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Acer Lumiread günstiger, Oyo Zubehör teurer

lumiread-7Noch bevor vor der Acer Lumirad im Oktober in den (Buch)handel kommt, dreht Distributor Libri bereits an der Preisschraube. Das Basismodell mit WLAN-Modul wird schon für 179 Euro (statt 199 Euro) zu haben sein, die allerdings erst im Oktober erhältliche 3G-Ausführung liegt bei 229 Euro (statt 249 Euro). Damit nähert sich Acer/Libri der Konkurrenz ein bisschen an, bleibt aber immer noch außer Schlagweite.

Der direkte Wettbewerber vom Acer Lumiread hört auf den Namen Oyo, erscheint ebenfalls im Oktober und wird von der Buchhandelskette Thalia sowie online von buch.de und bol.de vertrieben. Kostenpunkt: 139 Euro. Libri  nennt (skurriler Weise) die große Beliebtheit vom Lumiread als Grund für die Preissenkung, tatsächlich aber dürfte die Verbilligung eine direkte Reaktion auf den Kampfpreis vom Oyo sein – bekannt gegeben kurz nach der Acer Lumiread Vorstellung Anfang des Monats auf der Ifa.

lumiread-1Bei einem ersten Hands-On in Berlin konnte uns der Acer Lumiread allerdings (u.a. in ergonomischer Hinsicht) noch nicht überzeugen; auch das internationale Medienecho war recht verhalten. Der kompakten Bauform und dem kapazitiven Touchscreen-Display des Oyo hat der Lumiread nur eine haptische Tastatur sowie einen Barcode-Scanner entgegen zu setzen – eher "nice to haves" als echte Vorzüge.

Weil im Acer Lumiread noch ein altes E-Ink Panel der Vizplex-Generation integriert ist, kann auch das Schriftbild wenig begeistern: Der Kindle 3 sowie die neuen Sony Reader (Pearl E-Ink) haben hier deutlich bessere Kontrastwerte und schnellere Blätterzeiten, das SiPix-Panel vom Oyo ist zumindest auf Augenhöhe. Und obgleich es noch die finale Firmware abzuwarten gilt: Wirklich attraktiv wäre ein in vielerlei Beziehung durchschnittlicher eBook Reader mit schlechter Usability nur über ein Preisschild dieseits der 100-Euro-Grenze. Aufgrund der vielbeinigen Distributionskette dürfte ein solches Angebot aber auch bei einer subventionierten Abgabe außerhalb des Möglichen liegen.

Tiefgehende Kundenbeziehungen der vertreibenden Buchhändler sowie deren Fachkomptenz (allerdings wohl nur selten auch in technischer Hinsicht)  werden zwar für den einen oder anderen verkauften Lumiread gut sein; gleichwertig zum Filialist Thalia und seinem Oyo ist das Angebot bei Lichte betrachtet aber nicht. Spätestens wenn  Amazon deutschsprachige Literatur in seinen Kindle Store syndiziert oder den Kindle  epub-kompatibel macht (wie es ein aktuelles Gerücht besagt), wird sich Libri nach einem neuen/weiteren Hardware-Partner umsehen müssen.

Die Erfolgsaussichten sind also rosig für den Oyo, wenn er "im Oktober" (auf einen genauen Releasetermin möchten sich die Verantwortlichen nicht festnageln lassen) in den Handel kommt. Thalia kann sich im Kampf um die Kundengunst eigentlich nur selbst schlagen – und scheint dabei zumindest den Unterhaltungswert hoch halten zu wollen.

oyo1Hintergrund: Vergangene Woche gingen im Online-Shop die ersten Accessoires für den Oyo online. Offeriert wird ein Neoprensleeve in drei verschiedenen Farben sowie ein Hardcover aus Karton – bei weitem nicht die Taschen-Vielfalt wie etwa für den Barnes & Noble Nook, aber ein ordentlicher Grundstock. Auch das Pricing war vernünftig: 10 Euro verlangte Thalia für die Sleeves, 20 Euro für das Hardcover – bis gestern. Über Nacht verteuerte der Buchhändler die Sleeves auf 15 Euro und die Kartonhülle auf 30 Euro. Die Preiserhöhungen um je satte 50% resultierten schnell in Unmutsäußerungen auf der offiziellen Oyo Facebookseite.

