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Marktanteile: Sony vor Amazon und Pocketbook

Zahlreiche eBook Reader – unter anderem von Pocketbook, Thalia und Acer – stehen unmittelbar vor dem Verkaufsstart, buhlen im Weihnachtsgeschäft mit den bereits erschienenen NextGen-Lesegeräten von Sony und Amazon um die Gunst von Lesefreunden. Wir erfragten am letzten Sonntag den Status quo („Was ist gegenwärtig dein bevorzugtes Lesgerät?“) und bekamen durchaus überraschende Ergebnisse.

777 Teilnehmer zählte unsere Sonntagsfrage – vielen Dank! Eine kombinierte IP- und Cookie-Sperre verhinderte Mehrfacheingaben, zudem wurden die Logs im Nachgang nochmals händisch auf Dopplungen hin untersucht und bereinigt. Das Ergebnis darf also als valide und (mit lesen.net als reichweitenstärkster deutschsprachiger Nachrichtenseite zum Thema) als repräsentativ für die eBook Reader Nutzung in Deutschland betrachtet werden.

41wlWoKLOTL._SS400_.jpgErwartungsgemäß nannten die meisten Befragten einen Sony Reader ihr Eigen: 25% beziehungsweise 197 Teilnehmer schmökern auf einem Lesegerät des japanischen Herstellers. Sony brachte im März 2009 in Kooperation mit Thalia und Libri den Sony Reader PRS-505 auf den deutschen Markt (u.a. in die knapp 300 Thalia-Filialen), warb parallel dazu in der Verlagsbranche um digitale Inhalte; sechs Monate später nahmen auch die Elektronikmärkte Media Markt und Saturn den PRS-505 als erstes dediziertes Lesegerät überhaupt in ihr Sortiment. Im Oktober 2009 brachte Sony dann Folgemodell PRS-600 Touch Edition in den Handel gebracht, Anfang 2010 folgte das Schwestermodell PRS-300 Pocket Edition. Seit Anfang dieses Monats steht nun mit PRS-650 und PRS-350 die dritte auch in Deutschland vertriebene Modellgeneration in den Läden.

Sony hat zweifellos einen maßgeblichen Anteil daran, dass elektronische Lesegeräte knapp drei Jahre nach dem US-Verkaufsstart vom ersten Kindle (der den amerikanischen eBook-Markt beflügelte) langsam auch in Deutschland Fuß fassen. Mit einer starken Vertriebsallianz brachte Sony seine Lesegeräte als erster Hersteller direkt zum Buchhandelskunden; bei einer so teuren und erklärungsbedürftigen Geräteklasse wohl der entscheidende Schritt. Die breite stationäre Präsenz in Kombination mit massiven Marketingausgaben, der hohen Markenbekanntheit und grundsoliden Produkten (PRS-600 mit Abstrichen) dürften dann auch maßgeblich für die gegenwärtig überragende Verbreitung von Sony Lesegeräten in Deutschland verantwortlich sein.

kindle-front-graphiteSchon an zweiter Position findet sich eine kleine Überraschung: Mit Amazon (18% / 143 Stimmen) ist hier ein Hersteller platziert, dessen Lesegeräte ausschließlich als US-Importe zu haben sind und für die das Angebot an deutscher Literatur recht überschaubar ist. Dafür brachte Amazon schon im August seine nächste Gerätegeneration in den Handel, die sowohl in technisch-funktionaler als auch in preislicher Hinsicht neue Maßstäbe setzt; viele eReader-Interessierte werden hier trotz fehlender epub(-DRM)-Kompatiblilität bereits zugeschlagen haben.

Hinzu kommt, dass eBook Reader hierzulande derzeit immer noch ein Nischenprodukt sind: Die absolut gesehen relativ kleine Gruppe anglophiler Lesefreunde, die sich bewusst für den Kindle 3 als „amerikanisches“ Gerät mit einer riesigen Auswahl englischsprachiger Literatur entschieden hat und hier in den Genuss handfester Preis- und Angebotsvorteile gegenüber gedruckten fremdsprachigen Büchern kommt, dürfte entsprechend noch stark ins Gewicht fallen. Bei einer erwartbaren zunehmenden Verbreitung elektronischer Lesegeräte in den nächsten Monaten dürfte der Amazon-Marktanteil infolge dessen wieder abnehmen – es sei denn natürlich, es tut sich etwas beim Angebot deutschsprachiger Literatur für den Kindle.

