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Farbige E-Paper: Amazon soll Liquavista kaufen wollen

Bildschirmfoto 2013-03-22 um 16.06.50Bewegung im E-Paper-Markt: Samsung soll sich von seiner erst vor zwei Jahren erworbenen Tochter Liquavista trennen wollen, die sich auf farbiges elektronisches Papier spezialisiert hat. Angeblicher Interessent: Amazon.

Samsung befinde sich bereits mit Amazon in Verhandlungen zum Verkauf von Liquavista, berichtet der Wirtschaftsdienst Bloomberg unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Eine Samsung-Sprecherin erklärte, man prüfe derzeit, wie es mit Liquavista weitergehe. Spruchreifes gebe es aber noch nicht.

Liquavista, ursprünglich eine Unternehmenssparte von Philips, entwickelt schon seit 2006 Color-E-Paper – erstmals berichteten wir 2010 über das niederländische Unternehmen. Die Liquavista „Electrowetting”-Technik ist konventionellen LCD-Panels nicht unähnlich, kommt allerdings ohne Hintergrundbeleuchtung aus. Folge: Ein deutlich geringerer Stromverbrauch und eine augenfreundlichere Anzeige nebst guter Lesbarkeit unter direkter Sonneneinstrahlung.

Bis heute gibt es allerdings noch kein Gerät mit Liquavista-Panel an Bord im Handel. Die letzte Technologie-Demonstration aus Januar 2013 (Video) offenbarte sehr gute Reaktionszeiten und eine ordentliche Anzeigequalität. Kollege Nate merkte damals  richtigerweise an, die Farbbrillanz sei nicht ganz auf dem Niveau von modernen High-End-Panels in Smartphones und Tablets.

Im Vergleich zu aktullen farbigen E-Ink-Panels (E-Ink Triton, will Pocketbook in einem Color-Reader verbauen), die nur 4096 Farben anzeigen, scheint Liquavista aber deutlich weiter. Amazon könnte sich mit einer eigenen Display-Sparte einen weiteren Baustein der Fertigungskette sichern und noch preisaggressiver zu Werke gehen – neben dem entfallenen Zulieferer sollen Liquavista-Panels in der Produktion sehr viel günstiger sein als E-Ink.

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Kommentare


Kris Kelvin 23. März 2013 um 18:03

Der Kontrast von farbigem E-Paper ist auch nicht auf dem Niveau von farbigem Papier oder von monochromem E-Paper. Das liegt an dem Umstand, das farbige Bildschirme Farben immer mit additiver Farbmischung (farbigen Subpixeln) erzeugen. Dadurch muss z.B. für die Darstellung der Farbe rot zwei Drittel der Displayfläche schwarz geschaltet werden, das heißt nur ein Drittel der Displayfläche reflektiert Licht. Das macht die Darstellung dunkler und kontrastärmer. Bei der Darstellung der Farbe weiß muss auch additive Farbmischung verwendet werden. Da werden zwar keine Subpixel opak geschaltet, aber im Gegensatz zu monochromem E-Paper oder zu normalem Papier werden große Teile des Farbspektrums absorbiert, weil jeder Subpixel nur “seinen” Teil des Spektrums (entweder rot, grün oder blau) reflektiert. Das resultiert wieder in einer stark verminderten Reflektivität.

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Amazon kauft Liquavista – farbiger Kindle am Horizont » Debatte, eReader » lesen.net 13. Mai 2013 um 20:58

[…] sich Samsung gerne von Liquavista trennen will und mit Amazon über eine Übernahme verhandelt, gab es bereits Ende März. Das holländische Unternehmen nennt seine E-Paper-Technik „Electrowetting”. Die Produktion […]

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