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Nook Color: 7″ LCD-Reader von Barnes & Noble

nook-color-press-homescreen-rm-engDie US-Buchhandelskette Barnes & Noble – mit rund 740 Filialen Marktführer in den Staaten – hat gestern sein erstes Lesegerät mit Farbdisplay vorgestellt. Der dritte Spross der Nook-Familie (nach dem vor fast genau einem Jahr announcierten Nook und dem Low Budget Ableger Nook WiFi) hört auf den Namen Nook Color und verfügt über ein konventionelles 7″ Touchscreen Display.

Für Mirasol, Pixel Qi und ähnliche genuine E-Paper Technologien sei die Zeit noch nicht reif, so Barnes & Noble auf der Launch-Pressekonferenz. Vergangene Woche waren bereits erste Informationen über das Farbdisplay vom neuen Nook durchgesickert, nicht aber zur Technologie – das nährte Hoffnungen auf das Debut einer innovativen Displaytechnik, welche nun also enttäuscht wurden.

nook-color-press-horizontaljamberry-rm-engMit dem konventionellen LC-Display sind die bekannten Nachteile verbunden: Vergleichsweise schnelle Ermüdung der Augen infolge der LED-Hintergrundbeleuchtung, recht geringe Akkulaufzeit (B&N spricht von acht Stunden Lesen), gegenüber E-Ink grobkörnige Textanzeige; mit 450 Gramm fällt der Nook Color zudem doppelt so schwer aus wie kaum kleinere E-Ink Reader mit 6″ Bildschirmdiagonale wie Kindle 3 oder Sony Reader PRS-650. Immerhin: Eine spezielle Touchscreen-Beschichtung beugt Spiegelungen vor, und mit 1024x600px stellt der Nook Color Inhalte deutlich schärfer dar als viele ähnlich dimensionierte Android-Tablets (Archos 7 Home Tablet: 800x480px).

nook_paketBarnes & Noble sieht vielfarbige Zeitungen und Zeitschriften sowie kindgerechte Literatur (sprich: Bilderbücher) und natürlich Enhanced eBooks als primäre Inhalte für den Nook Color. Dazu wird neben dem schon vom Nook bekannten eBook Store ein digitaler Zeitungskiosk implementiert, über welchen Periodika vorm Kauf generell 14 Tage kostenlos proabonniert werden können – ein vorbildlicher Ansatz. Zur Verbindung mit den Online-Shops sowie zum Surfen und Mailen verfügt der Nook Color über ein integriertes WiFi-Modul – 3G war aus Kostengründen erst einmal keine Option.

Der Nook Color ist in den Staaten ab sofort vorbestellbar und soll vom 17. November an ausgeliefert werden; Kostenpunkt: 249 US-Dollar. Damit liegt der ‚eBook Reader‘ preislich über vielen Einstiegstablets, hat diesen Geräten aber ein deutlich lesefreundlicheres Display voraus. Lesefreunde, denen E-Ink Devices einfach zu altbacken und funktional allzu auf die Kernfunktion „Lesen“ eingeschränkt sowie an farbigen und/oder multimedialen Inhalten interessiert sind, bekommen von Barnes & Noble mit dem Nook Color eine durchaus interessante Alternative zu iPad & Co. an die Hand. Hersteller dedizierter eBook Reader mit Graustufendisplays werden aber nicht um ihr Geschäft fürchten müssen, Zielgruppe und Qualitäten vom Nook Color differieren hier doch deutlich.

Wie alle Lesegeräte von Barnes & Noble ist auch der Nook Color erst einmal „US only“. Hierzulande wildert Pocketbook mit dem Anfang November erscheinenden 7″ Android-Tablet Pocketbook IQ (160 Euro) in einem ähnlichen Revier; im direkten Vergleich ist das Pocketbook schwerer (515 Gramm), kurzatmiger (5 Stunden) und etwas geringer auflösend (800x600px), allerdings auch ein bisschen günstiger.

<via Teleread, Golem>

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Kommentare


Thomas Knip 28. Oktober 2010 um 01:25

Mit welchem OS läuft der nook? Beim Pocketbook IQ erhalte ich für den Preis wenigstens eine relative offene Android-Umgebung.

Antworten

Christoph 28. Oktober 2010 um 11:47

Vermutlich ähnlich wie der Borders-Reader in den USA auch hier ein Android-Tablet.
Das Gerät von Borders kostet zwar mit $169 deutlich weniger, ist aber auch nur mit einem 600×800-Bildschirm ausgestattet und mit einem resistiven Touchscreen. Letzteres ist für Android-typische Eingabegesten keine geeignete Technik.

Vielleicht kann der Nook Color ja hier besser dienen?
Als Dauerbegleiter taugt die Farbflunder aber schon aufgrund der geringeren Akkulaufzeit nur bedingt.
Für alles Farbige, Bewegte oder Interaktive ist es allerdings besser geeignet.

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calvin 28. Oktober 2010 um 14:41

lt. Engadged ist ein kapazitives, IPS Display verbaut mit einem sehr guten Ablesewinkel. Die Fotos welche man bei Engadget sehen kann, zeigen einen sehr großen Ablesewinkel ohne Farbverfälschungen.

Es ist also imo die gleiche Dislplaytechnik wie im ipad eingebaut.

calvin

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ck42 29. Oktober 2010 um 10:29

Wieso soll LED-Hintergrundbeleuchtung eigendlich die Augen ermüden? Bei Unschärfe, schlechtem Kontrast oder Flackern könnte ich den Vorwurf verstehen?

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PeterS 31. Oktober 2010 um 19:18

@ck42:
Man schaut immer direkt in eine Lichtquelle. Manche Leute stört das mehr, manche weniger beim Lesen von Texten.
Ich z. B. mag es nicht über einen längeren Zeitraum auf solchen Displays zu lesen.

Antworten

Bigboo73 1. November 2010 um 22:50

Es scheint tatsächlich bei jedem anders zu sein, ich benutze mein ipad abends zum lesen, das strengt mich nicht so an wie ein Buch mit Leselampe, tagsüber kommt der ebookreader zum einsatz.

Mit dem ipad und z.b. iBooks kann man einfach den Bildschirm dimmen, so dass man sich eine angenehme Helligkeit schaffen kann. Ich weiß natürlich nicht wie sich solche günstigen lcd reader da verhalten.

1024×600 bei 7″ ist prima. Für tagsüber möchte ich es aber nicht haben.

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