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Sony Reader PRS-T3 im Kurztest [+Video]

Erwartungsgemäß hat Sony am heutigen Mittwoch auf seiner IFA-Pressekonferenz seinen neuen Sony Reader PRS-T3 vorgestellt. Wir konnten uns bereits vorzeitig einen ersten Eindruck vom Sechs-Zoller verschaffen, der auch ohne Vordergrundbeleuchtung durchaus seine Anhängerschaft finden kann.

Der Sony Reader PRS-T3 ist nur mit beiliegender Hülle erhältlich. Was vor einigen Jahren fast eine Selbstverständlichkeit war (der Sony Reader PRS-505 kam seinerzeit mit Ledercover), ist inzwischen eine absolute Ausnahmeerscheinung. Die Hülle des PRS-T3 ist außerordentlich kompakt und leicht (40 Gramm), das Lesegerät verschmilzt praktisch mit ihr. Zusammen kommen Hülle und Reader auf 200 Gramm – Sony betont, in der Kombination ist kein eBook Reader leichter. Kehrseite ist, dass auch „Hüllenverweigerer“ für das Cover mitbezahlen müssen. Ein Sony-Manager betonte, laut eigener Marktforschung würden 50 bis 60 Prozent der eBook-Leser eine Hülle nutzen und entsprechend von der aufeinander abgestimmten Kombination profitieren. Anders herum wird allerdings damit knapp der Hälfte der Leserschaft eine Ummantelung aufgedrängt, die sie nicht von sich aus angeschafft hätte.

sony-rader-prs-t3-3Trotz Cover fällt der Sony Reader PRS-T3 ausgesprochen kompakt aus, vor allem ist er deutlich schmaler als das Vormodell und auch als die Konkurrenz etwa von Kindle Paperwhite (siehe Video – dort zu sehen ist der alte Kindle PW, die neue Generation hat aber ein identisches Gehäuse). Bei etwa gleichem Gewicht zum Kindle Paperwhite (ohne Hülle wohlgemerkt) liegt der PRS-T3 deutlich griffiger in der Hand und ist auch mobiler – dank Cover kann das Gerät gefahrlos auch in einer Sakkotasche transportiert werden. Anders als Kobo, die sich mit ihrem Aura optisch den Tablets annähren, ist der Sony Reader PRS-T3 ein eBook Reader alter Schule; das E-Ink-Display ist ins Gehäuse versenkt (statt glatter Oberfläche bis zum Rand), wie beim PRS-T2 gibt es darunter fünf haptische Tasten. Seitliche Blättertasten sucht man leider weiterhin vergeblich. Positiv: Die Gehäuseoberfläche ist jetzt matt statt glänzend.

sony-reader-prs-t3-4Firmwareseitig hat Sony das ohnehin schon dicke Angebot an zwölf integrierten Wörterbüchern um drei monolinguale Ausgaben erweitert, darunter ein deutsch-deutsches Wörterbuch des Duden. Mit einem Tap lassen sich hier umfangreiche Erklärungen zu markierten Wörtern anzeigen. Wie bei Kobo sollen die Anzahl der notwendigen Bildschirminvertierungen zur Vermeidung von Ghosting deutlich reduziert worden sein – ein kompletter Neuaufbau sei nur noch alle 400 Seiten statt einstmals alle 5-6 Seiten nötig, sagt Sony. Im Test reagierte und blätterte sich der PRS-T3 zügig, ohne wirklich zu erstaunen. Deutlich vereinfacht wurde auch der integrierte Online-Store, mit dem der Weg zum eBook künftig ähnlich kurz sein soll wie beim Kindle Store.

