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Netto verkauft E-Book-Reader Jay-tech EB12

Ein sicheres Zeichen dafür, dass eine Produktklasse in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist: Ein Discounter nimmt sie in sein Aktionssortiment. Und so passt es zum Siegeszugs des E-Readers, dass Netto jetzt ein elektronisches Lesegerät verkauft – und die dazugehörige Literatur gleich mit.

Im Katalog mit Aktionsprodukten für die Zeit ab 29.11. findet sich auf Seite drei, gleich hinter einer jungen Pute (9,99 Euro für 2,8kg) und Oldesloer Weizenkorn (4,99 Euro), der Jay-tech eBook Reader EB12 (online schon erhältlich). Dabei handelt es sich um einen LCD-Reader sprichwörtlich alter Schule: Der Sieben-Zoller zeigt nur 800x480px an und ist damit alles andere als ein Augenschmaus – Lesen macht auf den hochauflösenden 7″-Panels von Nexus 7 und Kindle Fire HD (je 1280x800px) ungleich mehr Spaß.

Jay-tech EB12: Alte Technik zum kleinen Preis

Neben E-Books (EPUB und PDF auch mit Adobe DRM) kann der “Reader” auch Videos und MP3s wiedergeben, mangels offenem Android-OS gibt es softwareseitig keine Erweiterungsmöglichkeiten. Sämtliche Daten müssen per USB-Kabel in den 2 Gbyte Speicher (erweiterbar) übertragen werden, WLAN oder UMTS-Modul sucht man vergebens auf dem Datenblatt.

Mit 59 Euro ist der Jay-tech eBook REader EB12 genauso teuer wie der Trekstor eBook Reader 4 – ein “echtes” Lesegerät mit höherer Akkulaufzeit und wesentlich augenfreundlicherem (und höher auflösendem) Display sowie haptischen Blättertasten, das zudem nur halb soviel auf die Waage bringt. Für 20 Euro mehr gibt es sogar schon einen Kindle, der displayseitig und im Bezug auf Angebot und Zugänglichkeit von digitaler Literatur in einer ganz anderen Liga spielt. Das beim Netto-Reader inklusive E-Book “Ich bin dann mal schlank” macht das Angebot da auch nicht fett.

A propos digitale Literatur: Auch Netto geht mit Verkaufsstart seines E-Book-Readers unter die Buchhändler. Hinter der URL nettoebooks24.de (sic) versteckt sich eine White-Labeled-Ausführung des Angebots der Börsenverein-Tochter Libreka. Weil das Sortiment nicht direkt über den Reader erreichbar ist und der Jay-tech EB12 dank Adobe-DRM-Support aus beliebigen Quellen befüllt werden kann, werden die Umsätze für Netto und Libreka wohl überschaubar bleiben – selbst bei einem Verkaufserfolg des E-Readers. Interessant ist es aber schon, was für immer neue Akteure in den digitalen Buchhandel einsteigen.

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Kommentare


Juergen 26. November 2012 um 23:06

Toll, und ich kann wieder meinen Buchkäufern erklären, warum das Ding nichts taugt.
Soetwas darf man zum Lesen von E-Books nicht einmal verschenken.
Offensichtlich hat der Einkauf bei Netto hier versagt.

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Susanne Weigand 27. November 2012 um 08:05

Ausgerechnet die Börsenvereins-Tochter MVB stellt Netto die Plattform hin. Das verstehe, wer will.

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Die Newszusammenfassung für eBooks und eReader KW48 2012 | eBooks-lesen.net 30. November 2012 um 15:18

[…] auf das Gerät übertragen werden, da es kein WLAN gibt. Dafür kostet der Reader auch nur 59 Euro. Johannes von lesen.net empfiehlt für den Preis aber eher den Trekstor eBook Reader 4 oder für 20 Euro mehr den Kindle. […]

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Löscht Barnes&Noble eBooks? | was-bewegt-die-welt.de 1. Dezember 2012 um 17:15

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ReaderT2 2. Dezember 2012 um 05:48

Was mir auffiel: Bei Lidl gab oder gibt es denselben eReader-TFT für knapp 80 Euro. Dafür wohl bundesweit.

Netto ist nur in Norddeutschland und nicht die bundesweit vertretene Netto-Discountkette. Falls bei netto-online nicht zufällig dassselbe Gerät erhältlich ist, könnte das zu Verwechslungen führen.
(Gestern war ein Kunde zufällig in einem Netto Süddeutschland und fragte nach einem Tablett, wovon die Mitarbeiterinnen nichts wußten.)

Im Text wurde der eReader um fast 1 Euro günstiger gemacht als in dem Werbeangebot. 60x auf die Weise einen Euro bekommen und das Gerät kann gratis mitgenommen werden. :-)

Würde der eReader für 20 Euro angeboten würde ich ihn mir direkt kaufen, aber da muß man wohl noch einige Monate warten, bis die Preisregion erreicht wird.

Schönen ersten Advent
ReaderT2

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Netto verkauft E-Book-Reader Jay-tech EB12 » eBooks – Blog für digitale Bücher 19. Dezember 2012 um 13:36

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E-Book-Store Libreka vor der Abwicklung » Debatte, eBooks » lesen.net 25. Juni 2013 um 15:20

[…] Bookwire trat). Zuletzt vergraulte Libreka den stationären Buchhandel, als man seinen Store Netto zur Verfügung stellte. Infolge eines Aufschreis der Buchhändler – die Libreka immerhin über VLB-Beiträge […]

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E-Book-Store von libreka! vor dem Aus – Bibliothekarisch.de 4. August 2016 um 08:04

[…] konnten. Das war für diese verkaufsfeindliche Plattform aber nicht der Durchbruch. Und so richtig vergraulte man die Mitglieder des Börsenvereins, als man nun auch Discounter wie Netto mit nettoebooks24.de […]

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