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Gerücht: Barnes & Noble stellt Nook 3G ein

101539916_43c178e553Bewegung in der hart umkämpften amerikanischen eBook Reader Landschaft: Barnes & Noble soll seinen Nook 3G+WLAN gegenwärtig abverkaufen, glaubt man den Kollegen von Engadget beziehungsweise ihrer nicht näher genannten Quelle. Demnach gebe es keine ausreichende Nachfrage mehr nach dem Ende 2009 eingeführten „Urmodell“, dem zwischenzeitlich eine günstigere WiFi only Ausführung sowie der bunte Nook Color folgten.

Der Nook 3G+WLAN kostete ursprünglich 259 US-Dollar – schon dieser Preis war als Kampfansage an Platzhirsch Amazon zu verstehen, die ihren Kindle im direkten Gegenzug deutlich reduzierten. Infolge weiterer Preisrutsche ist der Nook 3G+WLAN zwischenzeitlich auf gerade einmal 199 US-Dollar verbilligt worden, das WLAN-Modell geht für 149 US-Dollar über die Ladentheken der Buchhandelskette – jeweils 10 US-Dollar mehr als ebenso konnektive Kindles oder Kobo Reader vom Filialisten Borders.

barnes-and-noble-nook-2-600x921Auf diesem Preisniveau ist mit der Hardware kein Geld mehr zu verdienen. Cnet verweist auf Insider, nach denen Barnes & Noble bei jedem verkauften Nook sogar draufzahlt – ein möglicher Grund, warum das Unternehmen die Kampfpreise der Konkurrenz zuletzt nicht mehr vollumfänglich kontern konnte oder mochte. Möglicherweise besonders unwirtschaftlich, in jedem Fall aber vergleichsweise wenig beliebt ist das 200 US-Dollar kostende Top End Modell mit ortsungebundener Anbindung an den Barnes & Noble eBook Store; für anderes ist das 3G-Modem (anders als beim Kindle 3G) allerdings nicht zu gebrauchen.

In Zeiten, wo WLAN-Router in den meisten Haushalten Einzug erhalten haben und unterwegs in vielen Restaurants und Cafès ein offener Hotspot offeriert wird, wird die 3G-Funktionalität immer mehr entbehrlich. Im konkreten Fall hat Barnes & Noble diesen Umstand sogar forciert, indem über das über die Hotspots in B&N Buchhandlungen exklusive Gratis-Inhalte und Sonderangebote verfügbar sind (More in Store).

nook-color-press-homescreen-rm-engDer E-Ink Nook hat (anders als das exzellent bewertete und äußerst beliebte LCD-Modell Nook Color) im vergangenen Weihnachtsgeschäft ohnehin einen schweren Stand gehabt; anders als die Konkurrenzmodelle von Amazon und Sony hat der Nook noch ein „altes“ E-Ink Panel mit im Vergleich zur Pearl-Generation schlechteren Kontrasten und längeren Blätterzeiten. Beim im Laufe des Jahres erfolgenden Modellupgrade deutet nun vieles auf eine Fokussierung der Buchhandelskette auf nur noch einen „echten“ eBook Reader hin.

Über die hiesige Nachfrage nach „totaler Konnektivität“ lässt sich noch recht wenig sagen; grundsätzlich ist die WLAN-Versorgung bei uns ähnlich vollumpfänglich wie in den USA, so dass der Bedarf an einer Mobilfunkanbindung beziehungsweise die zusätzliche Zahlungsbereitschaft wohl eher überschaubar bleibt. Hinsichtlich der über lesen.net seit Sommer 2010 verkaufte Kindles stehen WLAN- und WLAN-3G-Modell etwa im Verhältnis 3:1, wobei in diesem speziellen Fall aber auch die mäßige Qualität des Kindle Stores für deutsche Lesefreunde eine Rolle spielt – viele deutschsprachige Kindle-Nutzer werden das Lesegerät vor allem übers USB-Kabel befüllen und haben somit wenig Bedarf an einer erweiterten Wireless Connectivity. Die allesamt in diesen Tagen an den Start gehenden Oyo 3G+WLAN, Acer Lumiread 3G+WLAN sowie die Pocketbooks 603 und 903 beziehungsweise ihre Verkaufszahlen werden wohl entscheidend dafür sein, ob 3G-Reader hierzulande die Regel werden oder ein Nischendasein fristen.

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Kommentare


Thomas Knip 25. Januar 2011 um 17:28

„vollumpfänglich“? Ich gehe mal davon aus, dass du „vollumfänglich“ meinst.

