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Sony bringt Comics auf die Playstation Portable

s1Gestern ludt Sony nach Köln zu einer dreistündigen Pressekonferenz im Rahmen der Spielemesse GamesCom. Wie erwartet wurde dabei eine besonders schlanke und günstige Version der hauseigenen Spielekonsole (Playstation 3 Slim) vorgestellt.

Neben dieser Breaking News ging fast eine zweite Ankündigung unter, die eine enorme Tragweite haben könnte: Sony will seine Taschenkonsole PSP (Playstation Portable) zum digitalen Lesegerät umfunktionieren, auch auf diesem Feld gegenüber dem iPhone konkurrenzfähig sein.

img0008Von Dezember an werden zunächst eine große Auswahl von Comics für die Plastation Portable verfügbar sein, hieß es auf der PK und in einer Pressemitteilung. Deals mit Contentprovidern wie Marvel und IDW Publishing sind bereits in trockenen Tüchern, so dass der Fangemeinde schon zum Start des Dienstes die Abenteuer vieler bekannter Superhelden offeriert werden können.

Der Name der Lesesoftware („Digital Reader“) impliziert hier aber schon, dass es im Erfolgsfall nicht bei Bildern bleiben wird. Sony bestätigte in Köln bereits eine eventuelle Ausweitung des Angebots auf weitere Bereiche, ohne allerdings das Kind (eBooks) beim Namen zu nennen.

Mit der Einführung von Comics für die PSP bewegt sich Sony in vergleichsweise sicheren Gewässern: Für die primäre Zielgruppe der Taschenkonsole (Jugendliche, junge Erwachsene) sind schnell und oberflächlich konsumierbare Inhalte wie Spiderman & Co. sicherlich erfolgsversprechender als tiefgründige Erzählungen. Hinzu kommt, dass die Vorteile vom brillanten (aber gegenüber zu e-Ink Displays wenig augenfreundlichen) PSP-Bildschirm bei Comics eher zum Tragen kommen.

Auf der anderen Seite würde Sony zusätzlichen Einnahmen durch ‚klassische‘ eBooks sicherlich nicht ablehnend gegenüberstehen, sollten sich hier Potenziale ergeben. Geschaffen werden müssten dann allerdings auch Einkaufsmöglichkeiten – Verlagspartnerschaften aus dem eReader-Geschäft könnten den Japanern hier hilfreich sein.

Für die PSP als eBook Lesegerät spricht ihr niedriger Preis (180 Euro), die Funktionsvielfalt und das integrierte WLAN-Modul zur kabellosen Übertragung von Literatur. Harken sind neben dem kleinen, hintergrundbeuchteten Display im (naheliegenden) Vergleich mit dem 20 Euro teureren iPod Touch fehlender interner Speicherplatz und eine deutlich schlechtere Individualisierungsmöglichkeiten (Stichwort: App-Store).

Für Vielleser kommen beide Devices ohnehin nicht in Frage. Wer aber nur hin und wieder ein bisschen Wartezeit mit Gaming, Musik und/oder leichter Literatur zu überbrücken hat, findet in der Playstation Portable vielleicht schon bald eine vollwertige Alternative zum Apple-Portfolio.

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