenz. Bei monatlichen Abopreisen von 15 US-Dollar würde das einen respektablen Jahresmehrumsatz von 5,4 Millionen US-Dollar bedeuten, den sich allerdings Publisher und Amazon teilen müssen.

Dabei dürfte der reale Umsatz aber etwas niedriger liegen: Nach Informationen von paidcontent.org bezieht ungefähr die Hälfte der Zeitungsleser das Kindle-WSJ noch zu einem alten (33% niedrigeren) Monatspreis. Die Kollegen rechnen somit mit einem Umsatz von rund 4,5 Millionen US-Dollar, von dem der Verlag etwas mehr als 50% auf seinem Konto verbuchen kann.

30.000 Kindle-Abonnenten sind zunächst einmal eine beeindruckende Zahl – gerade im Vergleich zu deutschen eZeitungen wie der DigiTAZ, die gerade einmal 1.500 Kontrakte vorweisen kann. Beim WSJ, dessen Hompageinhalte seit geraumer Zeit fast ausschließlich kostenpflichtig sind, stehen dem aber über eine Million Online-Abonnenten (Jahresgebühr 75 US-Dollar) gegenüber.

Die Kindle-Abos machen beim zu Rupert Murdochs News Corp. gehörenden Blatt also einen vergleichsweise geringen (aber sicherlich stark wachsenden) Umsatzanteil aus. Zudem handelt es sich beim Wallstreet Journal um eine sehr textzentrierte Publikation, bei der die Nachteile vom Amazon Kindle hinsichtlich (farbigen) Bildern vergleichsweise wenig ins Gewicht fallen. Die Daten lassen sich also nicht ohne weiteres auf andere Zeitungen verallgemeinern – schon gar nicht hierzulande, wo der Amazon Kindle 2 bei Zeitungen ganz auf Grafiken verzichtet und die Abo-Preise (noch) wenig attraktiv sind.

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Kommentare


Omer 27. November 2009 um 10:27

Nun, das sind ja in der Tat, beeindrückende Zahlen. Wenn man bedenkt, daß das Teil erst seit kurzem zu haben ist, kann man sich auf die Zukunft gespannt sein. Erhebt Amazon überhaupt Gebühren für abliefern der Ausgaben oder, verdienen sie nur mit dem Verkauf des Gerätes?

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Zahlen von Sony, RandomHouse, Libri, textunes » Topnews » lesen.net 17. März 2010 um 16:19

[…] Verkaufszahlen dann ja wohl nicht sein (vermutet werden 3 Millionen). Unter den Publishern zählen das WSJ und Random House USA zu den Wenigen, die bereits Karten auf den Tisch […]

Antworten

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