oyo2Wer das Zubehör bereits bestellt hat, bekommt es zwar fairer Weise  zum "alten" Preis geliefert und spart entsprechend 5-10 Euro. Auch gehen die neuen Preise im Vergleich durchaus in Ordnung: Offizielle Kindle-Cover liegen bei 35-60 Dollar/Euro, und auch bei Sony geht es erst bei 35 Euro für "echte" Cover los (ein Sleeve ist hier allerdings bereits inklusive). Trotzdem hinterlässt die unerklärte Preiserhöhung der Accessoires einen faden Beigeschmack: Wer bislang mit dem Oyo liebäugelte, aber hinsichtlich einer Bestellung von Lesegerät + Zubehör noch auf weitere Informationen wartete (die Thalia bewusst tröpfchenweise publiziert), darf sich von der plötzlichen Verteuerung mit gutem Recht vor den Kopf gestoßen fühlen.

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Kommentare


Flobber 24. September 2010 um 20:17

Von wegen Carbonhülle – Pappe!

Antworten

Johannes 24. September 2010 um 20:28

@Flobber Die Artikelseite sagt Carbon, in sofern wird es auch Carbon sein. Woher hast du deine Info?

Ciao
Johannes

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Sue 24. September 2010 um 20:35

Auf der Thalia Homepage zu finden

Zitat:
"Ihr OYO wird von einer passgenau auf den OYO zugeschnittenen Schiene in der Kartonhülle gehalten."

Vielleicht meint er das.

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Johannes 24. September 2010 um 20:40

Nee, Kommando zurück, ist tatsächlich nur aus Karton, hatte ich vercheckt. Natürlich smart gemacht von Thalia, Karton englisch (carton) zu schreiben und dem Thema ’n exotisch-technischen Touch zu geben. Bin gespannt auf das Teil, klingt interessant.

Ciao
Johannes

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Flobber 24. September 2010 um 20:44

Die Artikelbezeichnung auf Thalia.de lautet "OYO Tasche Carton Case schwarz" und die Beschreibung: "In dieser aufwändig verarbeiteten Kartonhülle sieht Ihr OYO noch besser aus. Der Karton ist von außen mit einer schützenden und wasserabweisenden Silkprintllackierung beschichtet. Der graue Innenstoff ist 100% Baumwolle. Ihr OYO wird von einer passgenau auf den OYO zugeschnittenen Schiene in der Kartonhülle gehalten."

Also Pappe.

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Grike 24. September 2010 um 21:33

wow… das wär ja stark, wenn der kindle tatsächlich epub unterstützen würde.
Dann würde ich sofort zuschlagen….

Antworten

R 25. September 2010 um 01:07

Eine Carbonhülle ergäbe auch wenig Sinn. Die Vorzüge von Carbon sind hohe Stabilität und geringes Gewicht.
Hauptnachteil der sehr hohe Preis. Bei einem vergleichsweise günstigen Produkt wie dem Oyo entspräche die Carbonhülle dann frei dem Motto von Heinz Ehrhard:

"Warum die Trompeten vergoldet sind? – Damit sich das Blech nicht abnutzt!"

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adrian 25. September 2010 um 08:16

Die Links * Acer LumiRead: 3G/WLAN-Reader mit ISBN-Scanner
* Acer LumiRead angefasst
* Acer LumiRead: Von Libri für alle
* Acer LumiRead auf der Ifa, ab Oktober zu haben
* Thalia (ab)verkauft alte Sony Reader ab 79 Euro
funktionieren nicht mit Mozilla Firefox Vers.3.6.10

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Johannes 25. September 2010 um 09:57

@adrian Doch schon, hab' den gleichen Browser, damit klappt’s problemlos. Sind eigentlich auch nur ganz normale (dynamisch generierte) statische Links, keine Ahnung was da _nicht_ funktionieren kann wenn das Linkziel stimmt.

@R Naja der Kindle 3 Wi-Fi kostet ja auch nur 140 Euro und kommt optional mit ’ner doch recht hochwertigen Lederhülle, die (inkl. Beleuchtung) mit 60 Euro zu Buche schlägt. Denke, auch bei ’nem günstigen eBook Reader findet (hochpreisiges) schickes Zubehör seine Abnehmer, immerhin geht’s hier auch ums Lesegefühl.

