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Ende einer Ära: Letzte „Club“-Filialen schließen

Wenn am heutigen Dienstag die beiden verbliebenen „Club“-Filialen ihre Rollgitter herunterlassen, verabschiedet sich der traditionsreiche Club Bertelsmann endgültig aus den deutschen Innenstädten. Im Netz gehen für den Tolino-Alliierten zwar erst zum Jahresende die Lichter aus, allerdings gibt es schon deutliche Auflösungserscheinungen. Immerhin: Die Nachfolge ist längst in Stellung.

Im Juni vergangenen Jahres verkündete der Medienkonzern Bertelsmann, zu dem unter anderem RTL, Gruner + Jahr sowie der weltgrößte Publikumsverlag Penguin Random House gehören, das Ende seines Club-Geschäftes zum Jahresende 2015. In den 90er Jahren mit mehr als sechs Millionen Mitgliedern alleine in Deutschland noch eine Macht, verlor der Club sukzessive seine Kundenbasis, erst an die „offenen“ Filialisten und später auch an Online-Händler.

Im Juni 2014 verfügte der Club Bertelsmann noch über 52 deutsche Niederlassungen, am heutigen 31. März sind es nur noch zwei. Bei den verbliebenen Filialen am Bertelsmann-Stammsitz in Gütersloh sowie im benachbarten Rheda geht am heutigen Dienstag zum letzten Mal das Ladenlicht aus.

Teures und lückenhaftes Tolino-Sortiment

Bis zum Jahresende sollen Kataloggeschäft und Online Store auf jeden Fall erhalten bleibten, versicherte ein Bertelsmann-Sprecher jetzt noch einmal auf Anfrage vom Börsenblatt. Auch auf derclub.de gibt es aber schon erste Zeichen des nahenden Ende. So wurde das Partnerprogramm in den bereits eingestellt, der Tolino Vision 2 kostet mit 139 Euro mehr als bei jedem anderen Tolino-Partner und das Tolino Tab 8 wird gar nicht erst verkauft. Ganz offensichtlich ist man bei Bertelsmann nicht gewillt, jetzt noch viel Geld zur Neukundengewinnung in die Hand zu nehmen – nachvollziehbar.

Club scheidet aus, Libri übernimmt

Immerhin konnten die Tolino-Alliierten schon im vergangenen Herbst einen (indirekten) Nachfolger für den „Club“, Tolino-Partner der ersten Stunde, präsentieren. Über Grossist Libri verkaufen inzwischen mehrere Hundert unabhängige Buchhandlungen, Regionalfilialisten und Bahnhofsbuchhandlungen die Tolino-Familie. Hinzu kommt im Netz der Libri-Store eBook.de. Und das „Club“-Modell lebt ohnehin weiter – inzwischen hat jeder Tolino-Partner eigene vergünstigte Exklusiv-Titel im Sortiment.

<Bildnachweis: Club-Feierlichkeiten zu 1,6 Mio. Mitgliedern (1956) – Pressebild>

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Kommentare


Tolino: Hugendubel schnappt sich Club-Kunden » lesen.net 4. November 2015 um 17:14

[…] Ende März schloss die letzte Clubfiliale, zum Jahresende wird auch beim Online Shop der Stecker gezogen. Mit der schon Mitte 2014 […]

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