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Kobo eReader: Schick, günstig, funktional

kobo-e-reader-ctia-2010Amazon und Barnes & Noble bekommen Konkurrenz aus dem Norden: Der kanadische eBook-Händler Kobo – ein Gemeinschaftsunternehmen von Indigo, Borders und weiteren nordamerikanischen Buchhandelsketten – bringt in zwei Wochen ein eigenes dediziertes Lesegerät in den dortigen Handel; eine weltweite Verfügbarkeit ist angedacht. Mit 150 US-Dollar ist der schlicht “Kobo eReader” betitelte Sechs-Zoller über 100 US-Dollar günstiger als die Konkurrenz im Nachbarland. Ein erster Testbericht zeigt, dass Kobo allerdings nicht bei Qualität und Usability gespart hat.

Wie die US-amerikanischen (E-)Buchhändler setzt auch Kobo auf ein Plattform-Konzept: Die eigene Literatursammlung kann auf verschiedensten Smartphones, PC/Mac-Desktop sowie natürlich auf dem iPad synchronisiert und gelesen werden. Weil Kobo anders als Amazon in seinem eBook-Shop auf das verbreitete Adobe-DRM für epub-Dateien setzt, können dort gekaufte eBooks auch auf zahlreiche dedizierte Lesegeräte überspielt werden.

kobo_ereaderDer Kobo eReader soll sich dem Wettbewerb gegenüber zunächst einmal über den Kostenpunkt differenzieren: Für 150 US-Dollar gibt es selbst im “Niedrigpreisgebiet” Nordamerika bislang keinen E-Ink Reader. Auf der Haben-Seite steht außerdem ein schickes Apple-ähnliches Design und pfiffige Ideen wie eine gummierte Rückseite zur Verbesserung des Grips.

Wenig überraschend ist der kanadische Billig-Reader ein klassisches “NoFrills-Gerät”: Zu mehr als zum Lesen ist der Device nicht nutzbar. Auch ein 3G/WLAN-Modul fiel dem Rotstift zum Opfer. Trotzdem lässt sich direkt über das Lesegerät eine Verbindung zum zwei Millionen eBooks fassenenden Online-Shop herstellen: Möglich macht das ein Bluetooth-Modul, über das sich das eigene Mobiltelefon zum Modem umfunktionieren lässt. Der erweiterbare 1 Gbyte interne Speicherplatz kann außerdem ganz konventionell via USB-Kabel gefüttert werden.

500x_kobonew_01Der Verkaufsstart in Kanada ist für Anfang Mai geplant, dann wird der Kobo eReader unter anderem in den landesweit 250 Indigo-Buchhandlungen erhältlich sein. Kollegin Joanna (Teleread) konnte in den letzten Tagen ein weitgehend fertiges Muster testen, war durchaus angetan: Optisch suche der Kobo eReader unter dedizierten Lesegeräten praktisch seinesgleichen, auch die Bedienoberfläche mit grafischen Buchanzeigen sei sehr gelungen. Vermisst wurden  seitliche Blättertasten, etwas mehr unterstützte Dateiformate (nur epub und pdf, aber nicht txt oder doc) und manchmal auch ein schnellerer Controller (langsames Blättern); insgesamt leistete sich der Kobo eReader aber erstaunlich wenig Schwächen.

In den USA soll der Sechs-Zoller im Sommer in den Handel kommen, wird dann natürlich beim Kobo-Miteigentümer Borders zu finden sein. Ein globaler Vertrieb ist ausdrücklich geplant, eine Strategie soll die Zusammenarbeit mit örtlichen Buchhandelsketten sein. Stehen keine Lieferengpässe im Weg, könnte der Kobo eReader in der zweiten Jahreshälfte auch seinen Weg nach Europa finden und hier das Preisniveau weiter Richtung 100-Euro-Marke drücken. Eine 1:1 Umrechnung von Dollar zu Euro a là Apple würde dazu allerdings nicht reichen: Mit dem Hanvon N516 haben wir hier bereits heute einen E-Ink Reader zum Preis von 150 Euro (Testbericht in Kürze).

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Kommentare


Thomas 17. April 2010 um 00:38

Lustig, auf mich macht der Kobo Reader einen höchst billigen Eindruck. Deine positive Einschätzung kann ich persönlich nicht teilen.

Und so ein kleines, unbedeutendes Fature wie der Wegfall von 3G und einer kostenlosen Mobilfunkverbindung (gegenüber dem Kindle) sollte sich auch im Preis widerspiegeln.
Da der Kobo Reader damit jede Portabilität des Kindle vermissen lässt, wird das Gerät nur für computererfahrene User attraktiv. Meine Mutter und meine Freundin kämen damit nicht klar. USB, Ordner öffnen, herunterladen, raufkopieren?

Für 100 Dollar mehr geht’s x-mal einfacher.

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jojo 17. April 2010 um 18:08

@Thomas so ein quatsch, als ob es einfacher für jemanden wäre, sich ein account in irgendeinem onlinestore zu machen und dann auch noch die Bücher zu finden und herunterzuladen, als usb kabel und 2 datein zu schieben…

@topic ich find das Gerät super endlich mal ein reader der zum Lesen gedacht ist und nich mit irgendwelchem Schnick-Schnack wie wlan, mp3player, touchscreen oder sonstigem Zeug bestückt ist. Bei einem Buch hat komischerweise noch keiner bemägelt die seiten mit einem “wischen” blättern zu können. Auf jedenfall ein Schritt in die richtige Richtung, bitte mehr solcher Geräte!

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Lukas Bergdoll 18. April 2010 um 12:44

Klasse das es endlich Geräte gibt die zum lesen gedacht sind,und nicht als smartphone mit lesefähigkeiten und dabei kein wert aufs lesen gelegt wird.Freu mich auf noch solche geräte.Es heißt ja ebook reader und nicht möchtegern smartphone ersatz.Die idee das eigene phone als modem zu nutzen sehr gut.

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Johannes 18. April 2010 um 12:50

Mit dem iPhone klappt sowas meines Wissens leider nicht, weil das Ding kein Thetering unterstützt (zumindest nicht “offen”). Bei den meisten anderen Smartphones stellt die Nutzung als Modem kein Problem dar.

Ciao
Johannes

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Borders trommelt für Kobo, verramscht Sony Reader » eReader » lesen.net 16. Mai 2010 um 15:19

[…] guten Monat nach dem Rollout in Kanada kommt der Kobo Reader in die USA: Vom 17. Juni an verkauft die US-Buchhandelskette Borders (Miteigentümer von Kobo) den […]

Antworten

Chr1s 15. Juli 2010 um 01:25

Habe mich nun nach längerer Recherche ziemlich auf den Kobo eingeschossen.
Gründe für mich:

1. Preislich attraktiv
2. ähnlich wie die Sony pocket edition
im Funktionsumfang ausschliesslich
auf Lesen ausgerichtet sowie in Größe
und Gewicht mitnehmfreundlich
3. wohl zukunftsweisende Formatwahl
(Epub, pdf, adobe drm)

Einzige Unklarheit: Wie gut ist das Display? Wieder gegen den Sony Pocket Reader gestellt. Da konnte ich das Display bei Thalia anschauen und war sehr angetan; hoffe also auf ähnliche Qualität; weiss jemand da Genaueres bezüglich Kontrast und Glare?

Viele Grüße,

Christoph

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PeterShow 29. Mai 2011 um 12:38

@Thomas:

W-Lan ist ja kein Internet, ne gar nicht ;-)

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