Ciao
Johannes

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carokann 25. September 2010 um 18:30

Ein Bericht über Zubehör von Fremdanbietern zu weniger happigen Preisen wäre auch mal was!

Eine Frechheit was die Originalhersteller dafür wollen!

Antworten

Dominik 27. September 2010 um 13:51

"Der Kindle 3 sowie die neuen Sony Reader (Pearl E-Ink) haben hier deutlich bessere Kontrastwerte und schnellere Blätterzeiten, das SiPix-Panel vom Oyo ist zumindest auf Augenhöhe."

Wenn es um den Kontrast geht, kann SiPix kaum mit den Vizplex-Displays der ersten Generation, geschweige denn mit denen der letzten Generation mithalten. Von den Pearl-Displays brauchen wir gar nicht erst reden, obwohl der Unterschied zwischen Pearl und neuesten Vizplex marginal ist.

Bei den immer genannten 50% Kontraststeigerung achtet Amazon nicht umsonst peinlich genau darauf, dass sich der Vergleich auf den Kindle2 bezieht (damit die Konkurrenz nicht klagen kann). Der Kindle2 hatte nie die neuesten Vizplex-Displays und zudem wurden diese sogar bewusst mit geringerem Kontrast angesteuert (weniger Ghosting), um schnellere Blätterzeiten realisieren zu können. Daher hatte der Kindle2 auch sichtbar schlechtere Kontrastwerte, als der Ur-Kindle.

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Thomas Knip 28. September 2010 um 00:13

30 Euro für eine Kartonhülle?! Da hebe ich mir lieber den Karton von meiner nächsten Bestellung bei Amazon auf …

Antworten

Stefan 28. September 2010 um 06:37

Hallo,

ich hatte mir das Zubehör für den OYO über buch.de bestellt, genau wie den OYO selber und mir wurde meine Bestellung der Kartonhülle storniert (Hinweis:nicht lieferbar).
Wobei das Case natürlich noch im Shop bestellt werden, aber nicht zum günstigeren Preis.

Also wird mit den Kunden bei den Beteiligungen von Thalia zumindest, anders umgegangen:(

Da weiß man wenigstens, wo man als Kunde steht……

Gruß
Reifi

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Weltbild frisiert Aluratek Libre Bewertungen » eReader » lesen.net 4. Oktober 2010 um 10:45

[…] nur über falsche Angaben in einem Computerbild-Artikel beschwert; schlechtes Feedback gab es auch für die Verteuerung vom Zubehör. Bei Libri.de schließlich gibt es noch überhaupt keine Bewertungen zum Acer Lumiread; […]

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Peter 28. Oktober 2010 um 08:38

Hallo,
Ich abe seit gestern denOyoDen Kindle habe ich auch aber wegen der ast ausschließlich englich möglichen Bücher wollte ich ein 2.Reader.
Kurz der OYO hat einen katastrophalen Kontrast geg. Kindle. Die Holine von Medion hatmich nach Auskunftlosigkeit einfach abgehängt und bei Thalia wusste man garnichts ausser die Telefonnummer von Medion.
Absolut nicht empfehlenswert. Nichtmal 1 Stern….

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Peter 28. Oktober 2010 um 08:42

Hallo,
Ich abe seit gestern den Oyo. Den Kindle habe ich auch, aber wegen der fast ausschließlich englisch möglichen Bücher wollte ich einen 2.Reader.
Kurz, der OYO hat einen katastrophalen Kontrast geg. Kindle. Für ein Buch war angeblich die Lizenz abgelaufen…
Die Holine von Medion hat mich nach Auskunftlosigkeit einfach abgehängt und bei Thalia wusste man gar nichts ausser die Telefonnummer von Medion.
Absolut nicht empfehlenswert. Nichtmal 1 Stern….

Antworten

Sabine Müller 1. Dezember 2010 um 22:31

mir gefällt der acer lumiread besser als der oyo. Habe beide ausprobiert: der Acer blättert schneller zur nächsten Buchseite. Auch der Kontrast ist besser als beim Oyo. Der Oyo ist zu dunkel.

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Oyo WLAN+3G (vorerst) gestorben » eReader » lesen.net 8. Februar 2011 um 18:01

[…] anzubieten. Auch damit gab es in der Vergangenheit immer wieder Aufregung: erinnert sei an nachträglich verteuertes Zubehör und die vor allem anfangs fehleranfällige Firmware (vgl. […]

Antworten

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