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Auch Interead (Cool-er) pleite

cooler-large-fanDie Konzentration auf dem eBook Reader Markt setzt sich fort: Nach Foxit und iRex verabschiedet sich nun mit Interead innerhalb weniger Wochen schon das dritte Unternehmen aus dem Geschäft mit elektronischen Lesegeräten. Dabei soll sich der im Sommer 2009 erschienene Cool-er Reader – das bis heute einzige Produkt von Interead – durchaus ansprechend verkauft haben.

Mehrere Zehntausend Geräte will das britische Startup in den ersten Monaten nach der Markteinführung verkauft haben; auf dem Heimatmarkt reichte das angeblich für rund 20% Marktanteil. In 2010 wollte man sich sogar als Nr. 2 auf dem US-Markt etablieren – den Weg dahin sollten zwei erst im vergangenen Monat vorgestellte Lesegeräte (eines davon mit WLAN-Modul) ebnen.

interead_cool_er_2Das abrupte Aus des jungen Unternehmens soll dem berichtenden Guardian zufolge unmittelbar mit der stornierten Großbestellung (17.000 Einheiten) eines bekannten US-Händlers zusammenhängen; die wahren Gründe dürften aber ein bisschen tiefer unter der Oberfläche liegen. Dem Preiskampf von Großunternehmen wie Barnes & Noble und Amazon, deren auch in UK erhältlicher Kindle mit seinem unfangreichen englischsprachigen Angebot eine direkte Konkurrenz zum Cool-er Reader darstellte, dürfte Interead wenig entgegen zusetzen gehabt haben.

Wie der eSlick vom jüngst abgewickelten Distributor Foxit ist der Cool-er Reader eine nur wenig modifizierte Ausführung vom Netronix EB-600, der allein in Deutschland von mindestens vier weiteren Unternehmen (Pocketbook, Bookeen, Italica, Viewsonic) verkauft wird. Abgesehen vom peppigen Design gab es auch hierzulande wenig Grund zum Cool-er Reader zu greifen, zumal das Gerät mit 225 Euro + Versand (Direktkauf) bzw. 280 Euro (weltbild.de) alles andere als günstig war.

Es ist abzusehen, dass mit dem wachsenden Konkurrenzdruck auf dem eBook Reader Markt sowie neuem Wettbewerb aus anderen Geräteklassen (Stichwort iPad) das Händlersterben weitergehen wird – B&N-Chef (und damit oberster Nook-Verantwortlicher) William Lynch prognostizierte jüngst, mittelfristig werde es nicht mehr als 2-3 Anbieter elektronischer Lesegeräte auf dem Markt geben.

acc_portfolio_d1_popSolange es nur Distributoren von austauschbaren Fernost-Readern wie Foxit oder nun Interead trifft, ist das wenig tragisch; dass aber auch innovative Hersteller wie iRex oder wohl auch Plastic Logic vor einer ungewissen Zukunft stehen, versetzt der gegenwärtigen Entwicklung einen faden Beigeschmack.

<via e-book-news.de>

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Kommentare


Börnes 18. Juli 2010 um 22:48

Senkt die Preise der Geräte, dann wirds auch was mit dem Profit.

Antworten

Bigboo73 19. Juli 2010 um 09:14

das Problem das viele die preise nicht senken können, weil sie „kleine“ Firmen sind und jeden erwirtschafteten Euro gleich wieder benötigen. Große Firmen wie Sony oder Amazon brauchen dann ihre preise auch nicht soo zu senken, die bilden sowieso nur Rückstellungen für die jeweilige Sparte.

Der Abwärtstrend des Preises Richtung Massenmarkt ist aber klar zu erkennen.

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