Das allerdings kann man ganz klar verneinen.
Ich musste am Wochenende bei meinem Besuch im ‚Ländle‘ nach Stuttgart reinfahren, um einen freien WLAN-Hotspot bei Starbuck’s zu bekommen; in der 90.000-Einwohner-Stadt nebenan war der nämlich nicht zu finden …

3G macht technisch Sinn. Es ist nur die Frage, wie viele Kunden immer und überall online gehen wollen.
Oder ob den meisten es nicht doch vollkommen ausreicht, zu Hause über WLAN ins Netz zu gehen oder sich die eBooks über USB zu ziehen.

Die WiFi-Varianten sind also nicht zwingend wegen ihrer Technik beliebter. Sie sind vor allem eines: deutlich günstiger, und DAS wird der Hauptgrund für das Verhältnis verkaufter Geräte sein.

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Rudi 26. Januar 2011 um 09:35

Ich denke auch, dass das Kosten/Nutzen-Verhältniss bei den 3G Modellen eher mau aussieht. Nachdem die schöne Szene ‚Ich kann mir irgendwo auf dem freien Feld ein Buch kaufen‘ mal etwas verblasst ist, kommt doch die Realität durch, dass die Ereignisse ’neues Buch kaufen wollen‘ und ‚keine Verbindungsmöglichkeit in/mit vertretbarer/m Zeit/Aufwand‘ sehr selten zusammenfallen. Mal ehrlich, wer ist denn ständig im Urlaub weit weg von Internet?

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Dominik 26. Januar 2011 um 10:34

Hhm, Johannes, dieser Bericht ist aber mal dürftig…

Seit dem letzten Software-Update auf Verson 1.5 (Oktober oder November 2010) sind Kontrastunterschiede zum Kindle3 oder den neuen Sony-Modellen nur noch im direkten Vergleich erkennbar. Mit direkter Vergleich ist gemeint: beide Geräte nebeneinander und zusammen mit einer einzigen Aufnahme fotografieren, am Computer dann die Texte direkt nebeneinander schieben. Dann, und nur dann, fällt auf: das Pearl-Display ist minimal schwärzer, dafür ist der Hintergrund aber auch dunkler (und vom Farbton her eher ein Taschenrechner-LCD-Grau wogegen der Hintergrund des nook eher ein papierähnliches Beige-Grau ist).

Ebenfalls seit dem letzten Update steht die Blättergeschwindigkeit dem Kindle3 in nichts nach.

Dass das 3G-Modell eingestellt wird, dürfte an den Verkaufszahlen liegen. Wenn man sich in Foren umsieht, stellt man fest, dass die Leute fast nur noch das nur-WiFi-Modell kaufen, da ist vielleicht mal einer von Hundert, der das 3G-Modell genommen hat. Angesicht von 50 Euro Preisunterschied nicht verwunderlich, denn auch in den USA sind eReader-Besitzer meist auch Smartphone-Besitzer (die in der Regel auch über einen Datentarif verfügen) und so per WiFi-Tethering jedes WiFi-Gerät mit 3G-Konnektivität ausrüsten können.

Da die SIM im 3G-Modell nur innerhalb des AT&T-Netzes funktioniert (also innerhalb der USA), werden die international verkauften Geräte zu nahezu 100 % die nur-Wifi-Modelle sein. Zwar kann man in einem gerooteten nook jede SIM-Karte benutzen (und damit dann mit dem Browser natürlich auch auf alle Webseiten zugreifen), aber auch das ist in Zeiten von Wifi-Tethering ziemlich sinnfrei.

Mal eben unterwegs (abseits von WLAN) ein Buch kaufen wird zwar immer feierlich proklamiert, macht die Mehrheit aber auch nur ein einziges Mal, um es mal auszuprobieren. Dafür werden Bücher einfach nicht schnell genug konsumiert. Und der Vielleser kauft Bücher nicht einzeln, der kauft in der Regel mehrere Bücher auf einmal. Davon abgesehen sind die Onboard-Shop aufgrund der langsamen eInk-Displays (im Vergleich zu LCD) ohnehin schon träge, die bremst man ungern noch zusätzlich durch 3G aus, wenn man auch auf WLAN zurückgreifen kann.

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Rudi 26. Januar 2011 um 11:14

Ho ho, ganz ruhig Brauner.
Eher Zweifel auf cnet.com und ein Update noch dazu.
>>Update: A Barnes & Noble rep told us that the Nook 3G sold very well during the holidays and remains on sale both in Barnes & Noble stores and in its retail partners stores. She would not comment on the Nook „roadmap“ going forward.<<
Alles wird gut!!!

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