pro902Mit deutlichem Abstand auf dem dritten Platz gruppiert sich Pocketbook ein (9% / 72 Stimmen). Das von den Besuchern dieser Seite zum Hersteller des Jahres 2009 gewählte Unternehmen bringt seine neue Gerätegeneration (Pocketbook Pro 602/603, Pocketbook Pro 902/903) erst im November in den Handel, das aktuelle Sortiment ist aus Kundensicht wenig spannend. Insbesondere das erst im März erschienene Topmodell Pocketbook 302 konnte wenig Impulse setzen: Mit (Anfangs) spiegelndem Display, einer WLAN-Anbindung an einen „eBook Store“ mit bis heute nur Public Domain Literatur im Angebot sowie mit einem Preisschild von immer noch 265 Euro versehen wird der Sechs-Zoller nur wenig Lesefreunde von sich begeistert haben können.

Es wird spannend zu sehen sein, wie sich Pocketbook in den kommenden Monaten weiterentwickelt: Die neuen Lesegeräte sind preislich zwar nicht ganz auf einem Niveau mit Kindle oder Oyo, technisch und optisch aber absolut up to date und dank einem Content-Deal mit Libreka auch endlich mit vollwertigem integriertem eBook Store ausgestattet. Wenn die Pocketbooks zeitnah auch im stationären Buchhandel verfügbar gemacht werden, könnte es vielleicht sogar etwas werden mit den angepeilten 25% Marktanteil hierzulande in 2011.

ipad-ibooks-readingNur 6% beziehungsweise 45 Befragte lesen bevorzugt auf dem iPad – ein erwartbar geringer Wert, betrachtet man die durchwachsenen Qualitäten des Apple Tablet als Lesegerät (Ergonomie, LC-Display). Zwar dürften sich derzeit hierzulande mehr iPads als dedizierte Lesegeräte im Umlauf befinden; während bei multifunktionalen Surf-Tablets „Lesen“ aber eben nur eine von vielen Funktionen darstellt, sind eBook Reader für diesen Nutzungszweck optimiert und werden dafür gekauft. Weiterhin unterscheiden sich Nutzer von Tablets und elektronischen Lesegeräten in soziodemographischer Hinsicht; ein Umstand, den auch Verlage bei der kostspieligen Entwicklung von Enhanced eBooks für Tablets und Smartphones im Hinterkopf haben sollten.

Das iPad ist gegenwärtig weitgehend allein auf weiter Flur, das beweist auch unsere Umfrage;  in den nächsten Monaten ist allerdings mit einem ganzen Schwung attraktiver Android-Tablets zu rechnen, die sicherlich auch ihre Käufer finden werden. Tablets könnten auf dem eBook-Markt also durchaus noch an Bedeutung gewinnen; erst recht natürlich, wenn Hybriddisplaytechnologien wie Pixel Qi die Grenzen zwischen Lesegeräten und Multimedia-Devices verschwimmen lassen werden.

opus_specsMit 3% bzw. 2% Marktanteil praktisch bedeutungslos sind Bookeen und Hanvon –  zwei höchst unterschiedliche Unternehmen, die in Deutschland jedoch schon lange vor Sony oder Amazon elektronische Lesegeräte vertrieben. Während der französische Distributor Bookeen seinen Cybook Opus immerhin in Hugendubel-Buchhandlungen platzieren konnte und Testsiege bei Stiftung Warentest und c’t einheimste, schaffte es der chinesische Hersteller Hanvon mit seinem N518 immerhin auf die Titelseite der BILD-Bundesausgabe – nichts desto trotz haben beide Anbieter der breiter aufgestellten Konkurrenz wenig entgegen zu setzen gehabt verlieren zusehens an Boden.

eBook Reader anderer Hersteller (iRiver, Onyx, …) werden gegenwärtig von 9% der Befragten genutzt. Infolge der zunehmenden Professionalisierung und Marktkonzentration – insbesondere für Reseller und kleinere Hersteller wird das Leben schwerer, wie die jüngsten Insolvenzen von Foxit, iRex und Interead zeigen – wird diese Zahl künftig eher abnehmen. Abnehmen wird wohl auch die Zahl der „Noch-nicht-Elektronisch-Leser“: Ganze 22% der Teilnehmer gaben an, derzeit ausschließlich auf bedrucktem Papier zu schmökern. Die Gründe dafür sind zum einen im lückenhaften und teuren hiesigen eBook-Sortiment, zum anderen im mangelhaften Angebot an leicht zugänglichen, günstigen und leistungsstarken elektronischen Lesegeräten zu suchen. Zumindest der zweite Umstand befindet sich im Wandel, und so werden sich in diesem Jahr wohl etliche dedizierte Lesegeräte unter deutschen Weihnachtsbäumen finden. Wie sich dies auf die Marktverteilung auswirkt, werden wir in einer weiteren Umfrage Anfang 2011 beleuchten.

