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Farbige E-Paper kommen, aber erst (ab) 2011

mirasolAuf der diesjährigen Ifa wurden zahlreiche eBook Reader mit teils neuartigen Features (Acer LumiRead: ISBN-Scanner) präsentiert, die nahezu durchweg im kommenden Weihnachtsgeschäft im die Gunst von Lesefreunden punkten wollen. Eine ursprünglich ebenfalls für 2010 angekündigte Innovation fehlte allerdings in den Berliner Messehallen: Farbiges elektronisches Papier.

Die New York Times brachte in ihrer Wochenendausgabe einen umfangreichen Überblick zum Thema „Farbiges Lesen“,  fragte dabei auch bei Industrie und Marktforschung nach dem Stand der Dinge. Erkenntnis: In amerikanischen und asiatischen Entwicklungsabteilungen wird fleissig an reflektiven Farbdisplays (=ohne Hintergrundbeleuchtung) gearbeitet; im Fall von Qualcomm’s Mirasol-Technologie sollen sogar noch im September die ersten Panels an Hersteller ausgeliefert werden. Im Handel werden Lesegeräte mit Mirasol-Display aber nicht vor Anfang 2011 zu finden sein, so ein Qualcomm-Sprecher zur New York Times.

191873-pvi_smaller_color_screen_350Ähnlich verhält es sich wohl beim Platzhirsch PVI/E-Ink. Interessierte Hersteller – allen voran Hanvon – werden hier sogar erst im späten Herbst mit Farbdisplays bedacht, womit ein Verkaufsstart entsprechend bestückter Lesegeräte noch in diesem Jahr de facto ausgeschlossen ist. Noch vor einem Monat hieß es aus Taiwan, Hanvon werde schon im 4. Quartal 2010 einen eBook Reader mit Pearl E-Ink Display plus Farbfilter auf den Markt bringen.

Die E-Ink Corporation nennt Bilderbücher und Cartoons als Textgattungen, für die eBook Reader mit Farbdisplay zunächst gekauft werden (könnten). Marktforscher schränken aber bereits ein: Farbe sei derzeit kein wesentlicher Featurewunsch für eBook Reader Interessierte/Nutzer, die Innovation werde insbesondere durch Erwartungen der Industrie vorangetrieben.

Ob tatsächlich eine relevante Nachfrage nach Lesegeräten mit Farbdisplay besteht, wird zum einen Pricing, zum anderen von der Qualität entsprechend ausgestatteter Devices abhängen. Mit den neuen Pearl E-Ink Panels (unter anderem im Kindle 3 und den neuen Sony Readern) wurde die Messlatte in Sachen Textdarstellung noch ein bisschen höher gelegt: Wer sich heutzutage bewusst für einen dedizierten eBook Reader (und gegen ein multifunktionales Tablet) entscheidet, möchte auch die damit verbundenen Vorzüge – Formfaktor, Textanzeige, Akkulaufzeit – auskosten; müssten hier für Farbdisplays Kompromisse gemacht werden, wird die Nachfrage ausbleiben.

Immerhin: Erste Technologiedemos sehen höchst vielversprechend aus. Kollege JKK hat gerade erst auf einer Fachmesse einen neuen Mirasol-Prototype in die Hände bekommen – die Bildschirmqualität und -responsezeit spricht für sich.

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Kommentare


Aaron 13. September 2010 um 21:39

Wow … das ist ja unglaublich.
Aber ich kann mir kaum vorstellen das solche Reader schon 2011 in Deutschland erscheinen. Solch riesigen Technologiesprünge gibts doch sonst nicht auf dem Markt – so zumindest mein Empfinden.

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hans1247 13. September 2010 um 22:17

Sehe das auch So wie Aaron.
Die Technik wird mMn nicht vor 2014 zum Preis eines aktuellen Kindles kommen.
Die ersten Geräte werden wahrscheinlich deutlich die 1000€ Grenze knacken.

Trotzdem sehr interessant, wie schnell hier Fortschritte gemacht werden.

Interessant ist das aber wohl nur „live“, auf dem Video erkenne zumindest ich keinen Unterschied zu einem LCD ;)

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Till 13. September 2010 um 22:39

Ich liebe den finnischen Akzent vom dem Sprecher, super cool.

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R 14. September 2010 um 01:31

Wie schon in früheren Videos fällt mir am Mirasol negativ auf, daß es sehr lichthungrig zu sein scheint.
Wo kein kräftiges Licht direkt auf den Bildschirm fällt, bleibt dieser zappenduster.

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microm 14. September 2010 um 08:40

Das Mirasol Display ist ja schon ‚ewig‘ in der Entwicklung. Das im Video vorgestellte Teil gab’s schon vor einem geschätzten Jahr (oder länger) zu sehen.

Ich frage mich, was es da für Schwierigkeiten gibt, die den Marktstart verhindern. Sind es technische oder bürokratische Hürden?

