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c’t testet eBook Reader

Als erste große Fachzeitschrift macht die c’t in ihrer gestern erschienenen Ausgabe „Digitales Lesen“ zum Titelthema. Auf ganzen 16 Seiten wird zunächst ins Themenfeld eingeführt, bevor sieben elektronische Lesegeräte ausführlich vorgestellt und miteinander verglichen werden.

Den Abschluss des Specials macht c’t-typisch ein umfangreiches HowTo: Erklärt wird, wie in kurzer Zeit mit kostenlosen Tools eigene eBooks im offenen epub-Format erstellt werden können. Beim Hauptartikel „eBook Reader Test“ gibt es hingegen eine kleine Überraschung.

0d4e92b7-cb4e-468b-b44f-8f316dd1f1ea.jpgFür den hiesigen Marktführer Sony gab es beim Vergleich nämlich gar nichts zu holen. Zwar verteilt das IT-Magazin prinzipiell weder Gesamtnoten noch Rangplätze, bei Einzelbewertungen wie Beschreibungen aber finden sich die beiden Sony Reader im hinteren Teil des Testfeldes. Der PRS-505 bekam 2x „gut“ (für Display und Laufzeit) und 2x „zufriedenstellend“ (für Bedienung und Ausstattung), beim PRS-600 befand man – wie wir – das Display spiegelungsbedingt nur „zufriedenstellend“, die anderen Bereiche schnitten mit „gut“ ab.

Neben den beiden Sony Lesegeräten finden sich im Testfeld vier weitere alte Bekannte (Kindle 2, Cybook Opus, Hexaglot N518, iRiver Story) sowie mit dem Zehn-Zoller iRex Digital Reader 1000S ein Exot, der zum Kostenpunkt von 700 Euro aber mehr oder weniger außer Konkurrenz lief und zudem die mit Abstand schlechtesten Noten bekam. Nicht getestet wurden txtr Reader (immer noch nicht final), Cool-er Reader (derzeit nicht lieferbar) sowie das BeBook Mini (zu spät in der Redaktion).

hexaglot-1Der Hexaglot N518, den die c’t als ungebrandetes (aber baugleiches) Gerät vom Hersteller Hanvon bekommen hat, wusste durch eine große Funktionalität – u.a. als derzeit einziger eReader mit Handschrifterkennung – und eine übersichtliche Menüstruktur zu gefallen. Bemängelt wurden pdf-Darstellung, Lokalisierung und Optik (sowohl hardware- als auch softwareseitig). Insgesamt platzierte sich der Fünf-Zoller damit im Mittelfeld.

iriverstory15Der iRiver Story stellte sich wie in unserem Test als Multitalent heraus: Als Comic-Viewer machte der Koreaner ebenso eine gute Figur wie als Diktiergerät, als MP3-Player, als digitales Tagebuch und (mit Einschränkungen) zur Anzeige von Office-Dokumenten. Durch den via Firmware-Upgrade nachgeschobenen pdf-Reflow fiel einer unserer Hauptkritikpunkte weg, womit der iRiver Story nun fast überall Top-Bewertungen bekam: Die Laufzeit stellte sich „sehr gut“ dar, in allen anderen Kategorien bekam der Reader ein „gut“. Das reichte für den dritten Platz – allerdings hinter zwei günstigeren Kontrahenten.

„Bei der Kernkompetenz, dem Lesen, können vor allem das Cybook Opus und der Kindle überzeugen“ urteilt die c’t – und empfiehlt damit zwei grundverschiedene Lesegeräte. Während das (kurioser Weise 15 Euro teurere) Cybook Opus als leichter kompakter „NoFrills“ Reader ohne Schwächen, aber eben auch ohne funktionale Highlights daher kommt, bekommt man mit dem Amazon Kindle 2 (235 Euro inkl. Versand) das All-Inclusive-Paket mit Einschränkungen.

