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eBook Reader im c’t-Labor: Kobo und Amazon überzeugen

Die Computerzeitschrift c’t hat sich für ihre neue Ausgabe mal wieder dedizierte Lesegeräte vorgenommen. Acht aktuelle eBook Reader wurden im Testlabor unter die Lupe genommen, und zwar wörtlich. Die mit wissenschaftlicher Akribie durchgeführten Untersuchungen offenbaren einige interessante Erkenntnisse – und einen etwas überraschenden Verlierer.

Auf zwölf Seiten befasst sich c’t-Redakteur Achim Barczok in der aktuellen Ausgabe (c’t 25/14, bis 27.11. am Kiosk) mit dedizierten Lesegeräten. Das Testfeld beinhaltet (Links auf lesen.net Artikelseiten)

und damit alle derzeit relevanten Geräte, vielleicht mit Ausnahme des Pocketbook Touch Lux 2. Randnotiz: Keines dieser Geräte, die das Weihnachtsgeschäft unter sich ausmachen, verfügt über ein offenes Google Android. eBook Reader mit der Möglichkeit, Apps aus dem Play Store zu installieren (Onyx Boox T68, Imcosys ImcoV6L (pro)), scheinen keinen Weg aus der Nische zu finden.

Kontraste: Kindle und Kobo Aura H2O top, Tolino Vision 2 flop

Neben jeweils mehrstündigen praktischen Lese-Tests durchliefen die acht eBook Reader auch verschiedene Testreihen, bei denen Kontraste, Schaltzeiten und Akkulaufzeiten gemessen wurde. Das Prozedere ist in einem dreiminütigen Video erläutert, das für Interessierte zusammen mit einem Testausschnitt kostenlos verfügbar ist.

kontrast led

Den Messungen nach haben die beiden E-Ink-Carta-HD-Lesegeräte Kobo Aura H2O und Kindle Voyage mit Abstand die höchsten Kontraste im Testfeld, nur der Kindle Paperwhite kann noch halbwegs mithalten. Wie schon im Vergleich von Kindle Paperwhite 2 und Tolino Vision 2 herausgestellt fällt der „Vision 2“  dagegen ab, obwohl in ihm die gleiche Bildschirmtechnik steckt wie im Kindle Paperwhite 2.

Das Kontrastverhältnis des Tolino Vision 2 ist unbeleuchtet sogar schlechter als das des Kindle (2014), beleuchtet schlechter als das des Pocketbook Sense – beides eBook Reader mit älteren E-Ink-Pearl-Displays. Zudem lässt sich die Beleuchtung des Tolino nur in einem sehr engen Korridor regulieren, vor allem in hellen Umgebungen fällt sie klar hinter den Lesegeräten von Kobo und Amazon zurück („Leuchtdichteregelbereich“). Hier wartet noch viel Arbeit auf die Tolino-Techniker.

schaltzeiten

Gemessen hat die c’t weiterhin die Schaltzeiten. Auch beim Umblättern braucht der Tolino Vision 2 demnach länger als die Konkurrenz von Amazon und Kobo, bei epub-Dateien ist die Blätterzeit aber noch im akzeptablen Bereich. PDF-Dateien blättern sich beim Tolino Vision 2 hingegen deutlich träger, für dieses Dateiformat sollten 6″ eBook Reader aber ohnehin nur eine Behelfslösung sein.

Akkulaufzeit: Tolino geht unbeleuchtet früh die Puste aus

Schließlich hat sich die c’t auch die Akkulaufzeiten der Geräte angeschaut, getrennt nach „mit Beleuchtung“ und „ohne Beleuchtung“. Bei eingeschalteter Beleuchtung liegen alle Lesegeräte mit 23 Stunden (Kindle Voyage) bis 33 Stunden (Kobo Aura H2O) halbwegs gleichauf, nur das großformatige Pocketbook Inkpad fällt deutlich ab. Bei der Messreihe ohne Beleuchtung gibt es den nächsten Tiefschlag für den Tolino: Der Vision 2 hat hier nur 43 Stunden Luft, der Kindle Paperwhite 2 satte 103 Stunden – ein Unterschied um den Faktor 2,4, der sich auch in der Praxis bemerkbar machen wird.