Hier noch abschließend die rechnerischen realen Marktanteile (= abzüglich Teilnehmer ohne Lesegerät) sowie das Umfrageergebnis.

diagramm_1Sony: 32% Marktanteil

Amazon: 23% Marktanteil

Pocketbook: 12% Marktanteil

Apple iPad: 8% Marktanteil

Bookeen: 4% Marktanteil

Apple iPhone: 3% Marktanteil

Hanvon: 3% Marktanteil

eBook Reader von anderem Hersteller: 10% Marktanteil

Smartphones von anderem Hersteller: 3% Marktanteil

Tablets von anderem Hersteller: 2% Marktanteil

Was ist gegenwärtig dein bevorzugtes Lesegerät?

  • eBook Reader von Sony (25%, 197 Votes)
  • Noch keines (23%, 175 Votes)
  • eBook Reader von Amazon (18%, 143 Votes)
  • eBook Reader von Pocketbook (9%, 72 Votes)
  • eBook Reader von anderem Hersteller (8%, 61 Votes)
  • Tablet von Apple (6%, 45 Votes)
  • eBook Reader von Bookeen (3%, 22 Votes)
  • Smartphone von Apple (3%, 20 Votes)
  • Smartphone von anderem Hersteller (2%, 19 Votes)
  • eBook Reader von Hanvon (2%, 16 Votes)
  • Tablet von anderem Hersteller (1%, 8 Votes)

Total Voters: 777

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Kommentare


Lichtbringer 24. Oktober 2010 um 22:57

Es fehlt an der Möglichkeit, Geräte auszuprobieren. Da gibt es hier in München lediglich E Reader von Sony, Iriver und Bookeen, von denen nur die Sony Reader optisch und funktional überzeugen können. Wenn Du zu Beginn des neuen Jahres die gleiche Umfrage machst, wird sich vieles geändert haben.
777 Teilnehmer – das klingt engelsgleich;-)

Antworten

Chris 25. Oktober 2010 um 00:07

Also sehr aussagekräftig ist diese Umfrage nicht. Das auf diese Seite die echten eBook Lesegeräte die Nase vorn haben ist nicht wirklich überraschend. Bei „normalen“ nicht auf das Thema eBook fixierten Usern wäre das iPad wohl weiter vorne.
Ich habe übrigens versehentlich dreimal abgestimmt ohne sperre

Antworten

Johannes 25. Oktober 2010 um 00:24

@Chris a) „“Normale“ nicht auf das Thema eBook fixierte User“ lesen aber halt naturgemäß auch nicht (viele) eBooks :) In sofern halte ich die Umfrage schon für aussagekräftig, auch wenn internetaffine Vielleser natürlich überrepräsentiert sind, klar.
b) Klar kannst du dreimal abstimmen, wenn du die Umfrage von drei verschiedenen Geräten/Browsern mit drei verschiedenen IPs nutzt ODER Proxys verwendest & die Cookies löschst. Dass du eines von beiden „versehentlich“ gemacht haben möchtest, bezweifele ich jetzt einfach mal. Nix für ungut,

Ciao
Johannes

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Chris 25. Oktober 2010 um 00:45

Stimmt versehentlich war nur das zweite mal. Beim dritten Mal wollte ich es testen. Es waren auch verschiedene Geräte (Notebook. iPad. iPhone ) aber alle im gleichen WLAN mit gleicher ip

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Andreas 25. Oktober 2010 um 09:14

Das Hauptproblem des Kindle ist ja das bisher sehr schmale Angebot „ordentlicher“ aktueller Titel in deutscher Sprache. Deshalb bin ich sehr angetan davon, dass sich seit ein paar Monaten im Kindle-US-Store auch über 100 E-Books aus dem Berlin-Verlag finden, so unter anderem „Schnee, der auf Zedern fällt“ von David Guterson oder „Die Lichter des George Psalmanazar“ von Daniela Dröscher.

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Rene 25. Oktober 2010 um 11:41

Ich werde mir nach dem Sony PRS 300 jetzt den Nachfolger PRS 350 holen. Als Killerkriterium steht für mich das mehrsprachige Wörterbuch an erster Stelle. Der Preis von Euro 179,- ist in Ordnung bei der genialen Qualität.

