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Pocketbook Ultra im Test [+ Video]

Nach dem Amazon Kindle Paperwhite 2 und dem Tolino Vision ist das Pocketbook Ultra der erst dritte eBook Reader mit einem E-Ink-Display der Carta-Generation. In diesem Trio hat das “Ultra” etliche Alleinstellungsmerkmale, von Audiofunktion über haptische Blättertasten bis hin zu einer 5-Megapixel-Kamera – und einem besonders hohen Preisschild (169 Euro). Ob die längste Feature-Liste das Pocketbook Ultra auch zum besten Lesegerät macht, klärt unser Test.

Schon lange vor seinem Verkaufsstart machte das Pocketbook Ultra von sich reden. Schon im März sickerten auf einer Design-Award-Website Fotos und wesentliche Spezifikationen des Ultra durch- das Interesse war seither groß, nicht zuletzt ob der Kamera nebst OCR-Funktion.

Doch schon die offizielle Präsentation (geplant für die Pariser Buchmesse Mitte März) verzögerte sich. Erst im Mai wurde das Pocketbook Ultra angekündigt, der offizielle Verkaufsstart auf Juni terminiert. Dass das Gerät erst jetzt, zwei Monate später, erhältlich ist, begründete uns ein Pocketbook-Sprecher mit der Abhängigkeit von “unterschiedliche Faktoren, die wir nicht immer beeinflussen können.”

Optik und Haptik

 

Pocketbook Ultra

Pocketbook Ultra

In den letzten drei Jahren steckte Pocketbook seine jeweiligen Top-Modelle (Touch, Touch Lux / 2) in das immer gleiche graumäusige Industrieplastik-Gehäuse. Die Geräte des Unternehmen wirkten zunehmend aus der Zeit gefallen, nachdem sich Kobo und inzwischen auch andere Hersteller beim Design elektronischer Lesegeräte zunehmend an Tablets und Smartphones orientieren.

Mit dem Pocketbook Ultra ist jetzt auch der nach eigenen Angaben weltweit viertgrößte eBook-Reader-Hersteller im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhundert angekommen. Der Sechs-Zoller steckt in einem Gehäuse, das den optischen Vergleich zum E-Ink-Carta-Wettbewerb nicht scheuen braucht. Das Gerät verfügt wie der Tolino Vision über eine zweifarbige Gestaltung (Front schwarz, Rahmen und Rückseite nach Wahl braun/weiß/türkis). Markant sind die spitzen oberen Ecken, womit sich das Gerät gestalterisch deutlich von der komplett abgerundeten Konkurrenz unterscheidet.

Das Pocketbook Ultra ist sichtbar schmaler als Kindle Paperwhite 2 und Tolino Vision, bedingt durch den wesentlich schmaleren Rahmen. Einen vollen Zentimeter beträgt der Unterschied zum Amazon-Gerät, 7mm zum Vision. Das und das geringe Gewicht von nur 175 Gramm (Kindle PW2: 206 Gramm) machen sich in der Handhabung bemerkbar, das Pocketbook Ultra liegt sehr locker in der Hand. Eine Gefahr bei der Verkleinerung des Rahmens ist natürlich immer die unbeabsichtigte Berührung des Touchscreens durch unachtsam abgelegte Finger. Tatsächlich liegt der Daumen in der typischen Lesehaltung merklich angewinkelter über der Hand als beim Kindle Paperwhite 2 (, um eben nicht das Display zu verdecken). Bei unserem dreitägigen Test war das nicht problematisch, bei längeren Lese-Sessions könnte aber häufiger umgegriffen werden müssen, um die Hand zu entspannen. Letztlich ein zweischneidiges Schwert, diese Design-Entscheidung.

Kommen Tolino Vision und Kindle Paperwhite 2 ganz ohne haptische Tasten auf der Gehäuseoberfläche aus (der Tolino Vision hat immerhin einen sensorischen Home-Button), hat das Ultra gleich deren vier: Home, vor/zurück und Kontextmenü. Die Tasten sind sehr dezent in die gummierte schwarze Fläche unterhalb des Display integriert und haben einen klar differenzierten Druckpunkt. Geschmacksache hingegen ist der Druckpunkt der beiden mittig rückseitig platzierten Blättertasten. Pocketbook wollte wohl Fehlbedienungen der Tasten, über denen der Zeigefinger (je nach Veranlagung links/rechts) beim Lesen dauerhaft ruht, um jeden Preis vermeiden. Infolge dessen wurde ein recht harter Druckpunkt gewählt, der Zeigefinger muss richtiggehend ans Gehäuse gepresst werden damit etwas passiert.

