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Reaktionen auf Tolino Shine: Licht und Schatten

Tolino-ShineDer Tolino Shine bekam am Freitag und über das Wochenende die Aufmerksamkeit, die ihm gebührt. Der deutsche Gegenentwurf zum Kindle wurde mit zahlreichen Presseberichten bedacht und von Lesefreunden kontrovers diskutiert.

Was für eine Bedeutung der Tolino Shine für die beteiligten Unternehmen hat, war bei der Vorstellung der Plattform am Freitag offensichtlich. Für den Tolino haben erbitterte Konkurrenten eine Allianz geschmiedet und nehmen viel Geld in die Hand. Keine Frage: Dieser Schuss muss sitzen. Auch das Publikumsinteresse ist groß, der Freitag war der besucherstärkste Tag auf lesen.net seit zweieinhalb Jahren (Vorstellung des Oyo).

Hardwarebasis dieselbe wie bei Kobo Glo und Bookeen HD FrontLight

Bei der Hardware setzt die Tolino-Allianz auf Standardkost, wie schon unser Kurz-Test des Tolino Shine klärte. Die optischen und funktionalen Ähnlichkeiten zur Konkurrenz sind kein Zufall: Der Tolino Shine wird von Longshine gefertigt, eine Tochter des Taiwaner OEM Netronix. Netronix zeichnet sich auch für die Herstellung der E-Book-Reader von Kobo und Bookeen verantwortlich (nicht aber für den Kindle, der von Foxconn gebaut wird).

50.000 Geräte zum Verkaufsstart

Zum Verkaufsstart haben die Tolino-Partner rund 50.000 Geräte auf Lager, sagte uns ein Longshine-Sprecher. Doch die Tolino-Gerätebasis ist noch größer: Pünklich zum Verkaufsstart am Donnerstag soll es Lese-Apps für iOS- und Android-Geräte geben, ab Mitte März werden die von Thalia verkauften Cybook Odyssey und Bookeen HD FrontLight per Firmware Update an die TolinoCloud angebunden.

Lob für Cloud und Offenheit, …

Dutzende Medienberichte (ein gutes Roundup gibt es beim Buchreport) beschäftigten sich bislang mit dem Tolino Shine, ein Tolino-Shine-Thread in unserem Forum hat bereits über 400 Beiträge. Die Reaktionen auf das Gerät sind vielfältig und größtenteils wohlwollend. So wird der offene Ansatz gelobt – gerade auch in dem Zusammenhang, die Onleihe der öffentlichen Bibliotheken mit dem Tolino Shine nutzen können.

Positiv bemerkt wird außerdem die im Vergleich zum Kindle komfortablere (Upload direkt übers Gerät möglich) und größere (25 zu 5 Gbyte) Cloud. Zudem wird die Dichte der nutzbaren WLAN-Hotspots als Vorteil gegenüber Amazon empfunden.

…Kritik an Innovationsarmut und Design

Durchwachsene Reaktionen gab es auf das ungewöhnliche Design mit dem im Vergleich zu Kindle & Co. langen „Unterbau”. Während einige Leser die bessere Griffigkeit dieses Formfaktors hervorheben, ist anderswo von „DDR-Design” die Rede. Bedauert wird außerdem der Verzicht auf seitliche Blättertasten.

tolino shine 1

Gegenüber Kindle Paperwhite, aber auch der „offenen” Alternative Kobo Glo hat der Tolino Shine zum Start weg weniger Funktionen, die über die Textanzeige hinausgehen. Highlights, Notizen zu Textstellen, Wörterbücher – alles Fehlanzeige. Zwar versprechen die Tolino-Partner regelmäßige Updates mit neuen Features, zum Start weg ist der Tolino softwareseitig aber dünn aufgestellt. Hin kommen Fragezeichen hinter der Stabilität der Firmware angesichts der am Tolino beteiligten Unternehmen: „Ich bin als Oyo-Geschädigte bei einer Thalia Eigenentwicklung (auch wenn noch Partner im Boot sind) eher skeptisch”, formuliert es eine Foristin.

dotbooks-Mitarbeiter Robert Goldschmidt listet in seinem Blog gleich 4 Argumente gegen das Tolino-Projekt. Es sei vor allem ein Gerät (auch noch einer vermeintlich aussterbenden Gattung), keine offene Lösung (weil auch auf hartem DRM basierend), mache nichts besser als Amazon und die beteiligten Unternehmen seien eher Bremser als Innovatoren.

Tolino Shine: Nächste Wochen sind richtungsweisend

In was für eine Richtung die Reise für den Tolino Shine geht, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht seriös abzuschätzen. Mit Spannung schaut die Branche in Richtung Wochenende, wo der Tolino Shine in den Filialen von Weltbild, Thalia und Hugendubel in den Verkauf geht und an Vorbesteller ausgeliefert wird. Die ersten Test- und Erfahrungsberichte sowie die Stabilität und Update-Policy von Firmware wie Apps werden schon mehr Aufschluss über die Perspektiven des Projekts geben. Wir begleiten den Tolino Shine natürlich weiterhin ausführlich und bemühen und um ein zeitiges Testmuster.

