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Jay-Tech EB10: Sieben-Zoller für 119 Euro bei Schlecker

jaytechWie schon im letzten Jahr nimmt Schlecker zum Weihnachtsgeschäft wiederum einen eBook Reader in sein Sortiment – diesmal allerdings nicht mit E-Ink-, sondern mit LC-Display. Entsprechend kann die Drogeriemarktkette (>10.000 Filialen in Deutschland) ihren Jay-Tech EB10 recht aggressiv bepreisen: Mit 119 Euro gehört der Sieben-Zoller zu den günstigsten derzeit erhältlichen Lesegeräten (bzw. Devices, die als solche vermarktet werden). Im Gegenzug müssen bei Lesekomfort und Handling allerdings auch einige Kompromisse eingegangenen werden.

jaytech-2Das 7″ LC-Display vom EB10 des Mönchengladbacher Distributors Jay-Tech (hergestellt wird der Device natürlich in Fernost) löst nur 800x480px auf – für einen Bildschirmdurchmesser von 18cm ist das schon sehr wenig. Die Textanzeige ist damit ungleich pixeliger als etwa beim neuen Nook Color, der auf dieselbe Displayfläche 1024×600 Bildpunkte bringt (allerdings auch 250 US-Dollar kostet); E-Ink Reader haben – abgesehen von der per se augenfreundlicheren Bildschirmtechnologie ohne LED-Hintergrundbeleuchtung – schon bei 5″ Bildschirmdiagonale eine Auflösung von 800x600px.

Der Bildschirm vom EB10 ist außerdem nicht berührungsempfindlich: Die Steuerung erfolgt ähnlich wie beim Kindle 2 über einen Joystick sowie zwei Funktionstasten, zusätzliche seitliche Blättertasten erleichtern die Navigation im Buch. Bedingt duch den großen Bildschirm liegt der Jay-Tech EB10 mit 420 Gramm weiterhin ungleich schwerer in der Hand als dedizierte Lesegeräte der 5″- (150g-200g) oder 6″-(200g-280g)Klasse.

eBooks in den Formaten html, txt, pdb, fb2, pdf und epub können auf dem EB10 gelesen werden – letztgenannte optional mit Adobe Kopierschutz, womit auch aktuelle deutschsprachige Literatur den Weg in den 2 Gbyte Gerätespeicher findet. Darüber hinaus werden diverse Musik- und Filmformate unterstützt; Angaben zur Akkulaufzeit machen Jay-Tech/Schlecker nicht, deutlich mehr als fünf Stunden Unterhaltung werden aber wohl nicht drin sein.

archos-7-home-tabletFür 120 Euro gibt es neben dem Lesegerät ein USB-Kabel für Datenübertragung und Aufladung an PC/Mac, Netzladegerät, Schutztasche und eine gedruckte Bedienungsanleitung. Das Preis-Leistungsverhältnis vom Jay-Tech EB10 kann sich zweifellos sehen lassen, der Nutzwert des Sieben-Zollers ist aber sehr überschaubar: Wer auf der Suche nach einem extra Gerät zum Lesen ist, fährt mit E-Ink Devices (teilweise sogar noch günstiger zu haben) in vielerlei Hinsicht besser – Lesegeräte mit E-Paper Bildschirmen sind langatmiger, augenfreundlicher und in der Regel kleiner und leichter als das Jay-Tech EB10. Wem dagegen der Sinn nach Multimedia steht, hat mit einem vollwertigen und ebenfalls kaum teureren Android-Tablet mit WiFi-Modul ungleich mehr Anpassungs- und Erweiterungsmöglichkeiten im Bezug auf die eigenen Nutzungsbedürfnisse.

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Kommentare


R 30. Oktober 2010 um 02:26

Auch das Größenverhältnis Gehäuse zu Display ist ja erschütternd…

Ne, Schlecker, dat wird nüscht…

Antworten

Christoph 30. Oktober 2010 um 09:35

Na komm, das ist nicht fair.
Das Ding wird mit Tasten bedient und ist durch das 7″-Display sowieso schon gross.
Da brauch man auch Platz zum festhalten. Ein breiterer Rahmen ist dann nötig.
Sonst würden die Finger ja dauernd auf dem Bildschirm liegen.

Und für 119 Euro ist das sicher kein völliger Fehlkauf, wenn die Menüführung ordentlich gestaltet ist.
Die ganzen Android-Pads mit Resistiv-Touchscreen (d.h. reagiert auf Druck) sind sowieso nicht so toll zu bedienen.
Natürlich wäre die Verwendung von Metall, bei einem Gerät das man ständig in der Hand halten soll, sinnvoll. Aber bei solchen Preisen muss an jedem Cent gespart werden.

Gemessen an dem, was man verzollt und versteuert in Deutschland zu diesem Preis sonst noch so bekommen kann und noch dazu mit gültiger Garantie und Händlergewährleistung, ist das doch ein gutes Angebot.
Oder was geschieht mit den Android-Pads aus China, wenn ein Defekt auftritt?

