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Sony Reader Pocket Edition PRS-350 angefasst

sony-reader-prs-350-blauIm Zuge des jüngsten Modell-Refreshs hat Sony seine Pocket Edition deutlich aufgewertet: Aus dem ehemals monofunktionalen „NoFrills-Reader“ mit totalem Fokus auf die Kernfunktion Lesen ist ein Arbeitsgerät geworden, dass der ursprünglich deutlich höher positionierten Touch Edition kaum noch nachsteht. Wir haben den Sony Reader PRS-350 einen Monat vor dem Deutschland-Start ausprobiert.

Die Änderungen gegenüber der 1. Generation (Modellnummer PRS-300) sind frappierend, dafür reicht schon ein erster Blick aufs Gehäuse. Anstelle von zehn seitlichen Navigationstasten sowie unter dem Display platzierten Steuerkreuz kommt der PRS-350 wie Schwestermodell Touch Edition PRS-600/PRS-650 nun mit nur noch fünf haptischen Tasten (Home, Zoom, Blättern vor/zurück, Kontextmenü) aus – dem optischen Eindruck schadet das sicherlich nicht.

sony_reader_pocket_edition_prs350Mehr Sorgen müsste man sich um die Lesbarkeit machen, denn der Bildschirm der Pocket Edition ist nun auch berührungsempfindlich – ein Feature, welches sich bei der alten Touch Edition als Archillesferse erwies. Die zusätzliche Displayschicht resultierte selbst bei mäßigem Umgebungslicht in ärgerlichen Spiegelungen und milchiger Textdarstellung, unter direkter Sonneneinstrahlung war an entspanntes Lesen nicht zu denken.

Bei der Pocket Edition PRS-350 verbaute Sony nun erstmalig einen selbstentwickelten „optischen Touchscreen“. Hinter diesem Kunstbegriff verbirgt sich eine infrarotgestützte Erkennung der Position von Finger/Stylus auf dem Touchscreen. Der Berührungspunkt wird mit einer Matrix abgeglichen, anhand welcher das Gerät die angeforderte Aktion ausführt. Praktisch bedeutet das deutlich weniger Spiegelungen (auch wenn Displays gegenüber bedrucktem Papier hier naturgemäß den Kürzeren ziehen) und – auch infolge der neuen E-Ink Generation „Pearl“ – verbessertere Konraste und Schwarzwerte. Erstmalig ist sogar eine Anpassung der Helligkeit an die eigenen Vorlieben möglich.

Mit nur 155 Gramm hat die neue Pocket Edition noch einmal deutlich abgespeckt – 215 Gramm standen auf dem Datenblatt vom Vormodell. Neben der neuen Bildschirmtechnologie zeichnet sich dafür der vermehrte Plastikanteil am Gehäuse verantwortlich. So besteht nun etwa die komplette Rückseite des Geräts aus Kunststoff: Den optischen Eindruck des vorne nach wie vor aluminierten PRS-350 schmälert das kaum (weil hinten in der Regel ohnehin Hände, Schutzhülle oder eine Unterlage den Blick aufs Gerät behindern), die haptische Beurteilung dürfte variieren. Letztlich werden die meisten mit dem Deal „weniger Gewicht in der Tasche, dafür etwas minderwertigeres Gehäuse“ wohl einverstanden sein.

sony_reader_pocket_edition_prs350_2Keine zwei Meinungen wird es zum deutlich erweiterten Funktionsumfang geben: Wie bei der Touch Edition kann nun auch in der Pocket Edition markiert, notiert und (begrenzt) kopiert werden. Das im PRS-600 eingebaute englisch-englische Wörterbuch wurde mächtig aufgemotzt und kann jetzt auch übersetzen – und zwar nicht nur englisch-deutsch, sondern auch ins Französische,  Spanische, Niederländische und Italienische). Auch bei der pdf-Anzeige gab es diverse bemerkenswerte Optimierungen, auf welche wir nochmals in einem seperaten Artikel eingehen werden. Letztlich muss sich hier aber jeder bewusst sein, dass ein Fünf-Zoller zur Anzeige großformatiger Inhalte auch bei der weitentwickelsten Firmware nur bedingt geeignet ist und ein E-Paper Touchscreen nicht die Usabability eines kapazitiv berührungsempfindlichen Bildschiems a là iPad mitbringt.

Hardwareseitig gibt es mit der PRS-350 nun 2 Gbyte statt 512 Mbyte Platz für Texte, nach wie vor ist der Speicher aber nicht erweiterbar. Auch den MP3-Player spart sich Sony für die  Touch Edition auf – neben dem Speicher und der Bildschirmdiagonale die einzige verbliebene Differenzierung zwischen den beiden Lesegeräten. Dafür ist die Preisdifferenz von ehemals 100 Euro (Launchpreis PRS-300: 199 Euro; Launchpreis PRS-600: 299 Euro) aber auch auf 50 Euro (Launchpreis: PRS-350: 179 Euro; Launchpreis PRS-650: 229 Euro) zusammen geschmolzen.