Zubehör

Pocketbook Ultra im Kunstleder-Cover

Pocketbook Ultra im Kunstleder-Cover

In der zweckmäßigen Verpackung des Pocketbook Ultra steckte einzig ein USB-Kabel zur Aufladung und Dateiübertragung. Das ist inzwischen Usus, bei einem 169 Euro teuren Gerät hätten wir uns aber durchaus zumindest über ein USB-Netzteil gefreut. Als offizielles Zubehör offeriert Pocketbook ein Kunstleder-Sleep-Cover mit rückseitigen Aussparungen für Kamera und Blättertasten in verschiedenen Farben zum Preis von 30 Euro, es wiegt rund 80 Gramm. Skurriler Hinweis auf der Verpackung: “Die Lebensdauer des Zubehörs beträgt bei korrekter Lagerung und Verwendung 6 Monate ab dem Herstellungsdatum (sic!).” Wann kommen endlich Haltbarkeits-Angaben für eBook Reader?

Technik

Das Pocketbook Ultra verfügt über das gleiche besonders kontrastreiche E-Ink-Carta-Display wie Tolino Vision und Kindle Paperwhite, es löst 1024x758px auf. Der interne Speicherplatz von 4 Gbyte (abzüglich System-Folder rund 2,4 Gbyte frei für Dateien) ist mittels microSD-Karte um weitere 32 Gbyte erweiterbar. Weil das Pocketbook Ultra als einziger E-Ink-Carta-Reader über eine Audio-Funktion verfügt, ist die Erweiterungsmöglichkeit hier besonders viel wert. Die Hardware (1-GHz-CPU, 512 Mbyte RAM) liegt auf Konkurrenz-Niveau und sollte eigentlich für einen flüssigen Betrieb ausreichen.

Technisches Highlight neben dem E-Ink-Carta-Panel ist zweifelsohne die integrierte 5-Megapixel-Kamera mit LED-Blitz Autofokus. Sie ist ganz offensichtlich optimiert fürs Einlesen von Texten, kann aber auch “normale” Fotos machen. Die maximale Auflösung beträgt 2592x1944px.

Software, Arbeitsgeschwindigkeit

Mit dem Pocketbook Ultra debutiert auch die neue Bedienoberfläche von Pocketbook. War das Interface bisheriger eBook Reader von Pocketbook sehr trocken-funktional gestaltet, dominieren jetzt grafische Elemente das Hauptmenü und die Bibliothek. Nach wie vor gibt es viele Sortier- und Kategorisier-Möglichkeiten (Tags alias Genres, Regale, Ordnerstruktur), dank der sich auch große E-Book-Sammlungen komfortabel verwalten lassen. Insgesamt ist die neue Oberfläche damit ein deutlicher Gewinn im Vergleich zur alten Textwüste.

Dass die Firmware neu ist, offenbart sich allerdings leider auch an anderer Stelle: Es gibt zahlreiche Abstürze (an unserem Testwochenende mehr als ein Dutzend) und immer wieder nervige Verzögerungen, auf die wir in den Folgepunkten eingehen. Insgesamt macht das Pocketbook Ultra einen sehr trägen Eindruck, was eigentlich nicht an der Hardware liegen kann. Bei der Optimierung der Firmware hat Pocketbook ganz offensichtlich noch eine Menge Arbeit vor sich.

Lesen

E-Books kommen auf einer Vielzahl von Wegen in den Gerätespeicher: Neben dem klassischen Übertragungsweg mittels USB-Kabel, dem Download in Reichweite von WLAN-Hotspots sowie dem microSD-Slot ist hier zuvorderst die Dropbox-Schnittstelle zu nennen. E-Books können in einen vordefinierten Dropbox-Ordner verschoben werden, der sich mit dem Gerätespeicher synchronisieren lässt. Nach einer etwas frickligen Einrichtung ähnlich komfortabel ist die Send-to-Pocketbook-Funktion, über die E-Books per E-Mail aufs Gerät kommen.

