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Nach Kritikwelle: Amazon ändert Kindle-Produktbilder

 

Wie alle anderen Anbieter auch wollen auch Hersteller dedizierter Lesegeräte Produkte auf PR-Abbildungen im besten Licht erscheinen lassen. Dazu wird seit jeher kräftig in die Photoshop-Trickkiste gegriffen, vor allem beim Display. Amazon hat den Bogen bei seinem neuen Kindle (2016) nun allerdings  überspannt und rudert gewaltig zurück.

Dass die Bilder auf der Produktverpackung häufig wenig mit ihrem tatsächlichen Inhalt zu tun haben, wissen nicht nur alle, die schon einmal ein Fertiggericht gekauft haben. Trommeln und Übertreibungen gehören zum Geschäft – und ist auch durchaus akzeptabel, wenn die Abbildungen noch halbwegs der gelieferten Realität entsprechen.

Auf PR-Fotos ähnliche Kontraste wie Leucht-Lesegeräte

Das war beim Kindle (2016) allerdings – objektiv betrachtet – nicht der Fall. Auf den PR-Abbildungen auf der Amazon-Artikelseite und auf der Verpackung hatte der seit wenigen Tagen erhältliche eBook Reader bislang ein Display, das im Kontrastverhältnis dem der mehrfach teureren Modellbrüder Kindle Paperwhite, Kindle Voyage und Kindle Oasis kaum nachstand. Und das trotz geringerer Auflösung (167ppi zu jeweils 300ppi) und vor allem trotz fehlender seitlicher Beleuchtung.

Kindle-Käufer fühlten sich in die Irre geführt

Mit den Produktfotos schürte Amazon natürlich eine gewisse Erwartungshaltung bei Bestellern, die allerdings nur enttäuscht werden konnte. Und so hat der Kindle (2016) bei Amazon.com gerade auch nur einen Sterne-Schnitt von 3,8/5, deutlich weniger als die anderen eBook Reader von Amazon (4,2-4,5/5). Häufigster Kritikpunkt ist das Display, wobei in diesem Zusammenhang vielfach auch ganz direkt „irreführende Werbung“ angeprangert wird: Die Produktbilder zeigten eindeutig einen weißeren, helleren und kontrastreicheren Bildschirm, als es der Kindle tatsächlich besitze.

kindle vorher nachher deutsch

Diese Kritik hat sich Amazon nun offenbar zu Herzen genommen und übers Wochenende weltweit die Produktbilder ausgetauscht, wie zuerst das Fachblog The eBook Reader entdeckte. Auf den neuen Abbildungen ist der Bildschirm deutlich dunkler und weniger kontrastreich – realistischer eben. Derzeit noch online zu besichtigen sind die alten Kindle-Bilder im Amazon-Pressebereich.

Zur Ehrenrettung sei gesagt: Amazon hat nichts anderes gemacht als alle anderen Anbieter auch. Wir haben gerade einmal die PR-Fotos des direkten Kindle-Konkurrenten Tolino Page mit dem Testgerät auf unserem Schreibtisch verglichen, die Diskrepanz ist auch hier gewaltig. Und selbst Leucht-Lesegeräte sind auf den Produktbildern der Hersteller durchweg kontrastreicher und vor allem ausgewogener und neutraler ausgeleuchtet als in der Realität.

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Amazon Updates Kindle Product Images to Show Grayer Screens | The Digital Reader 26. Juli 2016 um 00:18

[…] lesen.net […]

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