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iRex vor dem Aus

irex_logoDer holländische eBook Reader Pionier iRex – 2006 aus dem Elektronikunternehmen Philips heraus gegründet – ist offenbar zahlungsunfähig. Dem örtlichen Wirtschaftsticker fd.nl zufolge hat iRex bereits am Dienstag einen Insolvenzantrag gestellt, die Zukunft des Unternehmens und seiner innovativen Lesegeräte ist völlig offen.

dr1000_landscapeiRex hat im Jahr 2006 mit dem iRex iLiad das erste komerzielle Lesegerät in den Handel gebracht, welches Hervorhebungen und Notizen im Text zuließ; dank eines eigens entwickelten Displaycontrollers hatten die Eindhovener schon damals 16 Graustufen auf dem Display und einmalig niedrige Blätterzeiten. Neben dem Nachfolgemodell iREx iLiad 2 erfreut sich insbesondere der 2008 heraus gekommene  Zehn-Zoller iRex DR1000S (Bild) nach wie vor einiger Beliebtheit in Geschäftskreisen – der fast 800 Euro teure Business-Reader ist praktisch konkurrenzlos.

Ende 2009 sollte mit dem zunächst in den USA erscheinenden iRex DR800SG dann erstmals Endverbraucher ins Visier genommen werden – Kooperationsabkommen mit Barnes & Noble sowie dem digitalen Zeitungskiosk Newspaper Direct waren bereits geschlossen, als Vertriebspartner konnte der Elektronikhändler Bestbuy gewonnen werden.

irex_side_view_2_lDoch die Markteinführung verzögerte sich; iRex-Chef Hans Brons macht dafür gegenüber fd.nl die amerikanische Prüfbehörde FCC verantwortlich, die dem mit $399 veranschlagten Acht-Zoller eine Verkaufsgenehmigung für die USA lange vorenthielten. Das lukrative Weihnachtsgeschäft wurde verpasst, die finanzielle Situation spitzte sich zu.

Ob und wie es mit iRex weitergeht, steht nun in den Sternen: Hans Brons beschreibt die Situation als „sicherlich nicht hoffnungslos“, verweist aber im gleichen Atemzug auf komplett leere Kassen und das nach wie vor schwächelnde US-Geschäft (hier wird der iRex DR800SG seit Februar verkauft). Auf den deutschen Markt kann und wird der Hersteller keine großen Hoffnungen setzen: Das hierzulande als iRex DR800S (Testbericht) verkaufte Modell kostet happige 499 Euro, bringt anders als die US-Ausführung nicht einmal ein 3G-Modul mit – schon in der „vor-iPad-Zeit“ ein schlechter Deal.

Überhaupt sah sich iRex wie wohl kein zweiter Hersteller vom Tablet-Boom bedroht: Die traditionell hochpreisigen und großformatigen Arbeitsgeräte der Holländer richteten sich zuletzt an eine immer kleiner werdende Nische. Zudem ist der jüngste Focus auf den hart umkämpften US-Markt zu hinterfragen: Acer etwa legt seinen Hauptaugenmerk beim Acer LumiRead erst einmal auf die übersichtlicheren Märkte in Europa und Fernost.

<via eReaders.nl / Mehr: Slashgear>

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Kommentare


Overspice 10. Juni 2010 um 13:22

Oh das ist ja schade. Ich besitze immer noch den Iliad der ersten Generation und wegen der 8″ Größe ziemlich zufrieden.
Schade eigentlich aber vielleicht kann man ja im Insolvenzverkauf einen neuen 8″ iLiad für wenig Geld ergattern.

Halt uns bitte auf dem Laufenden, wie es da weiter geht.

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Bigboo73 10. Juni 2010 um 14:02

ja schade, aber ich war wegen dem DR800SG auch etwas enttäuscht, gerade vom Preis und den Features der ersten Version.

Man kann nur hoffen das sich ein anderes Großunternehmen als Käufer findet und man den DR800SG evtl. in abgewandelter Form und einem marktgerechteren Preis wieder findet. Pioniere waren sie alle mal!