Das Pocketbook Ultra kommt wie auch seine inoffiziellen Vormodelle mit einer Vielzahl von Dateien zurecht. Neben der obligatorischen Unterstützung von epub- und pdf-Files mit und ohne Adobe DRM werden nativ unter anderem Word-Dateien unterstützt (.doc, docx), das kann kein anderer E-Ink-Carta-Reader.

Pocketbook Ultra – Textanpassungs-Optionen

Textanpassung

Die Zahl der Textanzeige-Optionen hingegen hat Pocketbook merklich reduziert. Gab es beim Pocketbook Touch Lux 2 noch sieben verschiedene Zeilenabstände, so sind es beim Pocketbook Ultra nur noch drei. Schriftschärfe und Textrichtung lassen sich überhaupt nicht mehr anpassen. Dafür stehen eine Vielzahl von Fonts zur Auswahl, weiterhin lassen sich problemlos neue Schriften installieren. Hat man genug vom Lesen, kann man sich den E-Book-Text auch vorlesen lassen. Die Computerstimme ist eine besserer Art, wird bei ihr unbekannten Wörtern aber schnell unverständlich und ist qualitativ natürlich meilenweit weg von “echten” Hörbüchern.

Zum Blättern gibt es drei Optionen: Der Touchscreen (wischen oder tappen), die rückseitigen Blättertasten oder die Funktionstasten unter dem Bildschirm. Die übliche Handhaltung würden die rückseitigen Blättertasten prädestinieren – wir ertappten uns aber schon nach kurzer Zeit dabei, nur noch den Touchscreen zu nutzen. Der sehr harte Druckpunkt der rückseitigen Blättertasten lud nicht gerade zur Betätigung ein, über den kapazitiven Touchscreen blättert es sich unkomplizierter. Ungewohnt: Sowohl der linke als auch der rechte Bildschirmbereich dienen dem Vorblättern, zurück kommt man nur durchs Tappen aufs untere Bildschirmdrittel (oder natürlich durch die Tasten). Im Test kam es allerdings mehrfach vor, dass scheinbar willkürlich über die gesamte Bildschirmfläche nur noch nach vorne geblättert werden konnte – ein klarer Software-Fehler, der bei so einer essentiellen Funktion nicht passieren darf.

Bei der Blättergeschwindigkeit kann es das Pocketbook Ultra in keinem der von uns getesteten E-Books mit Tolino Vision oder Kindle Paperwhite 2 aufnehmen. Selbst in einer “leichten” Datei ist der Unterschied deutlich (siehe Video).

Schreiben, Arbeiten, PDF

Zur Textbearbeitung gibt es die üblichen Funktionen: Notizen, Anmerkungen, Highlights. Darüber hinaus sind eine Vielzahl von Wörterbüchern des russischen Anbieters Abbyy (darunter de-en und en-de) sowie das gemeinfreie Englisch-Englisch-Wörterbuch Webster’s 1913 vorinstalliert. Hinzu kommen diverse Social-Reading- und Social-Sharing-Funktionen, die im Vergleich zu Vorreiter Kobo aber noch sehr rudimentär ausfallen.

Bei PDF-Dateien beherrscht das Pocketbook unter anderem Pinch-to-Zoom, PDF-Reflow, eine Vergrößerung auf Bildschirmbreite und das Zuschneiden von Rändern. In der Theorie liest sich das brauchbar, in der Praxis macht die lahme Betriebsgeschwindigkeit die Arbeit mit größeren, bildlastigen PDF-Dokumenten aber nahezu unmöglich. Unser 17 Mbyte großes PDF der TAZ, das wir seit Jahren verwenden, zwang das Ultra mehrmals in die Knie, es gab sekundenlange Hänger bis hin zum Totalabsturz (siehe Video). Ein solches Verhalten haben wir seit Jahren bei keinem eBook Reader gesehen, schon gar nicht in dieser Preisklasse.

Display, Beleuchtung

Kindle PW, Pocketbook Ultra, Tolino Vision (alle mit 100% Beleuchtung)

Kindle PW, Pocketbook Ultra, Tolino Vision (alle mit 100% Beleuchtung)

Das Pocketbook Ultra verfügt über das gleiche Display wie Kindle Paperwhite 2 und Tolino Vision, trotzdem gibt es sichtbare Unterschiede in der Qualität. Bei ausgeschalteter Beleuchtung wirkt der Hintergrund des “Ultra” minimal dunkler als der der Konkurrenz (womit der Kontrast minimal schlechter ist), bei eingeschalteter Beleuchtung ist der Unterschied frappierend. Der Kindle Paperwhite 2 hat dann klar den besten Kontrast, der Hintergrund ist hier wirklich nahezu papierweiß.