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R 25. Oktober 2010 um 18:42

Interessant wäre die Frage nach dem Hintergrund dieser Zahlen.
Sind „Early-Adopter“ weniger preisbewußt?
Oder setzt sich Qualität eben doch durch?

Antworten

Christoph 26. Oktober 2010 um 09:48

„Early-Adopter“ sind durchaus weniger preisbewusst.
Eine neue Technik früh zu erfahren steht eben dem preiswerteren Gebrauch etablierter Technik entgegen.

Daher muss man auch abwägen, was nun wichtiger ist.

Beim eBook-Reader hat sich jetzt der Preis seit der neuesten Generation der Geräte kaum geändert, die alten Modelle werden lediglich im Preis gesenkt so lange der Vorrat reicht.

So kaufte ich mir einen Sony PRS-300 für 99 Euro und kann nun den Nachfolger für 179 Euro kaufen, der allerdings auch einige Extras bietet.
Jedoch war der Sonderpreis des Vorgängers auch nur auf die letzten 2 Monate begrenzt, also ein reiner Ausverkauf.

Was die Sache einfach macht, ist der geringe Preisverfall der eBook-Reader allgemein.
Allerdings sollte man den Zeitraum begrenzen, in dem man den Preis verfolgt.
Ich gehe als Neukäufer eines Sony PRS-650 davon aus, das er im Vergleich für mindestens ein Jahr gut da steht. Sein Wert, also nicht unbedingt sein Preis, ist für diesen Zeitraum also gleichbleibend.

Blickt man zurück auf seine Vorgänger, kann man sehen, das sich die Technik zwar weiter verbessert hat und auch der Verkaufspreis immer etwas weiter fällt, aber das man bei den eBook-Readern bislang noch in kleinen Schritten voran kommt.
Der PRS-505 erfreut sich zum Beispiel einer gewissen Beliebtheit. Aber seine Nachfolger sind auch heute nicht „doppelt so gut“ oder „halb so teuer“.
Mit diesem Wissen, kann man sich einen eBook-Reader auch heute schon kaufen und ihn für mindestens 3 Jahre nutzen, da er aus heutiger Sicht für diese Frist gut genug sein wird, weil es die Geräte vor 3 Jahren auch waren, wie man täglich sieht. Und das relativiert sogar einen vermeintlich hohen Preis.

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Passepartout 26. Oktober 2010 um 10:29

Etwas hätte man in die Umfrage mit einbauen sollen: Von welchem Hersteller würden sie sich in den nächsten 3 Monaten ein Gerät kaufen. Man sollte diese Umfrage im Januar 2010 (nach Weihnachten) noch mal wiederholen. Ich wüsste gern wie die Ergebnisse dann aussehen ;)

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Carsten 26. Oktober 2010 um 12:43

Mein bevorzugtes Lesegerät nennt sich „Buch“ und besteht zum Großteil aus Papier. Macht mich das zu einem Steinzeitmenschen?
Ehrlich, mir völlig unverständlich, wie man für so’n Ding Geld ausgeben kann – und dann fortwährend den Geruch und das Geräusch von Papier mit einem kalten Stück Elektronik vertauscht :-( .

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Christoph 26. Oktober 2010 um 13:23

Ein Verkäufer bei Saturn meinte, das diese Geräte das Buch ablösen werden.
Die Meinung teile ich nicht. Schon alleine um Texte auch über Jahrzehnte zu erhalten, taugt keine Elektronik.

Man siehe sich nur mal Disketten oder andere Magnetspeicher an, die noch bis vor 10 Jahren als digitales Speichermedium üblich waren.
Die kann man heute kaum noch verarbeiten.
So etwas wie ein Antiquariat für Elektronikartikel gibt es nicht oder eben nur sehr begrenzt.
Nach etwa 30 Jahren funktioniert ein Computer durch Alterung seiner Bestandteile nicht mehr, selbst bei sorgfältigster Pflege.
Aber selbst ein billiges Taschenbuch überdauert spielend diese Zeit und kann gut gelagert sehr viel älter werden.

Für all das Papier, das ich jedoch nicht lagern sondern für einen überschaubaren Zeitabschnitt lesen will, ist solche ein eBook-Reader aber ideal.
So viele Heftchen und Romane, Zeitschriften oder etwa auch Biografien sind darauf gut aufgehoben.
Wer will denn wirklich in 30 Jahren noch die Biografie einer prominenten Person aus unserer heutigen Zeit lesen, wenn nur noch wenige sich an den Betreffenden erinnern?

