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Gvido: Dual Screen 13,3″ Anzeigegerät für Musiknoten

Mit zwei zusammenklappbaren 13,3″ E-Ink-Mobius-Displays will das japanische Unternehmen Terrada die Herzen von Musikern auf aller Welt erobern. Beim Gvido hat auch E-Reading-Pionier Sony indirekt seine Finger im Spiel, hinter dem vielversprechenden Gerät stehen aber noch einige Fragezeichen.

Wenn der E-Ink-Corporation das Endgerät eines Kunden eine eigene Pressemitteilung wert ist, lohnt sich ein genauerer Blick. Und der ist beim Gvido allemal gerechtfertigt. Erstmals werden hier zwei flexible 13,3″ E-Ink-Mobius-Displays in einem Gerät verbaut.

Anzeige von zwei Din-A4-Seiten

Bildschirmfoto 2016-06-14 um 12.03.14Dedizierter Nutzungszweck ist die Anzeige von Musiknoten, die schon heute zunehmend nicht mehr klassisch von flattrigem Papier, sondern digital abgelesen werden. Häufig liegt ein großformatiges Tablet quer auf dem Pult, geblättert wird über mittels Bluetooth verbundene Pedale. Dem gegenüber verspricht der Gvido deutlich mehr Anzeigefläche: Ein 13,3″ E-Ink-Mobius-Display ist beinahe so groß wie eine Din-A4-Seite (14,1″) und kann eine ebensolche entsprechend gut lesbar darstellen. Mit einem Gewicht von nur 650 Gramm macht sich der Gvido auch im Reisegepäck nicht allzu negativ bemerkbar.

Der Gvido unterstützt PDF-Dateien, die im internen Speicher oder auf einer microSD-Karte liegen können und auch über WLAN aufs Gerät kommen. Der japanische Hersteller Terrada kündigte bereits die Implementierung eines Online Store zum Bezug von Noten an. Dank Bluetooth-Modul sind auch Pedale und dergleichen koppelbar. Die beiden E-Ink-Mobius-Displays sind nicht beleuchtet oder berührungsempfindlich, über den beiliegenden Wacom-Pen können aber auf beiden Screens Eingaben und Bearbeitungen vorgenommen werden.

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Sein Debüt feierte der Gvido vor 10 Tagen auf einer Musikmesse in Cannes, wo ein Prototyp des Geräts zu sehen war. Die Produktion soll der japanischen Fachseite AV Watch zufolge in Fabriken von Sony erfolgen. Terrada-Chefentwickler Fujio Noguchi war früher in der E-Reading-Sparte von Sony tätig und hatte auch seine Finger beim Sony DPT-S1 im Spiel, einem 13,3″ E-Ink-Mobius-Gerät für den Bildungsbereich. Die beiden japanischen Unternehmen Sony und Terrada sind allerdings nicht direkt miteinander verbunden.

Kein Preis, kein Erscheinungsdatum

Der Gvido ist weit mehr als eine bloße Konzeptstudie, trotzdem stehen zwei große Fragezeichen hinter dem Gerät. Fragezeichen Nummer 1 ist der Preis, Fragezeichen Nummer 2 ist das Erscheinungsdatum. Zu beiden Punkten machen E-Ink und Terrada nicht einmal ungefähre Angaben, was doch eher ungewöhnlich ist.

Das Fachblog The Digital Reader weist darauf hin, in der Vergangenheit hätten sich schon einige angekündigte Dual-Screen-Geräte als Luftnummern erwiesen. Prominentestes Beispiel hier ist sicherlich der Microsoft Courier. Andererseits ist die Nachfrage für ein großformatiges und trotzdem handliches Notenanzeigegerät definitiv da, und viele professionelle Musiker wären auch bereit, dafür verhältnismäßig tief in die Tasche zu greifen. In sofern stehen die Chancen recht gut, dass wir den Gvido auch tatsächlich im (Fach-)Handel sehen werden.

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Kommentare


gerd 28. Juli 2017 um 12:43

Hallo,
kann ich damit jedes musikstück, welches als pdf z.B. auf einem Laptop abgespeichert ist, einfach auf diesen Reader übertragen?

Antworten

Cat 13. März 2018 um 14:48

Was ist nun aus dieser Ankündigung geworden? Gibt es das Wundergerät schon zu kaufen? Ich nutze seit über 1 Jahr das Onyx Boox Max, bin aber nicht so glücklich, weil es bei manchen eigescannten Noten ewig braucht, um die pdfs zu öffnen und Seiten umzublättern. So lange Pausen kann ich einfach nicht einlegen!

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