Tolino Vision und Pocketbook Ultra sind deutlich dahinter und zueinander ungefähr auf Augenhöhe. Hier und auch bei der Gleichmäßigkeit der Beleuchtung wird deutlich, dass Amazon mit seiner Beleuchtungstechnik ein gutes Jahr Vorsprung gegenüber der Konkurrenz hat (und wohl auch größere Entwicklungs-Budgets). Die Ausleuchtung unseres Pocketbook Ultra war gleichmäßig: Erfahrungsberichten in verschiedenen Foren, auch bei uns, ist das nicht immer so. Verschiedene Nutzer berichten von einem Gelbstich und Farbverläufen im oberen Bildschirmviertel. Mit diesem Problem hatte auch die erste Kindle-Paperwhite-Generation zu kämpfen, mittlerweile hat sich die Lieferqualität hier aber auf hohem Niveau eingependelt.

Kamera

Neben dem E-Ink-Carta-Display ist die integrierte 5-Megapixel-Kamera ein wesentlicher Grund für die große Erwartungshaltung im Vorfeld und für den hohen Preis. Die Knipse kann normale Fotos machen, ihre wahre Stärke spielt sie aber auf der Nahdistanz aus. Die Kamera-App verspricht, abfotografierten Text erkennen zu können, die Essenz lässt sich dann als PDF- oder TXT-Dokument speichern.

Pocketbook Ultra – Kamera

Pocketbook Ultra – Kamera

Auch hier gilt leider: So weit die Theorie. In der Praxis ist die Kamera-App das beste Beispiel dafür, wie unfertig das gerade in den regulären Verkauf gegangene Pocketbook Ultra ist. Selbst bei besten Lichtbedingungen sind die Fotografien miserabel, mit wie ohne Blitz. Auch nach manuell vorgenommenen Korrekturen (Schärfe, Helligkeit, Filter) ist die App nicht in der Lage, aus den Fotos halbwegs zuverlässig Text auszulesen. Pocketbook kündigte bereits ein Firmware Update der Kamera-Funktion an.

Ein weiteres Ärgernis (umso mehr man die Kamera nutzt, desto größer) ist die Positionierung der Kameralinse am rechten unteren Rand, also genau da, wo Rechtshänder das Gerät üblicherweise festhalten. Wer etwa Buchseiten abfotografieren will und das Buch dafür offen halten muss, muss das Ultra in die linke Hand nehmen, mit rechts die Buchseite positionieren und dann noch irgendwie auf einen Auslöseknopf kommen (siehe Video). Abenteuerlich.

eBooks kaufen, Cloud, Apps

E-Book-Store von Osiander

E-Book-Store von Osiander

Schon anlässlich unseres Testberichtes zum Pocketbook Touch Lux vor mehr als einem Jahr beschrieb ein Pocketbook-Sprecher die Integration des E-Book-Shops als mobile Browser-Seite als “nicht optimal”. Sie ist es auch beim Pocketbook Ultra nicht, das wiederum den E-Book-Store (bei unserem Testmuster von Osiander) im Web-Browser lädt. Die integrierten Stores von Amazon und von den Tolino-Allierten sind im Vergleich wesentlich zugänglicher (mehr dazu: eBooks kaufen (Infoseite)).

Auch mangelt es Pocketbook weiterhin an einer richtigen eigenen Cloud, was allerdings über die Dropbox-Integration teilweise wettgemacht wird. Ärgerlicher ist da die vollständige Abstinenz eigener Shopping- und Lese-Apps. “Vernetztes Lesen” scheint bei Pocketbook immer noch ganz weit weg.

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Pocketbook Ultra im Test bei Youtube
Sprungmarken: Blick auf die HardwareBedienoberflächeLeseoptionen, BlätternPDF-AnzeigeStore, KameraBeleuchtung (vs Tolino Vision, Kindle PW 2)Fazit

Fazit

+

Hardwareseitig hat Pocketbook enorm aufgeholt. Das Pocketbook Ultra ist ohne Zweifel der schönste eBook Reader, den das Unternehmen bislang gebaut hat. Die Optik ist nicht nur Selbstzweck, so liegt das Gerät dank des schmalen Gehäuse knackig und infolge des geringen Gewichtes federleicht in der Hand. Die Verarbeitungsqualität unseres Testgerätes ist hervorragend.