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paradoxus 10. Juni 2010 um 14:09

Schade um einen großformatigen Reader, aber ein Erfolg des Marktes: hätte diese unverschämte Modell- und Preispolitik gefruchtet, hätte ich mir mehr Sorgen gemacht :-)

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microm 10. Juni 2010 um 14:35

Ich denke an all die, die sich trotz aller Hindernisse und des exorbitanten Preises einen DR800SG gekauft haben in der Hoffnung gewisse wichtige Features in einem späteren Firmware-Upgrade nachgereicht zu bekommen.

Die tun mir leid.

Ob iRex nun selber etwas dafür kann oder nicht – es bleibt die Tatsache das iRex mit seiner – nicht vorhandenen – Informationspolitik bzw Kundennähe viele potenzielle Käufer (auch mich) erfolgreich in die Flucht geschlagen hat.
Ich gewann schließlich den Eindruck: die wollen eigentlich gar nichts verkaufen.

Was bin ich froh, das ich mich schließlich für einen anderen Hersteller entschieden habe.

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ikda 10. Juni 2010 um 21:12

Schade, also der DR800S ist eigentlich genial, wie gut dass ich noch einen bekommen habe :). Ich will auch gar kein WLAN. Inzwischen ist die Firmware Beta auf der Seite zugreifbar und das Notizen machen funktioniert auch. Ich kenne zumindest keinen anderen eBook Reader der die Funktionalität mit Notizen machen und epub lesen bisher anbietet. Die Notizen kann man allerdings noch nicht verwertbar vom Device ziehen…

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Stefan 11. Juni 2010 um 08:45

Zur Feststellung von Ikda; es gibt sehr wohl einen Hersteller,der Notizfunktion und dessen Verarbeitung auf einen PC zulässt: Hanvon und deren ebook Reader N518! Damit lassen sich auf dem Gerät erstellte Notizen auf dem PC übertragen und bearbeiten. Ich finde es immer schade,wenn nur die großen Hersteller angeschaut werden,wo es doch soviele andere mit inovativen Funktionen gibt.

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paradoxus 11. Juni 2010 um 09:07

@ikda Ich würde mal sagen: Deine Beschreibung ist sicher mit *ein* Grund dafür, dass iRex diese Probleme hat… wie lange ist der DR800S auf dem Markt? Was hat er gekostet? Und das Key-Feature (Notizen) funktioniert nicht? Aber immerhin gibt es eine FW *Beta*. Wow.

Ich hoffe mal, die Ukrainer schaffen das, was der Philips-Ableger nie schaffte: einen preiswerten, funktionsfähigen E-Reader mit dem man auch größere PDF lesen kann, auf den Markt zu bringen.

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Monty 11. Juni 2010 um 10:19

tja, wirklich schade, vielleicht kein schlechtes Gerät, aber bei dem entstandenen Markt hätte man die Augen offener halten und darauf reagieren können – ich hatte meins auch auf einen Irex geworfen – aber da gibt es einiges an konkurrenzprodukten…

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Bigboo73 11. Juni 2010 um 14:45

@ikda da muss ich Stefan zustimmen!

Ich hab mir den Hanvon N518 zugelegt, klar ist er nur 5″ aber ich bin sowohl mit der Notizfunktion als auch mit epubs sehr zufrieden, seit der letzten Firmware version sind auch PDFs besser lesbar, Buchformat sieht super aus, größere dank reflow und einigen anderen Anpassungen besser. PDFs können mittlerweile auch mit Anmerkungen versehen werden.

Ich konnte sogar ein 80MB PDF öffnen hat nur etwas gedauert ;)

Das gleich gerät in 8″ und einer höheren Auflösung, hätte eigentlich der DR800SG sein müssen, naja vieleicht bring Hanvon auch mal ein 8″ raus.

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AJ 12. Juni 2010 um 21:49

ganz ehrlich, da hab ich schon etwas Schadenfreude:

Wer als europäisches Unternehmen den europäischen Kunden ein Modell mit schlechteren Features für 499 EUR und es in den USA mit voller Funktionsfähigkeit für 399 USD anbietet, hat es gar nicht anders verdient!

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Thomas Russnak 15. Juni 2010 um 14:37

Ich bin mit dem DR 1000 S sehr zufrieden. Als Lesegerät für PDF und Zeitungen perfekt !! Die Software ist allerdings mehr als überholungsbedürftig. Das langersehnte Beta 2 Update streicht gar altbewährte Funktionen !!?? Mit solch einer Firmenpolitik kann nur die Insolvenz übrig bleiben !

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