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Alex Reader bald zu haben, schon getestet

alex_ereader_full_mobydickandphoto_lowresAufmerksamkeit bekam der Alex Reader im vergangenen Herbst vor allem, weil sein Hersteller – der asiatische Auftragsfertiger Spring Design – eine Plagiatsklage gegen Barnes & Noble anstrengte. Dem Buchhändler wurde vorgeworfen, seinen Nook auf Basis von Alex Reader Entwürfen zusammengeschraubt zu haben; nicht ganz abwegig, weisen die beiden eBook Reader doch ähnliche Charakteristika auf. Dabei hat der Alex Reader mit einem größerem und funktionaleren Touchscreen sowie einer vollwertigen Google Android Installation zumindest auf dem Datenblatt die Nase vorn.

Während der Nook aber schon zum Weihnachtsgeschäft (mehr oder weniger) in den Handel kam, lässt das vermeintliche „Original“ immer noch auf sich warten: Erst seit ein paar Tagen nimmt das Unternehmen Vorbestellungen an, ausgeliefert wird ab Mitte April. Was Interessierten auf springdesign.com allerdings zunächst einmal ins Auge sticht, ist der Preis: 399 US-Dollar wollen die Taiwaner für ihren Dual Screen Reader – 130 US-Dollar mehr also, als ein Nook kostet.

alex_ereader_full_readme_lowresOb der Alex  sein Geld wert ist, haben nun die Kollegen von Engadget in Erfahrung zu bringen versucht. In einem ausführlichen Testbericht beleuchtet Joanna Stern den eBook Reader von allen Seiten – und ist größtenteils angetan. Der außergewöhnlich lange und schmale (6″ E-Ink Panel über 3,5″ LCD-Display bei schmalem Rahmen) Device liegt gut in der Hand und weiß auch optisch zu gefallen, obwohl das schnörkellose Industriedesign keine wirklichen Highlights bereithält. Mit 310 Gramm bleibt das Lesegerät trotz großem Farbdisplay in einer Gewichtsklasse mit Nook, Kindle 2 und der Sony Reader Daily Edition.

Technisches Highlight ist der kapazitive 3,5″ Touchscreen, über den Surfen ähnlich viel Spaß macht wie mit dem iPhone. Clou: Auf dem kleinen Screen dargestellte Websites können auf den augenfreundlichen E-Ink Bildschirm „gedruckt“ werden. Der Nook verwehrt seinem Nutzer hingegen den Weg ins „offene“ Internet, anders als beim Alex gibt es auch keinen E-Mail Client. Zur Verbindung mit dem Internet braucht der Alex Reader dabei einen WLAN-Hotspot – eine 3G-Option (bei der Konkurrenz von Sony, Amazon und B&N inklusive) wird es nicht vor Sommer geben.

alex_ereader_full_goldenbirdandmultimedia_lowresKritik gab es hingegen für den fehlenden Zugang zum Android Marketplace, woraus  momentan noch eine relativ bescheidene Erweiterbarkeit resulutiert – Spring Design plant einen eigenen App Store, mit dem jedoch ebenfalls nicht vor Sommer zu rechnen ist. Hier lassen die Taiwaner eine große Chance liegen, sich funktional deutlich vom (ebenfalls recht beschnittenen) Barnes & Noble Reader abzugrenzen.

Auch der „Weg zum Buch“ ist noch eher beschwerlich: Die 1 Million Google Books sind zwar frei zugänglich, eine integrierte Einkaufsmöglichkeit gibt es aber noch nicht. Ein komerzielles Angebot wird – richtig – ebenfalls erst im Sommer stehen, bis dahin muss der eBook Reader via USB-Kabel mit aktueller Literatur (u.a. epub) befüllt werden. Der dafür vorgesehene Speicherplatz (256 Mbyte integriert, eine 2 Gbyte microSD-Karte liegt bei) hätte in den Augen vom Engadget-Team üppiger ausfallen können.

Ein Ärgernis, auf das Käufer eines „NextGen-Readers“ egal welchen Herstellers eingestellt sein müssen, ist die vergleichsweise mickrige Akkulaufzeit. Sind WLAN und Touchscreen eingeschaltet, muss der Alex Reader schon nach sechs Stunden wieder ans Ladekabel – dagegen sehen selbst Tablets gut aus. Die Energieersparnis durch das E-Ink Display wird dabei durch leistungsstarke Hardware und die Hintergrundbeleuchtung des LCD-Panels aufgehoben; bei längeren Reisen sollte der LCD-Touchscreen am besten ganz ausgeschaltet bleiben, dann sind immerhin ordentliche 24 Stunden drin.

„Viel verschenktes Potenzial“ bilanzieren die Kollegen abschließend. Der Alex Reader überzeuge in Optik und Haptik spwoe beim Web-Browsing, in der Kernfunktion Lesen (bzw. beim eBook-Zugang) leiste sich der Device mangels 3G und „richtigem“ eBook Store aber vermeidbare Schwächen. Unter dem Strich seien die 130 US-Dollar Aufpreis zu Nook und Kindle 2 darum nur für Liebhaber eine Investition wert.

spring_design_alex_barnes_and_noble_nook-540x433Im Sommer könnte die Gesamtbeurteilung vom Alex Reader anders aussehen, aber dann – und damit hat Engadget natürlich völlig recht – werden vermutlich ganz andere Lesegeräte (bzw. multifunktionale Devices, mit denen auch gut gelesen werden kann) auf der Agenda stehen. Das gilt natürlich umso mehr für Deutschland, wo der Alex Reader „frühstens nächstes Jahr“ erwartet wird. Zwar ließe sich der Reader via MyUS.com & Co. schon zeitiger zu uns holen, im Zweifel wird dann aber wohl doch eher zu einem „Marken-Reader“ a là Nook gegriffen.

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Kommentare


Quincy 24. März 2010 um 13:30

Hmm für mich ist das Gerät nicht sooo interessant. Die untere Leiste lenkt vom Lesen eher ab – und surfen kann ich auch mit anderen Geräten (wäre nur ein Notbehelf). Dazu noch der Preis und techn. Unabwägbarkeiten …

Nene – da wart ich eher ab…

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