opus_specsBeim Cybook Opus störte die c’t Redaktion lediglich der etwas mangelhafte Lagesensor zur automatischen Textausrichtung, der uns auch beim technisch nahezu identischen Pocketbook 360° (bald auch hierzulande erhältlich) negativ auffiel. Weiterhin ist das Lesegerät nicht für großformatige pdfs geeignet. Dem gegenüber steht aber eine durchdachte Firmware mit guter Sortierung und Kategorisierung der Inhalte, eine exzellente Anzeige von Text bei vielen Einstellungsoptionen und ein schneller Blättervorgang.

kindle-2.jpgDer Amazon Kindle 2 konnte wenig überraschend bei Bedienung (einfachste Befüllung des Lesegeräts via Kindle Store) und über sein kontraststarkes Display mit 16 Graustufen punkten, beide Bereiche wurden mit der Bestnote „sehr gut“ bewertet. Darüber hinaus hob die c’t die siebentägige kostenlose Rückgabemöglichkeit von eBooks als vorbildlich hervor, auch die Vorlesefunktion für englische Literatur gefiel. Gar nicht gut kamen dagegen die formatbedingten Einschränkungen beim deutschsprachigen Leseangebot an: Im Kindle Store mangelt es nach wie vor an deutschsprachigen Bestsellern, anderswo gekaufte eBooks mit DRM-Verschlüsselung lassen sich nicht anzeigen.

1Insgesamt fällt das Fazit von c’t Redakteur Achim Barczok fast rundum positiv aus: „Bei der Darstellung von E-Books zeigen sich alle Reader souverän und schlagen mit langen Laufzeiten und augenfreundlichen Displays Smartphones, Notebooks und PC als Lesegerät für längere Texte.“ Die aktuelle c’t Nr. 25 mit dem fachkundig geschriebenen eBook-Special ist noch bis Nikolaus (6.12.) im Handel erhältlich, für an der Thematik Interessierte sind die 3,50 Euro auf jeden Fall eine lohnende Investition.

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Kommentare


mtravellerh 24. November 2009 um 12:28

Für Opus-Besitzer: Kann Opus wirklich kein PDF-Reflow, so wie von c’t behaptet?

Antworten

Mark 25. November 2009 um 21:09

Wirklich nützlich wäre für mich eine eindeutige Aufschlüsselung, welcher Reader wie gut mit PDFs umgehen kann. Etwa Öffnen/Zoomen/Zoom beibehalten beim Blättern/Blättergeschwindigkeit und dergleichen. Nahezu alle wissenschaftlichen Publikationen sind nun mal im PDF Format.

Aber das ist natürlich auch ein anderes Anwendungsgebiet als das reine Bücherlesen.

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[…] sich die Anleitung zum Erstellen von epub-Dateien in der aktuellen c’t zu Gemüte geführt hat, wird bereits festgestellt haben: Die Erzeugung eines eBooks in diesem […]

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Maus 29. November 2009 um 19:15

Für meinen Geschmack tut sich das Cybook Opus tatsächlich schwer mit PDFs, die Bedienung über die Tasten finde ich umständlich: was soll eine drei-fach verschachtelte Menue Hiercharchie bei so einem einfachen Gerät? Die Bücher, die ich herunter geladen habe, lassen sehr oft keine Rand zwischen Bildschirum und Text, was ich sehr mühsum zum lesen finde. Gut ist der relativ reflex-freie Schirm und super das geringe Gewicht so wie die Aussmasse, das Ding passt tatsächlich wirklich bequem in die Jacken oder Mantel Innentasche.

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Daniel Gerwig 18. Oktober 2010 um 19:05

Die c’t hat für die nächste Ausgabe den nächsten Test angekündigt – mal gespannt was da alles rauskommt…(Die Ankündigung kam einen Tag nachdem ich meinen Reader bestellt hatte…)

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[…] Die Buchhandelskette Hugendubel verkauft den auch von der Computerzeitschrift c’t ausgezeichneten eBook Reader für 99,99 Euro; “solange der Vorrat reicht”, versteht […]

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[…] immerhin in Hugendubel-Buchhandlungen platzieren konnte und Testsiege bei Stiftung Warentest und c’t einheimste, schaffte es der chinesische Hersteller Hanvon mit seinem N518 immerhin auf die […]

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