Das schafft Platz im Altpapier, denn eBook-Reader werden nicht die Klassiker der Weltliteratur verdrängen, sondern vielmehr den ganzen Rest über den keiner mehr nach ein paar Jahren spricht.

Man stelle sich nur mal vor, so ein Machwerk wie Adolf Hitlers „Mein Kampf“ wäre nur als eBook erschienen. Heute, 80 Jahre danach würde sich wohl Niemand mehr daran erinnern.

Bücher von Dieter Bohlen, Thilo Sarrazin und Daniel Küblböck wird man noch in Jahrzehnten aus dem Hausmüll fischen können, aber eBooks werden einfach gelöscht.

So ein Papiergeruch kann manchmal auch ganz übel stinken. ;-)

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Stefan1979 26. Oktober 2010 um 13:47

Der Wahnsinn: Aus der Frage nach dem bevorzugten Lesegerät wird plötzlich ein Ergebnis über die Marktverteilung in Deutschland gemacht. Kann ich nicht auch ein Gerät bevorzugen, dass ich gar nicht besitze? Weil ich es in der Verwandschaft, im Laden etc. gesehen habe – aber vielleicht vor dem Preis zurück geschreckt bin? Oder bereits eins besitze und die erneute Ausgabe vermeiden will? Glaubt hier irgendjemand, dass mehr Leute einen Pocketbook eReader als ein iPad für das „bevorzugte“ Lesegerät halten.

Die „reichweitenstärkste deutschsprachige Nachrichtenseite zum Thema“ sollte sich in die weite Welt der Methodik erst mal etwas einlesen, bevor sie solchen Unfug veröffentlicht!

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Christoph 26. Oktober 2010 um 14:20

Wenn man anonym nach den im Haushalt verwendeten Geräten fragt, ist jede Umfrage immer auch Teil einer Märchenstunde.
Das ist bei jeder anderen Umfrage genau so, etwa bei politischen Wählerumfragen.

Man kann aber davon ausgehen, das die Falschangaben im selben Maß verteilt waren wie die Echten. Unterm Strich bleibt ein Ergebnis.

Hier ist allerdings auch ein Onlineportal rund um eBook-Reader. Das unter den besonders interessierten Lesern mehr Exoten Verbreitung finden, wozu man in Deutschland den Kindle rechnen darf, sollte klar sein.

Aber man kann sich auch als Käufer selbst ein ähnliches Bild machen.
Welche eBook-Reader findet man bei eBay besonders häufig oder was schlägt die Suchfunktion bei eBay als häufige Begriffe zum Thema eBook vor?
Da führt ganz klar Sony und auch der Kindle.
Die Geräte von Sony finden sich auch im Einzelhandel wieder.
Eigentlich habe ich gestern in fünf großen Geschäften nichts anderes als Sony gefunden.

Das bedeutet auch, das Pocketbook eher ein Exot ist, der aber eine treue Anhängerschaft geniesst.
Auch diese Geräte gibt es seit Jahren und gemessen am höheren Preis für eBook-Reader noch vor ein paar Jahren dürften Viele davon die Geräte nicht so schnell wieder wechseln wollen.
Auf dem eBook-Portal sind viele der technik-affinen Käufer versammelt. Es mag nicht exakt den Massenmarkt widerspiegeln, aber sicher den harten Kern.

Deshalb muss auch im nächsten Jahr der Oyo oder andere Geräte die direkt im Buchhandel angeboten und dort sogar auch gleich mit Büchern gefüllt werden können, hier keinen besonders hohen Marktanteil erhalten.
Viele Käufer sind vielleicht gar nicht so intensiv auf Online-Portalen wie diesen hier zugegen.

Es hat hier sicher Niemand die einzig wahre Wahrheit erwartet, sondern einfach nur eine Tendenz.

