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eBook Reader: Eine Frage der Haltung

eBook Reader haben keine Griffe oder Einkerbungen für Leserhände. Gibt es trotzdem eine „richtige“ oder „falsche“ Haltung im Sinne von Hersteller oder Ergonomie? Es zeichnen sich zumindest Tendenzen ab.

In unserem Testbericht zum Pocketbook Ultra (alle Testberichte im Überblick) kritisierten wir „die Positionierung der Kameralinse am rechten unteren Rand, also genau da, wo Rechtshänder das Gerät üblicherweise festhalten.“ Weiterhin sprachen wir von einer „typischen Lesehaltung“ (, bei der der rechte respektive linke Daumen aufgrund des schmalen Geräte-Rand auf dem Display liegt). Daraus entstand eine lebhafte Diskussion in unserem Forum, was denn eigentlich eine typische Lese-Haltung sei (unten angehängt).

Die beiden typischen einhändigen Handhaltungen sind oben abgebildet. Bei Geräten ohne Touchscreen und seitlichen Blättertasten – prominentester Kandidat ist hier sicherlich der Kindle – ist die Haltung auf dem rechten Foto naheliegend, weil nur so beim Blättern (über die unter dem Bildschirm platzierten Tasten) nicht umgegriffen werden muss. Hier muss der Daumen allerdings angewinkelt und die übrigen Finger komplett durchgestreckt werden, um das Gleichgewicht zu halten.

„Natürlicher“ ist die Haltung direkt am Geräte-Schwerpunkt wie auf dem linken Bild zu sehen, der eBook Reader ist hier wesentlich leichter zu balancieren. Geblättert wird dann entweder über den Bildschirm oder über seitliche Blättertasten, die inzwischen leider eine Ausnahmeerscheinung geworden sind. Bisweilen liegt der kleine Finger hier auch nicht hinter, sondern unter dem Lesegerät.

Von beidhändig bis freihändig

Einige E-Reader-Nutzer lesen auch zweihändig: Rechtshänder nutzen dann meist die linke Hand zur Haltung und die rechte zum Blättern, also wie bei einem Print-Buch. Hüllen-Deckel werden mehrheitlich komplett zurückgeklappt. Bemerkenswert auch: Viele Digital-Leser haben ihr Gerät überhaupt nicht in der Hand. Von Schoß und Tisch über Buchhalter bis hin zum Kopf- oder Tablet-Kissen sind viele Unterlagen dabei. Der von Jeff Bezos immer wieder hervorgehobene E-Reading-Vorteil „einhändig lesen“ kommt vielfach also gar nicht zum tragen.

Viel-Leser nutzen ihren eBook Reader mehrere Stunden täglich. Da ist es essentiell, sich Gedanken um die richtige Haltung zu machen, will man nicht kurzfristig Verspannungen und langfristig einen Mausarm oder Schlimmeres riskieren. Aber auch Hersteller sind in der Pflicht, sich mehr Gedanken um ergonimische Aspekte ihrer Geräte zu machen – mit „einfach gut aussehen“ ist es nicht getan.

<Bildnachweis: Mausarm von Shutterstock>

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