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Kommentare


Tobias Auth 5. März 2013 um 19:09

Ist der Tolino wirklich offen? Ich denke eher nicht: http://buchblog.de/tolino-grosse-worte-und-nichts-dahinter/

Antworten

Robert Goldschmidt 6. März 2013 um 03:37

Lieber Herr Haupt,
ein kleiner Verwechsler ist ihnen unterlaufen:
“dotbooks-Mitarbeiter Robert Goldschmidt listet in seinem Blog gleich 4 Argumente gegen das Tolino-Projekt.”
Es stimmt, dass es zwar mein blog ist, aber der Artikel ist von Dennis Schmolk. Ich arbeite auch nicht bei dotbooks, sondern Dennis.

Beste Grüße

Robert

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Dennis 6. März 2013 um 09:15

Da kann ich Robert nur vollumfänglich zustimmen, Artikel und einige dotbooks-Titel sind auf meinen Mist gewachsen, nicht auf seinen;).

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Otto 7. März 2013 um 11:32

Hallo,

habe einen Tolino Shine gekauft.

Bin voll zufrieden:

PDF, ePub und TXT Dateien kann ich von meiner SD-Karte einfach drauf laden egal wo ich die her habe. Laden von gutenberg.org geht genauso gut wie meine Uni-Unterlagen direkt von der Institus-WebSeite zu öffnen… das kann weder mein alter Kobo Reader noch der Kindle von meiner Freundin… und die Bücher vom Kobo ließen sich einfach rüber ziehen… zusammen mit der Android-App für mein Handy eine coole Lösung und um längen besser als Kindle und Apple….

Viele Grüße

Otto

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Chräcker Heller 7. März 2013 um 13:00

Doch, Thobias, finde ich schon. Offen ist ein weiter Begriff. Man kann natürlich offen seine mit Adobe DRM versehende eBooks auf alle Adobe DRM-fähigen Geräte hin und her kopieren. Für mich als Nutzer reicht zum lesen diese “Offenheit” aus um mich gegenüber Amazon offen in meiner Gerätewahl zu sehen. Und das kann man auch auf einer Präsentation dann ruhig so reduziert nennen, es handelt sich schliesslich um eine Informierende Werbeveranstaltung. Da erwarte ich doch nicht, daß sie sagen, was alles nicht geht.

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Die ersten Tests zum Tolino Shine – Berichte und Erfahrungen | eBooks-lesen.net 7. März 2013 um 16:14

[…] Bertelsmann und der Deutschen Telekom mit einem Einführungspreis von rund 99 Euro auf dem Markt. Wie lesen.net berichtet, wurde das Gerät von der OEM-Netronix-Tochter Longshine gefertigt. Das Unternehmen baut auch die […]

Antworten

Juergen 7. März 2013 um 17:24

Heute angekommen.
Kann nichts besser als andere Geräte.
Für zahlende Kunden ohne IT-Erfahrung wieder einmal nur ein Bastelprodukt.
Viel tamtam, wenig dahinter.
Cloud und Opensource hin- und her, interessiert Lieschen Müller null

Antworten

tolino shine – Testbericht – Nettes Gerät mit wesentlichen Mängeln » absurde Zeiten 7. März 2013 um 18:06

[…] https://www.lesen.net/ereader/reaktionen-auf-tolino-shine-licht-und-schatten-6069/ […]

Antworten

Tobias Auth 7. März 2013 um 20:08

@Chräcker
Du hast Recht, “offen” kann ein dehnbarer Begriff sein. Umso wichtiger ist es aber, dass zumindest die Medien beschreiben, was im Bezug auf den Tolino damit gemeint ist. Pressemitteilung abschreiben oder Interview unkommentiert veröffentlichen reicht da nicht aus.

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Orleans 7. März 2013 um 21:54

Hallo Otto,
können die Bücher auf Tolino waagrecht + senkrecht gelesen werden? Gibt es Wörterbücher?

