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iRiver Cover Story angefasst

iriver-cover-story-2Vorerst wohl doch ohne große Buchhandelskette, aber mit einigen innovativen Produktideen bringt iRiver in diesen Tagen seinen zweiten eBook Reader an den Verkauf. Der iRiver Cover Story – im August zum ersten mal hier vorgestellt – weiß mit einem durchdachten Navigationskonzept,  einem überzeugenden E-Mail Client und (damit verbundenen) komfortablen Exportoptionen zu gefallen; allerdings gibt es auch Schattenseiten.

Analog zu Thalias Oyo fällt der iRiver Cover Story angesichts von 6″ Bildschirmdiagonale äußerst kompakt aus. Die Navigation erfolgt zum einen durch eine seitlich angebrachte Steuerwippe mit insgesamt vier Tasten (2x Blättern, Zurück, Bestätigung), zum anderen über das berührungsempfindliche Display. Die Steuerung und insbesondere das Blättern geschieht dabei noch eine Spur intuitiver als beim Oyo – eine Hand ruht in der Regel ohnehin auf Höhe der Wippe, welche dank der länglichen Bauform für Hände verschiedenster Größe ergonomisch vorbildlich nutzbar ist.

iriver-cover-story-4Beim Vizplex E-Ink Panel handelt es sich leider „nur“ um einen konventionellen resistiven Touchscreen, wie er auch im Sony Reader PRS-600 und Pocketbook 302 verbaut ist. Folge: Deutliche Spiegelungen und relativ schlechte Kontraste. Die qualitative Differenz zu den neuartigen optischen (Infrarot-)Touchscreens von Sony Reader PRS-350/PRS-650 ist im wahrsten Sinne des Wortes offensichtlich; wer schon auf einem solchen berührungsempfindlichen Bildschirm oder auch auf einem Kindle 3 gelesen hat, wird sich mit dem iRiver Cover Story schwertun.

Funktional lässt sich mit dem Sechs-Zoller allerhand anstellen: Wie schon das Vormodell iRiver Story hat auch der Cover Story einen Voice Recorder an Bord, ermöglicht außerdem die Anlage von Notizen und Highlights direkt im Text. Die neu hinzu gekommene Touch-Funktion ausnutzend, können jetzt auch beliebige Teile einer Seite als Bild gespeichert werden. Besonders gelungen sind hier die Exportmöglichkeiten: Memos wie „Screenshots“ können beim WiFi-Modell aus dem Content heraus per E-Mail versendet werden. Damit ist der Cover Story unseres Wissens der erste eBook Reader, bei dem für den Export von Anmerkungen keine PC-Verbindung via USB-Kabel erforderlich ist – ein deutlicher Zeit- und Komfortvorteil.

iriver-cover-story-1Über einen vollwertigen Web-Browser verfügt der Cover Story mit WiFi nicht, wohl aber über einen integrierten eBook Store. Wer hierzulande die Inhalte für den Shop beisteuert, wurde bislang noch nicht publik; eine Möglichkeit wäre Libri, die den Reader bereits im Sortiment und mit ihrer eBookS-Plattform das passende Geschäftsmodell haben. Unklar ist aktuell auch noch, wieviel die WiFi-Ausführung kosten wird: Gegenwärtig ist nur das Basismodell vorbestellbar, schlägt mit 219 Euro zu Buche; die Auslieferung läuft am 23.Oktober an. Der WiFi-Reader sollte eigentlich zur Frankfurter Buchmesse bepreist und ausgerollt werden (das Video unten wurde auf der Ifa Anfang September aufgenommen), lässt aber noch auf sich warten.

Auch der iRiver Cover Story Basic könnte ein attraktives Lesegerät sein, mit seiner Ausstattung etwa dem Sony Reader PRS-650 Konkurrenz machen. Dem schicken Äußeren und der gelungenen Usability steht allerdings ein inzwischen einfach nicht mehr zeitgemäßer resistiver Touchscreen entgegen, welcher einen wesentlichen Vorteil dedizierter Lesegeräte gegenüber Surf-Tablets a là iPad – die gehobene Anzeigequalität – vollständig zunichte macht. Der Cover Story mit WiFi könnte über seinen funktionsstarken E-Mail Client trotzdem den einen oder anderen (geschäftlichen) Anwender für sich gewinnen, auch hier gilt es aber die Abhängigkeit vom Umgebungslicht bei der Kaufentscheidung mit einzubeziehen – zudem wird das Top End Modell wohl eher kein Schnäppchen.