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Gucky 14. September 2010 um 09:05

Wahrscheinlich beides. Technisch ist es sicher schon eine Herausforderung aber wahrscheinlich treibt man es nicht mit aller Kraft voran wenn die potentiellen Kauefer fehlen. Ich koennte mir auch vorstellen das viele der vorgesehnen Hersteller erstmal abwarten was auf dem Tabletmarkt passiert. Viele haben ja eigne Plannungen dafuer und wuerden sich dann moeglicherweise den Markt kaputt machen.
Also ich wuerde mir so ein Geraet aufjeden Fall mal naeher ansehen und bei Gefallen auch kaufen. Das haengt natuerlich dann entschieden von den technischen Parametern ab und der Preis ist auch nicht unwichtig. Wenn ich fuers gleiche ein Tablet bekomme wird es schon schwierig.
Sind mit den Farbdisplays eigentlich Formatprobleme zuerwarten?

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Bigboo73 14. September 2010 um 16:12

ich denke mal es gibt auch bei diesen Displays noch Probleme mit dem Stromverbrauch. Was sollte es denn sonst sein? Es kann nur Herstellungspreis und/oder Stromverbrauch sein.

Ich könnte mir das schon gut vorstellen, das mein IPad so ein Display hätte, dann könnte man auch im Sonnenlicht damit was anfangen.

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Jonny 16. September 2010 um 05:04

„Farbe sei derzeit kein wesentlicher Featurewunsch für eBook Reader Interessierte/Nutzer“
Bidde?!
Farbe ist ja mal das Uberfeature!
Gerade im Zusammenhang mit der wachsenden Größe von Displays erschließt sich da eine neue Käuferschicht- diejenigen, die bisher wegen der mangelnden zumindest unkomfortablen Darstellung von pdfs komplett weg von sind von Ereadern.
Ich geb echt net gerne Geld aus :).
Aber gebt mir ein flexibles Farbdisplay > 8 Zoll, auch gerne ohne Wlan, 3G, BT Schnickschnack und ich geb gerne dafür 400€ aus und mit nem Ziehen in der Magengegend auch ein bissl mehr.
Für den tpyischen Leser, der bisher zufrieden war, ist natürlich Farbe kein Haupt-Argument- aber der ist ja auch schon bedient, also warum ihn fragen?
Man will ja neue Leute erreichen.
Es gibt so viele Bücher, die als pdfs kommen, gerade Lehrbücher und Magazine mit Farbdarstellungen, die sind am LCD hart zu lesen auf die Dauer- und dafür wär ein relativ großes Display auch noch in Farbe einfach DER Bringer schlechthin.
Das mit der Umfrage sind bestimmt die gleichen Marktforscher gewesen, die auch gesagt haben, für einen Tablet-PC ohne USB Anschluss gibt’s keine Nachfrage…
Wenn der Preis in humane Sphären kommt, dann ist ein Farbdisplay mit > 8 Zoll
für viele Leute, der eine Reader den sie kaufen werden.
Selbst wenn sie 90% epub Romane lesen, werden sie sich für die 10% an Dokumenten mit Farbdarstellungen dann diesen Reader holen.
Aber eins ist klar: Es kommt auf das Gesamtpaket an, er darf nicht exorbitant viel kosten, er darf nicht übermäßig beschränkt sein in den Formaten a la Kindle.
Und meiner Meinung nach ein Muss ist für alle Reader nicht nur für Farb-Displays, dass sie noch robuster werden, bzw. flexibler.
Quasi der Skiff in Farbe.
Ich zB hab grad keinen Bock mir nen SW PB 902 zu kaufen für 400€ und wenn ich das Ding schief anschaue, bricht der Screen.
Mir können da alle sonstwas erzählen, Robustheit ist bei einem Glasscreen sehr relativ, gerade bei einem Gerät in der Größe, und bei einem recht hohen Anschaffungspreis kann man da nicht einfach drüber hinwegsehen.

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André 16. September 2010 um 16:04

Meiner Einschätzung nach werden sich E-Reader erst auf breiter Front durchsetzen, wenn solche farbigen Displays verfügbar sind. Wichtig wäre vor allem ein niedriger Preis und eine mit Magazinen vergleichbare Displaygröße: 10-12 Zoll – evtl. flexibel oder klappbar – zu einem Preis von unter 100 Euro und ab geht die Post.

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R 16. September 2010 um 21:35

Klar,
um damit elektronsch Zeitschriften zu lesen, wäre es ideal!
Ich gehe mal einfach davon aus, daß das die mittelferne Zukunft sein wird!

Bis dahin müssen eben schwarz-weiß e-ink und LCD den Weg bereiten…

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Buchmesse 2010 eBook Roundup » Debatte » lesen.net 10. Oktober 2010 um 23:04

[…] (Wireless Anbindung an Content Stores mit möglichst vielen möglichst aktuellen Titeln). Dedizierte Lesegeräte mit Farbdisplay fanden ebenso wenig ihren Weg nach Frankfurt wie Hybrid-Panels a là Pixel […]

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