Das Modell-Update ist Sony in jedem Fall geglückt: Zum Verkaufsstart im Oktober 2010 dürfte die neue Sony Reader Pocket Edition zumindest in der Fünf-Zoll-Klasse uneingeschränkte „State of the art“ sein. Für 180 Euro wird es dann aber auch diverse Sechs-Zoller geben, von denen zumindest zwei (Kindle 3, Oyo) auch kabellos mit Inhalten befüllt werden können. Wer auf diese Funktionalität verzichten kann und Wert auf Mobilität legt, wird mit der Pocket Edition PRS-350 viel Freude haben können.

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Kommentare


anonymous 5. September 2010 um 16:13

Klingt alles echt super und ich würde wohl keine Sekunde mit dem kaufen zögern, wenn da die merkwürdigen Farben nicht wären… blau und pink?! Wieso nicht schwarz wie beim Touch?

Antworten

Johannes 5. September 2010 um 16:24

Gute Frage, kann diese Differenzierung auch nich nachempfinden…soll wohl primär „handtaschenkompatibel“ sein.

Ciao
Johannes

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Mitch 5. September 2010 um 16:28

Mit „ab sofort vorbestellbar“ meinst Du im Video vorbestellbar aus USA, oder gibt es schon die Möglichkeit, in Deutschland vorzubestellen?

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Mitch 5. September 2010 um 16:33

Ziehe die Frage zurück. Habe gerade den Link gefunden. Komisch: Steuert man direkt den „Shop“ auf sony.de an, findet man den neuen Reader noch nicht, nur auf den Produktseiten.

Für mich stellt sich noch eine andere Frage: Finde ja den PRS-950 spannend, v.a. wegen des etwas größeren Displays als das vom PRS-650. Würde ich auch aus USA importieren, wenn der tatsächlich hier nicht auf den Markt kommt. Nun soll der ja auch Wi-Fi beherrschen. Die Frage ist:

Wird es die Möglichkeit geben, eigene Ebooks (ohne DRM) Wireless auf das Gerät zu bringen (also nicht aus dem Sony Shop)?

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carokann 5. September 2010 um 16:53

Ein 5„ ist mir für den Lesegenuss zu klein, wenn ich ständig umblättern muss kommt es nicht zum „flow-Erlebnis“, dass man Alles um sich herum vergisst. Als Gerät zum nachschlagen, irgendeiner Info im Beruf, „aus der Westentasche heraus“ denkbar. Geschäftsleute können ja auch sicher den Premium-Preis bezahlen.

THALIA hat auch sicher deshalb die Partnerschaft mit SONY auf Eis gelegt, weil der traditionelle Kunde einer Buchhandlung anders gestrickt ist. Der neue OYO kostet deutlich weniger, und so bleibt mehr Geld zum Kauf von Büchern übrig. Vergessen wir nicht, dass der Kindl 3 PEARL für weniger Geld bietet als SONY und sogar der OYO.

Ich denke nicht, dass SONY am Markt überleben kann als reines Designerstück.

SONY muss sich bald preislich bewegen und ich wette, dass in der nächsten Generation auch WLAN & 3G an Bord ist.

Ein Gerät, dass mir den problemlosen online-Kauf und wenigstens den kostenlosen Zugang zu aktuellen News & wikipaedia bietet wäre ein Bringer. In den USA leistet der kindle genau das. Ich hoffe, dass SONY und OYO mit 3G Modellen hier bald gleichziehen.

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Artchi 5. September 2010 um 23:52

Ich hatte mir vor ein paar Monaten den PRS 300 angeschaut (meinen ersten und einzigen), und fand das eInk-Display super genial! Wenn ich es nicht besser gewusst hätte, hätte ich echtes bedrucktes Papier vermutet.

Wenn ein EBook-Reader nicht dieses Feature hat, ist es ein K.O.-Kriterium.

Wird dieses Kriterium im kommenden 350-Test beachtet? Sonst macht ja so ein EBook-Reader wenig Sinn, wenn es wie blöd spiegelt.

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Markus 6. September 2010 um 00:56

Hab ich zwar bereits gepostet, wurde jedoch noch nicht beantwortet, daher nochmals.
Ich frage mich allerdings, wo der Preis von 229 € für den PRS 650 herkommt. Der Reader ist auf der Webseite von Sony vorbestellbar für 249,00 €.
https://www.sonystyle.de/shop/Reader-E-Book/Reader-E-Book/PRS650B.CEW
Wenn ihn einer für den günstigeren Preis sieht, so möge man mir doch bitte mitteilen wo. Bzw. an den Redakteur des Artikels, woher stammt der Preis von 229?