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Kommentare


R 13. Oktober 2010 um 20:45

Schade, mit dem Display.
Dann lieber ganz auf Touch verzichten und nur mit den Tasten navigieren.
Müßte bei 4 Stück ja kein Problem sein, einfach als „Ja – Nein – Vor – Zurück“ belegen, und die Menüs so belegen wie bei den (in der Steuerung genialen) Nokia-Handys der mittleren 90er.

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carokann 13. Oktober 2010 um 23:18

Das war wohl nix. Rätselhaft – wieso man eine seit Jahren zu Recht verrissene Technologie einbauen konnte.
Gerade wenn sie Reader bauen sollten die Entwickler auch lesen können.

Flop!

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Alexander Schomburg 14. Oktober 2010 um 01:34

Unterstützen denn weitere Reader die Funktion Notizen via „Stift“ mit der PDF/.. abzuspeichern, und v.a. wie gut funktioniert das? Momentan ist der Kindle 3 mein Favorit, doch auch bei ihm ist mir nicht bekannt ob er diese Funktion unterstützt (oder via Firmwareupdate unterstützen wird).

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Monty 14. Oktober 2010 um 08:21

Pocketbook kann mit seinen touchscreen-readern (bisher 302, künftig 602/3 902/3) auch Markierungen und Notizen als bmp-bild abspeichern, bei pdf noch nicht probiert, bei epub öfter benutzt…

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Reinhard 14. Oktober 2010 um 09:55

habe deinen blog abonniert und freue mich über deine Berichte.
Ein kleiner Wermutstropfen sind die leider sehr vielen „aeh“ und „aehms“ in deinen Videos. Daran solltest du arbeiten. Sicherlich nicht einfach, da die Videos ja meist live auf Ausstellungen entstehen. Versuche mal bewusst statt aeh und aehm einfach ne pause zu machen …das stört wesentlich weniger.

keep up the good work !

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Jörn 14. Oktober 2010 um 15:02

@ aeh…nee…meine Reinhard…muss denn immer irgendwas kritisiert werden. Ich finde, Johannes macht das Bombe und ich ziehe seine Blogartikel oder Videos immer in meine Meinungsbildung mit ein. Das nervt mich gewaltig, dieses Rumgenörgle…..Johannes keep grooving!

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R 14. Oktober 2010 um 15:43

Genau, Johannes, keep on grooving and blogging…
Auch wenn Jörn´s Kritik per se nicht unberechtigt ist, sollte es Dich auf keineswegs von Deiner Tätigkeit abhalten.
Du machst das beispiellos! Und für eine Gratis-Leistung ist es qualitativ auf jeden Fall überdurchschnittlich!

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Cybook Orizon angefasst » eReader » lesen.net 14. Oktober 2010 um 18:37

[…] anders als bei Lesegeräten mit resistivem E-Ink Touchscreen (Sony Reader PRS-600, Pocketbook 302, iRiver Cover Story), wo massive Spiegelungen das Leseerlebnis trüben, geht die Textanzeige hier absolut in Ordnung. […]

Antworten

Jörn 14. Oktober 2010 um 19:00

@ R…du meinst hoffentlich Reinhatrds Kritik…und Schluss jetzt, mich stört, dass Menschen mit soviel Enthusiasmus mit so kleinlichen/peinlichen Argumenten belästigt werden. Ohne diese Seite wäre ich niemals zum Kindle gekommen…und auf der IFA habe ich den iRiver gesehen und getestet. Der Bericht/ die Berichte von Johannes sind immer sehr ausgewogen und versuchen wertneutral zu urteilen…und meiner Meinung macht das ne gute Seite aus. Und ein Produktvideo, live und vor Ort gemacht, dit is ne Wolke.

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Johannes 14. Oktober 2010 um 19:13

Danke für die netten Worte, freut mich natürlich zu lesen :) Wobei ich auch kein Problem mit konstruktiver Kritik wie von Reinhard geäußert habe (zumal er’s ja auch mit einem Lob verbunden hat)

Die Füll-„Ähs“ sind mir durchaus bewusst & ein Dorn im Auge, aber gerade auf Messen (Zeitdruck, Schlafmangel) leg‘ ich mir meinen Text halt natürlich überhaupt nicht zurecht und rede einfach drauf los, klar, dass es da zu Denkpausen kommt…dann einfach schweigen ist definitiv ’n 2do für mich.

Ciao
Johannes

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Oyo (Thalia) im Test » Topnews, eReader » lesen.net 26. Oktober 2010 um 17:15

[…] geschmökert werden – bei Geräten mit resistivem E-Ink Touchscreen (Pocketbook 302, iRiver Cover Story, Sony Reader PRS-600) geht das nur unter Anstrengung oder gar […]

Antworten

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