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Stefan1979 26. Oktober 2010 um 20:40

Es heißt gleich zu Beginn: „Das Ergebnis darf als valide und repräsentativ für die eBook Reader Nutzung in Deutschland betrachtet werden.“ Etwas viel Schaum für eine Tendenz, wie du es interpretierst, Christoph. Solche selbstbewussten Einordnungen sollten dann methodisch auch haltbar sein. Ich habe nur das Gefühl, dass dieses Forum mittlerweile als Branchenbeobachter ernst genommen wird – dabei gehen hier nur ein paar Zwanzigjährige ihrem Hobby nach…

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Rene 27. Oktober 2010 um 09:26

@Carsten
Du solltest aber auch beachten, dass es mit der Software Calibre möglich ist, jeden ebook-Reader als, ich nenne es mal „Online-Zeitschriften-Konzentrator“ zu nutzen. Die Alternative wäre ausdrucken oder am Laptop lesen, was ich beides nicht akzeptiere. Es sind also nicht nur Bücher, die ersetzt werden sollen (was nie passieren wird) sondern auch neue Anwendungsgebiete denkbar. Weiterhin werden bestimmt, wie in der Musikindustrie, neue Vertriebsmöglichkeiten des geschriebenen Wortes entstehen. Ich denke da an kleine, spezialisierte Verlage, welche günstige Lesealternativen anbieten könnten (Wöchentlicher Fortsetzungsroman?, Übersetzungen, die es noch nicht in deutsch gab?, usw…).

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Cubis 27. Oktober 2010 um 11:23

Ich lese hier schon länger mit und hab auch mit abgestimmt (Kindle DX).
Was mich wundert ist, dass zwar ab und zu hier auf der Site was zum Thema eBook Piraterie geschrieben wird, aber dass anscheinend völlig aussen vor gelassen wird, dass das sogar der Hauptgrund für den Kauf eines Readers sein kann.
Man kauft sich 1 x einen Reader und bezahlt nie wieder für Inhalte. Das rechnet sich SEHR schnell. Auf Portalen wie Boerse und Gully finden sich zehntausende eBooks – nur einen Klick entfernt. Als Vielleser spart man tausende € pro Jahr…
Natürlich ist das nicht die feine Art und ich will auch gar keine Werbung dafür machen – geschweige denn sagen, dass ich das persönlich machen würde.

Aber es ist Realität.

Das gilt (bislang) natürlich nur in geringem Umfang für eBooks wenn man sich mal den viel weiter verbreiteten Mißbrauch im Bereich Filme/Musik anschaut.

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Christoph 27. Oktober 2010 um 11:43

Das ist zumindest auch ein Grund für die Verbreitung des Kindle, trotz geringem Umfang deutschsprachiger „Kaufliteratur“.

Ich habe noch einen kleinen Taschenscanner der Batteriebetrieben die Vorlagen auf einer Speicherkarte ablegt. Ein HP Photosmart 1200, der wird seit Jahren nicht mehr angeboten.
Die damit eingelesenen Auszüge aus Büchern einer Bibliothek habe ich mir früher dann ausgedruckt.

Selbstverständlich kann man mit einem mobilen Scanner oder einer Kamera bei jeder Gelegenheit, die ausreichend Zeit dafür lässt, eine Kopie eines Buches anfertigen.
Und durch eBook-Reader genügt oft schon der Scan, der nicht mehr zwingend auch gedruckt werden muss.

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Cubis 27. Oktober 2010 um 12:02

Nun, das wird mittlerweile aber dann doch „etwas“ professioneller betrieben.

Z.B. stehen die Spiegel Bestseller Hardcover/Taschenbuch/Sachbuch zumeist in pdf und txt und epub und manchmal in noch mehr Formaten zur Verfügung.

Und das komplett und meistens zeitgleich mit dem Erscheinen des Spiegel oder spätestens 1 Tag später.

Gleiches gilt natürlich auch für die elektronischen Ausgaben des Spiegel (Focus etc.) selbst. Da scannt niemand mehr…

Also wenn ich ein böser Bube wäre, wäre die Hemmschwelle schon ziemlich gering…

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Christoph 27. Oktober 2010 um 13:44

Wer Zugriff auf die Bücher hat (etwa Angestellte in Verkaufsstellen oder Lagern) kann sich ein Exemplar in einer Pause kopieren (Scanner, Kamera) und später dann durch die Texterkennung auf dem eigenen PC jagen.
Ein PDF ist schnell erstellt, ePub, Mobipocket und beliebige andere Formate lassen sich aus der gescannten Vorlage durch Umwandlung einfach anfertigen.
Wenn man das kontinuierlich betreibt, entsteht schnell ein ganzer Fundus von Kopien und wo es Bücher ab Lager gibt, gibt es auch ab Samstag Abend den Spiegel.
So kommt dann Eines zum Anderen.

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Sven 27. Oktober 2010 um 16:06

Mir fehlt noch eine Auswertung in Bezug auf Formate. Interessant ist doch, dass alle Geräte, ausser der Kindle, ePub unterstützen (iBooks nur DRM frei).

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