Antworten

markus 6. September 2010 um 02:10

Ich ergänz mal meinen eigen Post hiermit:
Womöglich wird der Preis von 229,99 Dollar mit Euro verwechselt?????

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R 6. September 2010 um 18:44

Mir hat die Vorstellung des PRS 350 auch Appetit gemacht. Ich hab ihn gleich bei Sony vorbestellt.
Ich find die Farben OK, das dunkle Blau ist doch sehr geschmackvoll…

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Serkan 7. September 2010 um 13:37

Ich bin bisher mit dem PRS-300 super zufrieden und finde dass die neuen Buttons am PRS-350 sehr gelungen sind. Allerdings schreckt mich das Touchscreen-Display ein bisschen ab, weil ich Angst vor „verschmierten“ Buchseiten hätte, die das Leseerlebnis trüben könnten. Wie verhält es sich mit Fingerabdrücken auf den E-Ink-Panels?

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Artchi 7. September 2010 um 16:47

Serkan! Du kannst doch zum Umblättern die Tasten benutzen (sind unten am Displayrand). Man muss das Display nicht mit den Fingern berühren. Und wenn man doch was auf dem Display machen will, kann man auch den Stylus nutzen.

Ich sehe da nicht mehr potenzielle Fettflecken als beim PRS-300.

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R 7. September 2010 um 19:09

Genau.
Für Goodies wie Suchfunktion, Text markieren, Notizen u.ä. braucht es nunmal mehr Eingabemöglichkeiten als ein paar einzelne Tasten.
Und da ziehe ich einen gut lesbaren Touch-Screen einer „Raumschiff-Kommandozentrale“ á la Kindle vor! (Allein schon der Gehäusegröße wegen…)

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Acer LumiRead angefasst » eReader » lesen.net 8. September 2010 um 09:24

[…] noch der alten Vizplex-Generation – die neuen ‘Pearl’-Panels u.a. der Sony Reader PRS-350 und PRS-650 sowie vom Kindle 3 haben rund 50% bessere Kontraste, kürzere Blätterzeiten und […]

Antworten

Marcel 14. September 2010 um 20:32

Servus!

Kann mir einer von euch sagen, ob das Display präzise genug ist um mit dem Stift Notizen in pdfs zu machen.Wäre recht nützlich fürs Studium aber ich glaube man kann nicht so klein schreiben, wie am Blattrand. Schwanke insofern hin und her zwischen Ereadern mit Notizfunktion oder ohne.

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carokann 17. September 2010 um 22:13

Neues hands-on Video

http://www.youtube.com/watch?v=GYyPo-fatOc&feature=player_embedded#!

das Teil ist schnell und bietet viele Einstellmöglichkeiten. Das Video zeigt viele der Menüs.

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Tobias 4. Oktober 2010 um 10:20

Hallo,
eigentlich müssten doch die Sony-Reader jetzt ausgeliefert werden, oder? Ist dem schon so? Gibts hierzu schon Neuigkeiten?

Antworten

Dadr 5. Oktober 2010 um 15:08

Wird aktuell ab heute ausgeliefert.

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Jürgen 6. Oktober 2010 um 13:01

Meiner ist heute gekommen! Einfach ein tolles Gerät, nur leider keine Hülle dabei. Weiss jemand, wo es eine passende gibt?

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Stefan 7. Oktober 2010 um 17:21

So,

nach dem späten Erscheinungstermin des OYOs habe ich mir auch den 350er bestellt:)

Wenn bei meiner Bestellung der Status „Versendet“ steht, wie lange muss ich mich wohl noch gedulden? Sony schreibt ja bis 7 Tage….

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Sony Reader Touch Edition PRS-650 angefasst » eReader » lesen.net 8. Oktober 2010 um 17:37

[…] Gehäuse selbst besteht wie bei der aktualisierten Pocket Edition nun nur noch auf der Oberseite aus Aluminium – unten verrichtet eine Plastikabdeckung ihren […]

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Henry 15. November 2010 um 12:08

Gibt es eine Kaufempfehlung zwischen dem Testsieger „Bookeen Cybook Opus“ und dem neu auf den Markt erschienenen „Sony PRS 350“? Für welchen sollte man sich entscheiden, bei fast gleichem Preis (abgesehen von dem Sonderangebot bei Hugendubel, nicht mehr erhältlich)! Danke für die Antwort.

Antworten

Henry 30. November 2010 um 14:23

Hallo, hat jemand Erfahrung gemacht mit dem „Prestigio eBook Reader PER3162B“. Ist der zu empfehlen? Danke für die Antwort!

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