Auch die neue Bedienoberfläche ist ein klarer Schritt nach vorne – Pocketbook verabschiedet sich von der sterilen Textwüste der Bedienoberflächen seiner vorigen Modelle, ohne deren Funktionsvielfalt in größerem Umfang zu bescheiden. Bei der Bedienung gibt es schon aufgrund der sechs weitgehend frei konfigurierbaren Funktionstasten eine im Premium-Reader-Bereich einmalige Vielfalt. Die Textanzeige auf dem kontrastreichen E-Ink-Carta-Bildschirm ist zumindest auf Augenhöhe zum epub-Konkurrenten Tolino Vision.

Die mehrmalige Verspätung erst der Vorstellung, dann des Verkaufsstarts war offenbar noch nicht genug, um auch nur die gravierndsten Firmware-Probleme zu beseitigen. Die Arbeitsgeschwindigkeit ist unterdurchschnittlich, ständige Wartezeiten selbst auf kleine Kontextmenüs lassen keinen Bedienfluss aufkommen. Hinzu kommen regelmäßige Hänger und Abstürze von einzelnen Apps oder gar des ganzen Gerätes. Die PDF-Anzeige ist ab einer gewissen Dokumentgröße derzeit kaum zu gebrauchen, die Kamera-App – Stand: heute – ein glatter Totalausfall.

=

pocketbook ultra finalSelten passte die Redewendung “Der Schein trügt” auf einen eBook Reader so gut wie auf das Pocketbook Ultra. Auf den sprichwörtlichen ersten Blick handelt es sich sich um einen schicken, hochwertig verarbeiteten eBook Reader mit intuitiv bedienbarer Bedienoberfläche und zahlreichen spannenden Zusatzfunktionen. Doch umso mehr man sich mit dem Gerät auseinandersetzt, desto größer wird die Ernüchterung. Man gewinnt den Eindruck, der eBook-Reader-Spezialist hat sich mit seinem “Ultra” schlicht übernommen. Infolge der vielen Baustellen, die unter anderem mit dem neuen Gehäuse, dem neuen Display, der neuen Bedienoberfläche und dem erstmaligen Einbau einer Kamera eröffnet wurden, ist es Pocketbook ganz offenbar nicht gelungen, zum Verkaufsstart ein wirklich marktreifes Gerät auf die Straße zu bekommen.

Damit ist Pocketbook freilich in “guter” Gesellschaft, zuletzt bemängelten wir in unserem ersten Tolino-Shine-Testbericht die Auslieferung eines Gerätes, das beim Kunden zu reifen habe. Das macht das Pocketbook Ultra aber nicht besser, schon aufgrund des ambitionierten Verkaufspreises von 169 Euro. Für 40 Euro (Tolino Vision) beziehungsweise 60 Euro (Kindle Paperwhite 2) weniger bekommen Interessierte wesentlich ausgereiftere und im Endeffekt damit eben auch bessere Lesegeräte. Das Beispiel Tolino Shine, das nach mehreren großen Firmware Updates doch noch ein gutes Lesegerät wurde (Testberichte Übersicht), macht Hoffnung für das Pocketbook Ultra – ein riesiges Potenzial ist der Hardware nicht abzusprechen. Bis dahin ist das Gerät aber nur neugierigen Digital-Lesern mit einer gewissen Frustrationstoleranz zu empfehlen.

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Kommentare


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[…] Bleibt die Frage nach dem Verhältnis von Preis und Leistung. 190 Euro sind für einen Sechs-Zoller ohne besondere Funktionen im Jahr 2014 zweifelsohne viel Geld. Der Kindle Paperwhite 2 ist auch im Vergleich zum Kindle Voyage noch ein sehr gutes Lesegerät und kostet satte 80 Euro weniger – viel Geld, das sich etwa in Dutzende Stunden digitalem Lesespaß investieren ließe. Der Kobo Aura H2O kostet 10 Euro weniger und hat ein größeres Display nahezu der gleichen Güte, zusätzlich ist er wasserdicht. Und das Pocketbook Ultra bringt zum gleichen Preis unter anderem Audio nebst Text-To-Speech, unzählige Anpassungsoptionen, einen microSD-Slot, eine Kamera mit OCR-Funktion und und und (hier stimmt das Gesamtergebnis aber nicht). […]

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