Im eigentlichen Testbericht wird regelmäßigen Lesern dieser Seite vieles bekannt vorkommen. Bemerkenswertes:

  • von Pocketbook Inkpad und Pocketbook Sense zeigt sich die c’t nicht sonderlich begeistert. Im Bezug aufs Pocketbook Sense heißt es, „sowohl Panel als auch die zuschaltbaren LEDs gehören zu den schlechteren im Test“. Der dicke Plastikrahmen ums Gehäuse wirke „billig und altbacken“ (gegenüber Lesegeräten mit planer Oberfläche). Der automatische Helligkeitssensor funktioniere nicht so gut wie der vom Kindle Voyage. Die (neue) Bedienoberfläche sei „störrisch“. Beim Inkpad nervten außerdem lange Ladezeiten und kurze Akkulaufzeit. Positiv: Die Software bietet viele Einstellungsmöglichkeiten und clevere Ideen, hat man sie sich erst einmal erschlossen (intuitiv sei sie nicht)
  • die Synchronisation von eBooks und Notizen über verschiedene Geräte hinweg ist bei Amazon am bequemsten, gefolgt von Kobo (der als einziger Hersteller ein Nutzerkonto erzwingt). Tolino synchronisiert als einzige Plattform auch Notizen und Lesefortschritt von eBooks, die aus externen Quellen in die Cloud geladen wurden. Die Shop-Oberfläche sei hier aber vergleichsweise langsam.
  • Kobo sammelt Pluspunkte für seine gekachelte Bedienoberfläche, „die eleganteste im Test“
  • kleiner Fehler: Beim Kindle Paperwhite 2 wird der mit 2 Gbyte vergleichsweise kleine interne Speicherplatz kritisiert. Nach unseren Informationen verkauft Amazon diesen eBook Reader seit Monaten ausschließlich mit 4 Gbyte internem Speicherplatz (was allerdings bis heute nicht öffentlich kommuniziert wurde).

Bestnoten für Lesegeräte mit besten Displays

Tolino Vision 2, Kindle Paperwhite 2, Kindle Voyage (von links nach rechts, alle 100% Beleuchtung)

Tolino Vision 2, Kindle Paperwhite 2, Kindle Voyage (von links nach rechts, alle 100% Beleuchtung)

Die c’t vergibt traditionell keine Testnoten und kürt damit auch keinen Testsieger. Im Fazit heißt es gleichwohl: „Als bestes Gesamtpaket präsentieren sich der Kindle Voyage und der Kobo Aura H2O. Der Kindle hat in puncto Ergnonomie, Shopping-Komfort und Funktionsumfang die Nase vorn, der Aura H2O bietet dafür epub-Unterstützung, Wasserschutz und eine feinere Justierung bei der Textanzeige.“ Wenig überraschend bekommen die beiden eBook Reader mit den klar besten Displays auch die besten Noten, ebenso wie bei uns (eBook Reader Testberichte im Überblick).

Der Aufpreis zu Kindle Paperwhite 2 und Tolino Vision 2 lohne sich vor allem für Vielleser, heißt es weiter. Die genannten Lesegeräte würden allerdings auch gute Gesamtpakete bieten.

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Kommentare


eBook Stores im c’t-Test: Amazon-Vorsprung schrumpft » lesen.net 20. November 2014 um 13:01

[…] Neben dedizierten Lesegeräten hat sich die Redaktion der Computerzeitschrift c’t auch eBook Stores vorgenommen. Beim Test der Verfügbarkeit unterschiedlicher Warenkörbe in den großen Stores gab es einige Unterschiede bei einem inzwischen sehr ansprechenden Gesamtniveau. […]

Antworten

E-Reading-Talk #1: eBook Reader Vergleich, DRM, eBook-Preise, Amazon, … [Video] » lesen.net 23. November 2014 um 11:21

[…] Ausgabe der zweitgrößten deutschen Computerzeitschrift c’t gibt es sowohl eine elfseitige Teststrecke zu dedizierten Lesegeräten als auch einen Vergleich von eBook Stores. Beide Artikel, über die wir hier auch berichteten, […]

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Kobo Aura H20 mit 18 Euro Rabatt kaufen » lesen.net 4. Dezember 2014 um 12:53

[…] über ein größeres, schärferes und kontrastreicheres Display (siehe auch den eBook Reader Test der c’t). Kobo hat außerdem bessere Lese-Apps als die […]

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Amazon Gewinnspiel: Kindle Voyage, Paperwhite, Gutscheine » lesen.net 16. Dezember 2014 um 11:04

[…] einer neuen Bestmarke für dedizierte Lesegeräte. Auch sonst hat es das Display in sich, im Vergleichstest der c’t lies es die gesamte Konkurrenz hinter sich. Im Verbund mit einem schicken, leichten Gehäuse […]

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eBook Reader Test der Stiftung Warentest mit “zwei Welten” » lesen.net 29. Januar 2015 um 18:05

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