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Bridgestone „Aerobee“ E-Paper demonstriert

aerobee-2Vor fast zwei Jahren stellte Bridgestone erstmals farbiges elektronisches Papier aus. Die QR-LPD genannte Technologie machte damals neugierig, fortschrittlichere Demos blieb der japanische Multikonzern allerdings schuldig – so enttäuschte Bridgestone auf der CES 2011 mit einem schon vor der Markteinführung veraltet wirkenden Panel. Nun stellte das Unternehmen unter neuem Namen ein deutlich ansehnlicheres Lese- und Arbeitsgerät vor.

Auf einer Technologieschau in Japan wurde das „Aerobee“-Display eingeführt, sozusagen die marktreife Ausgabe der QR-LPD Entwicklungslinie. Bridgestone führte die Technologie anhand eines 13-Zollers mit teilweise beachtlichen Spezifikationen vor – so soll der Reader nur rund 600 Gramm auf die Waage bringen, kaum mehr als der mit wesentlich kleinerem (Monochrom-)Display daher kommende Kindle DX.

aerobee-1Die Technologie – Innerhalb vom Bildschirm diffundierendes elektromagnetisches Pulver – soll vergleichsweise kurze Reaktionszeiten sicherstellen. Ein kompletter Page Refresh nimmt 1,3 Sekunden in Anspruch, Teilaktualisierungen der Inhalte gehen deutlich schneller von statten. Somit sind Aerobee-Device theoretisch auch für (halbwegs) präzises Schreiben und Malen zu gebrauchen.

Videos werden sich auf den Bridgestone-Displays – anders als etwa bei Mirasol oder Pixel Qi – allerdings nicht realisieren lassen; auch, weil lediglich bescheidene 4096 Farben angezeigt werden. Für die Anzeige von Bilderbüchern im Bildungsbereich (laut Bridgestone explizit eine Zielgruppe) ist die Darstellung hingegen völlig ausreichend.

Bridgestone ist gegenwärtig auf der Suche nach Industriepartnern, welche die Technologie für eigene Devices adaptieren wollen – den im Video demonstrierten Prototypen wird es in dieser Form mit großer Wahrscheinlichkeit also niemals geben. Ohnehin würde sich das Gerät mit seinem Formfaktor schon fast zu weit auf „iPad-Terrain“ bewegen und müsste sich nicht zuletzt durch einen besonders guten Preis differenzieren; was Aerobee in der Fertigung kostet und was für Endkundenpreise entsprechend realisierbar sind, verriet Bridgestone noch nicht. Schrauben die Japaner noch ein wenig am Kontrastverhältnis, würden die farbigen Panels aber sicherlich auch in Pocket Lesegeräten gerne angenommen.

<via Crunchgear>

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Kommentare


Icke 19. April 2011 um 06:12

Also die Geschwindigkeit sieht ja sehr gut aus, für Kinder- oder Lehrbücher mit ein paar Animationen reichen 4096 Farben auch allemal.
Aaaaber, 800 x 600 Pixel? Ernsthaft?
Und das bei der Größe, der Kindle DX mit seinen 9.7″ hat schon 1200 x 824 Pixel, und die will ich nicht missen.
Das reicht dann gerade noch für Kinderbücher oder solche Tests wie sie gezeigt haben, aber nicht zum Lesen/lernen.

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microm 19. April 2011 um 10:21

Jo, die Auflösung ist nicht so doll – wenn der Preis entsprechend ausfallen würde wäre es aber dennoch nicht schlecht – für gewisse Anwendungen wie z.b. comic Books. Das kann ich mir bei diesem neuen Produkt aber nicht wirklich vorstellen. Gut ebenfalls das das Display flexibel ist.

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Siegfried Glaser 19. April 2011 um 10:21

@Icke: Also ich weiß nicht. Ich finde die Auflösung sieht im Video mehr als ausreichend aus. Ich persönlich verwende auf einem eReader ohnehin lieber eine etwas größere Schrift, als die in gedruckten Büchern übliche.
Dann geht´s auch bei nicht perfekten Lichtverhältnissen ohne Brille. ;)

Mir gefällt auch die Größe und die Eingabemöglichkeit sehr gut. Mit diesem Gerät sollte es endlich möglich sein, A4-PDFs zu lesen und auch zu annotieren. Für den Business-Einsatz perfekt, wenn halbwegs vernünftige Software mitgeliefert wird.

Bin schon sehr gespannt. Das ist seit längerem der erste eReader, dem ich etwas abgewinnen kann.
Endlich mal, abgesehen von der Farbe, kein unnötiger Schnickschnack.

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PeterShow 19. April 2011 um 11:59

Also die „Malfunktion“ sehen schon man viel besser aus als beim Sony…

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R 20. April 2011 um 19:45

Hm.
Mit den noch immer matschigen Farben könnte ich leben.
Aber so ein Ziegelstein von Gerät?
Nein, Maximal Din A5 groß und min. 1300 x 900 Pixel (für PDF Darstellung) müßten schon sein.

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Blair 7. Mai 2011 um 00:40

Die Farben sind so flau weil das Ding laut Video Farbfilter benutzt. Das Puder selbst ist schwarz und weiß. Bei Farbfiltern wird ein großer Teil des einfallenden Lichts absorbiert. Bei farbigem Papier ist der Anteil deutlich geringer. Übrigens setzen die farbigen Liquavista-Displays auch Farbfilter ein. Sie unterstützen jedoch die Wiedergabe von Videos. Mirasol verwendet dagegen keine Farbfilter – dort werden die Farben auf eine ganz andere Weise erzeugt. Richtig leuchtend sind sie aber auch da nicht. Außerdem scheinen Mirasol und Liquavista sehr teuer zu sein, denn sie kommen hartnäckig nicht auf den Markt, obwohl sie schon lange lauffähige Prototypen zeigen.

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Doktorand 27. Mai 2011 um 14:06

Hallo Jungs.

Ich suche schon lange einen Ebookreader, der mit EInk funktioniert. Also ein Reader der PDFs (oder andere Artikel) aufruft, um diese dann per Stift mit Notizen zu versehren. So könnte ich die Suchfunktion in Papers benutzen und eigene Notizen einfügen? Gibt es so ein Gerät schon in ausreichender Markttauglichkeit? Vor kurzen hab ich gelesen, dass das HTC Flyer so etwas kann. Allerdings ist mir dieser TablePC ein wenig zu teuer.
Wäre dankbar für eine Antwort

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Yu 27. Mai 2011 um 20:42

@ Doktorand: Am nähesten kommt vermutlich derzeit das EEE Note, aber 1. muss man das importieren (und seis per Ebay, für etwa 260€ derzeit) und 2. hat es ein unflexibles custom linux und nur 8″ (bisschen mehr als A6, 7″ wäre recht genau A6).

Ich arbeite derzeit selbst an der Masterarbeit und ehrlich, ich bezweifle, dass derzeit ein Produkt dem guten alten Papier ernsthaft gefährlich wird.

Antworten

Doktorand 28. Mai 2011 um 07:29

Naja ich kenn mich mit dem aktuellen Marc nicht auf. Das HTC Fyler soll so eine Funktion haben. Es geht halt darum Notizen auf dem PFD zu machen. Somit kann man Texte einscannen, sie per Suchbefehl durchsuchen und mit Notizen versehen. Die perfektie Mischung aus einem Exzerpt und einer Kopie mit Notizen. Also wenn jemand noch andere Geräte auf Lager hat?
Aber Danke Yu.

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