Danke für kurze Rückinfo.
Gruß

Antworten

Living the future » Blog Archive » Tolino gegen Kindle, der neue gegen den Platzhirsch 8. März 2013 um 09:31

[…] Dann hat der deutsche Buchhandel durchaus eine Chance, sich als empfehlenswerte Konkurrenz zu Amazon zu etablieren. Zumindest im EBook Bereich. Und zwei Aspekte sollten hierbei im Vordergrund stehen. Die Wahlfreiheit was Formate und Händler angeht und das Angebot. Hier muss ein breitgefächertes Angebot an Büchern verfügbar sein. ALLE Neuerscheinungen und möglichst viel aus dem aktuellen Programm. Nur bei einer großen Abdeckung ist das Gerät konkurrenzfähig. Denn Preis und Leistung, so erste Testberichte, stimmen. […]

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Tom 8. März 2013 um 09:44

hab ihn gerade bekommen
bin sehrzufrieden
kindle war mir zu sehr amazon verkaufsmaschine
telekomcloud und gratis internet an tk wlan hotspots ist auch toll
ps.keine wörterbücher und nicht waagerecht lesbar

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Otto 8. März 2013 um 13:17

@Orleans:
waagerecht lesen geht nicht, wörterbuch habe ich bisher keins gefunden… da is aber auch noch reichlich freier platz im menü neben inhaltsanzeige, FB, schriften usw… kommt vielleicht noch?

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Chräcker Heller 8. März 2013 um 13:22

In einem Beitrag nebenan schrieb jemand von Tolino, daß updates kommen, Wöterbuch angedacht ist, aber noch nicht beim nächsten dabei sein wird. Da hat man vielleicht vorher nicht genau geschaut, was gewollt wird. Und wenn das Ganze so schnell geht, wie das fixen der “unvorteilhaften” Apps geht, auch hier im Blog zu lesen, dann dauert es noch etwas.

Und Thobias, da bin ich ganz Deiner Meinung. Daher sollte der Vorwurf aber nicht an die Präsentatoren und Pressestellen von “Tolino” gehen, sondern an die Medien.

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Desaintph 9. März 2013 um 19:17

Ich hatte mir den Tolino auch bestellt. Da ich schon einen Sony PRS T2 und ipad habe, hatte ich mir durch den Zeitpunkt (Cebit…naja, Berlin?? :)) und die Beleuchtung einen kleinen “Technologiesprung” im eReader-Segment erhofft. Leider wurde ich enttäuscht. Das Design geht ja noch, aber vieles andere ist mir aufgestossen: z.B. der schwergängige Homebutton, die beiden anderen hingebastelten Knöpfchen, die hohle Plastikschachtel Anmutung insgesamt, das “Softbranding” vom Versender, der etwas zu oft aufploppende “bitte warten” Hinweis wenn man mal 50 Seiten auf einmal blättern möchte (nicht im Max und Moritz), die Unfähigkeit Kreditkartendaten zu speichern…. haben mich dann doch dazu bewogen mich vom Tolino wieder zu trennen. Schade, zu früh gefreut. Ich warte nun auf einen Reader mit höherer Auflösung und Kontrast und tendenziell eher wieder von einem Elektronikhersteller denn Händler. Einen Kindle mit allen Restriktionen würde ich mir sowieso nicht kaufen, insgesamt finde ich ebooks preislich unattraktiv, onleihe sollte also wenigstens funktionieren.

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Tolino Shine im Test [+Video] » eReader, Topnews » lesen.net 13. März 2013 um 18:53

[…] Kobo und Bookeen bauen) hat die Technik in ein graumäusiges, längliches Gehäuse gesteckt. Ob „DDR-Design” oder dezente Klassik, ist am Ende des Tages […]

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Tolino Shine: Der eReader von Weltbild.de im Test 22. März 2013 um 08:10

[…] Toline Shine bei Lesen.net: Reaktionen auf Tolino Shine: Licht und Schatten […]

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hase 28. März 2013 um 08:04

Ich wollte vom Kindl weg und habe mir deshalb noch einen Tolino gekauft. Leider fingen die Probleme gleich beim Einrichten an. Es war eine Qual ein Passwort einzugeben (für WLAN). Die Buchstaben oder Zahlen wurden jedesmal gleich mehrfach geschrieben, auch im Internet, was hier aber uninteressanter ist. Bei schnellem Blättern hängt das Gerät oder reagiert nicht sofort und blättert dann gleich mehrfach weiter. Werde das Gerät wieder zurückgeben, für mich ist es keine Alternative.

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Friedolinchen 18. Juni 2013 um 16:05

Auch ich bin vom Tolino keineswegs begeistert. Ich habe ihn mir erst gestern gekauft und nur Probleme damit. Erst brauchte er “Stunden” bis ich ins WLAN kam, dann konnte er das Update erst nach mehrmaligen Versuchen durchführen. Eine Anmeldung zum Shop ist überhaupt nicht möglich – seit Stunden sehe ich nur “Bitte warten” und irgendwann bricht er dann die WLAN-Verbindung einfach ab. Also ich habe mir das einfacher vorgestellt. Ich will ja nur einige Bücher für den Urlaub raufladen und lesen!!!! Ich bezweifle, dass ich das noch vor meinem Urlaubsbeginn in zwei Wochen schaffen werde.

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Friedolinchen 21. Juni 2013 um 12:55

Bin mit meinem Tolino ausgesöhnt und er funktioniert jetzt tadellos. Ich möchte ihn nicht mehr missen und kann ihn nur empfehlen.

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