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Natas 30. Oktober 2010 um 11:53

Normalerweise kann man ja davon ausgehen dass Hersteller die Anforderungen der Kunden bedienen. Und der scheint immer noch nach der einfachen Formel “Farbe” ist besser als “schwarz weiss” zu bewerten – wenn der Preis gleich ist.
Dass ein LCD zum Lesen schlechter geeignet sein soll/ist, scheint beim Kunden entweder noch nicht angekommen zu sein oder aber für viele keine Rolle zu spielen (Für 20 Minuten Strassenbahnweg zur Arbeit wird man eine Ermüdung der Augen kaum wahrnehmen).
Von daher werden wir uns wohl damit arrangieren müssen dass wir weiterhin mit derlei Übergangskrücken konfrontiert werden – bis Farb Ink Displays in ausreichender Stückzahl und (für Hersteller) akzeptablem Preis zu erhalten sind.
Und die Kunden müssen die (derzeit nur uns “Wissenden”) bekannten Merkmale (ermüdungsfreies Lesen und richtig lange Laufzeiten) erstmal kennenlernen um sie so nachzufragen dass es sich für Hersteller lohnt farbige EReader herzustellen. Es wurden anfangs ja auch LCDs ohne Full HD Auflösung verkauft obwohl Wissende schon recht früh wussten dass alles davor nur Übergangskrücken sein werden. Mittlerweile fragt jeder Hinz beim Kauf nach Full HD, auch wenn er daheim dann nur seinen DVBT Receiver und den VHS Recorder anschliesst…Und das ist was wir brauchen: Die Kunden müssen lange Laufzeiten und ermüdungsfreies Lesen nachfragen auch wenn Sie es eigentlich nicht brauchen. ;-)

Zur Fingerbedienung auf dem Display: Die find ich total überbewertet. Für häufig genutzte Funktionen (Seiten umblättern sollte auf einem Lesegerät ja häufiger vorkommen) sollten zumindest zusätzlich “Knöpfe” oder eine ähnliche direkte Technologie eingesetzt werden. Ich fänd ja eine Bedienung sensationell wo man statt auf dem Display mit kleinen Bewegungen auf dem Rand des Gerätes navigiert!
Vielleicht kommt so ein TeXtbeTRachtungsgerät ja irgendwann mal? :-)

Grüsse

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ck42 31. Oktober 2010 um 21:31

pearl biete für 169,- ein 7″ Android 2.2 Tablet ab Dezember an. Ob das als Reader was taugt?

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ck42 9. November 2010 um 08:58

Ich hab den Jay-Tech EB10 jetzt mal ausprobiert.
Das Gerät ist schon sehr groß, der rechte Rand mit den Seitenschalttasten ist ca. 4cm breit, der übrige Rang ca. 2,5cm, also fast die Hälfte der Oberfläche ist Plastik. Das Teil ist auch recht schwer mit 420g. Eher mehr für den Homebetrieb geeignet.
Das Display ist konstrastreich und angenehm. Die Accuanzeige war erst nach 6 Stunden auf die Hälfte, der Accu wird also ca. 9..12h halten.
Der EB10 hat einen vernünftigen Dateiexplorer, ich konnte eine SD-Karte aus einem andern Reader nehmen, der EB10 hat dort automatisch seine 4 Standartordner hinzugefügt. Ich kann mit dem Explorer aber auch in den vorher vorhandenen Ordnern auf der SD-Karte ind beliebiger Schachteltiefe navigieren und dort Bücher öffnen. Er merkt sich die zuletzt geöffneten Bücher und man kann diese in einem eigenen Ordner sehen.
Der Hochlauf ist recht fix. 3s Einschaltknopf drücken, 3s Hochlauf, mit dem Steuerknüppel in den Ordner aktuelle Bücher, dort auf das gewünschte Buch. Wenn das ein digitales Format hat (epub, mobi, fb2, pdb funktionieren, rtf ging nicht) läd es in ca. 5s. Erstladen einen Buches eher 20..30s.
Die Seitenfortschaltung bei digitalen Formaten ist 5s. Es gehen auch lange PDF >30Mbyte.
Die Seitenfortschaltung in der Mitte der rechten Seite ist für Querformat ungünstig positioniert. Es gibt aber keinen Grund Querformat zu machen.
Die Firmware hat erwartungsgemäß Macken. Wenn das Netzteil dran ist, kann man nicht Einschalten, aber ausschalten. Man kann zur Accuschonung eine automatische Displayabschaltung (5…30s) aktivieren, sinnvoller wäre 1…5Min. gewesen. Wenn die angesprochen hat kriegt man das Display nicht wieder an, manchmal kommt nach Tastenbedienung das Display wieder, öfter bootet der dann neu oder stürzt ab, Reset erforderlich. Die waren aber so schlau, die Displaysteuerung mit Reset automatisch zu deaktivieren.
Die Tastenqualität ist eher mäßig. Die Okay-Taste für Menues oder die Navigation (Steuerknüppel) geht meistens gut, nach einigen Klicks reagiert das Gerät dann aber nicht mehr auf Okay-Einzelklicks, man kommt da aber mit einem schnellen Doppelklick wieder weiter. Allein mit Firmwaremurks kriegt man das wahrscheinlich nicht hin, möglicherweise ist der Schalter schon rottig. Deshalb gebe ich den EB10 zurück, wer weiß, ob ich den sonst in ein paar Monaten repariert kriege. Wenn der rottige Schalter nicht wäre, hätte ich den EB10 behalten

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ck42 9. November 2010 um 09:04

Zur Ergänzug, da Text oben verschwunden ist:
Die Seitenfortschaltung bei digitalen Formaten ist 5s.

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ck42 9. November 2010 um 09:06

Ach so die Realtionszeiche stören:
Die Seitenfortschaltung bei digitalen Formaten ist 1s. Bei Mobi am flüssigsten.
Digitale Formate kann man mit dem Steuerknüppel zoomen und drehen.
PDF ist nicht so toll, kein Zoom., kein Fließtext, drehen geht manchmal, man muss schon geeignete PDF-Seiten und Schriftgröße beim Generieren erzeugen. Eigene PDFs aus Open Office, Free PDF Converter oder Calibre gingen problemlos. PDFs aus freien Ebooks teilweise nicht, mussten noch mal durch Calibre. Seitenfortschaltungen in PDF dauern eher 2s, bei Bildserien 5s.

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Mediamarkt verkauft Trekstor eBook Player 7 » eReader » lesen.net 12. November 2010 um 16:50

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