Ein nettes Gimmick ist die Schnellladefunktion: In drei Minuten soll sich der PRS-T3 so weit aufladen lassen, dass zumindest ein Roman damit gelesen werden kann – laut Sony ein Feature, dass aus dem Musikbereich übernommen wurde. Anders als MP3-Player und Smartphones sind eBook Reader aber ohnehin schon sehr ausdauernd und eher selten im roten Akkubereich – kurz gesagt, ein Killerfeature ist das sicher nicht.

sony-reader-prs-t3-2Größter Kritikpunkt am Sony Reader PRS-T3 ist zweifellos die fehlende Vordergrundbeleuchtung des Displays, das jetzt immerhin ebenfalls 1024x758px auflöst (PRS-T2: 800x600px). Gerade in eher mäßig beleuchteten Umgebungen wie in unserem Video (Hotelflur) ist der Unterschied hinsichtlich der Lesbarkeit zwischen einem Leucht-Reader und dem PRS-T3 frappierend, der Kontrast bei einem beleuchteten Display deutlich besser. Sony bietet für den PRS-T3 ein optionales Cover mit Beleuchtung über einen Schwanenhals, der bei Nicht-Bedarf komplett im Gehäuse versenkt werden kann. Das von uns ausprobierte Pre-Production-Sample (das wir leider nicht abfilmen durften) überzeugte durch einen kompakten Formfaktor, die Ausleuchtung des Bildschirms war allerdings sehr ungleichmäßig und in seiner Intensität weit entfernt von integrierten Beleuchtungen.

Sony Reader PRS-T3: Verschenktes Potenzial

sony-reader-prs-t3-5Zwei Drittel der von uns befragten eBook-Reader-Interessierten wollen in ihrem nächsten Lesegerät unbedingt eine integrierte Beleuchtung haben – damit kann der PRS-T3 nicht dienen und wird von dieser Gruppe folgerichtig links liegen gelassen. Das ist schade, handelt es sich beim Sony Reader PRS-T3 doch um ein wirklich schickes und kompaktes Lesegerät mit (nach vielen Entwicklungsjahren) sehr ausgereifter Firmware und etlichen kleinen aber feinen Ideen. Wer ohne Beleuchtung auskommt und sich ohnehin eine eBook-Reader-Ummantelung zulegen wollte, kann entsprechend bedenkenlos zuschlagen. Alle anderen Lesefreunde werden sich wohl oder übel bei der Konkurrenz von Kobo (Aura), Amazon (Kindle Paperwhite 2nd Gen), Pocketbook (Touch Lux) oder bei der Tolino-Allianz umsehen müssen.

Der Sony Reader PRS-T3 kostet 139 Euro mit Standard-Cover, das separat erhältliche „Leucht-Cover“ schlägt mit 50 Euro zu Buche. Das Gerät kann ab sofort vorbestellt werden, die Auslieferung soll noch im September erfolgen.

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Kommentare


samy 4. September 2013 um 17:00

Hast du Infos darüber ob es auch einen T3 ohne Cover geben wird? Im Netz war vom Sony PRS T3S ohne Cover und einem Gewicht von 160 Gramm die Rede.

Antworten

Johannes Haupt 4. September 2013 um 17:04

@samy Nicht von Sony, vielleicht macht da aber ein Handelspartner was.

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ReaderT2 4. September 2013 um 17:22

Ist schon bekannt, was der zweite T3 bringen wird? Denn es sollen ja zwei Modelle auf den Markt kommen, oder hat sich da inzwischen etwas geändert? Gibt es dazu neue Informationen?

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carokann 4. September 2013 um 18:10

Ob wir den SONY PRS-T4 noch sehen werden? Mit diesem Gerät, ohne integrierte Beleuchtung wird es SONY schwer haben am Markt. Warum nicht wenigstens das Leuchtcover gleich mit anbieten zu einem Preis für beides zusammen im Bereich der Konkurrenten? Schade SONY.

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Thomas 4. September 2013 um 22:56

Ohne Beleuchtung und für den Preis -> Fail.

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Andrea 4. September 2013 um 23:01

Die ohnehin schmalen Ränder von T1 und T2 sind nun noch schmaler geworden. Den T3 kann man dann praktisch an der Seite überhaupt nicht mehr halten, ohne in das Display zu tapsen.
Der T2 ist gut, doch der nächste Reader muss ein beleuchtetes Display haben und einen mp3-Player wie der T1.
Bye bye Sony!

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Septimus 5. September 2013 um 10:02

Danke für den sehr schönen Bericht!
Das war ja jetzt sehr ernüchternd, denn ich hatte eigentlich angenommen, das sie den gleich mit der Hülle mit der eingebauten Leuchte ausliefern, wenn der Reader schon selbst ohne Beleuchtung ist!
Ich hatte auch die Hoffnung, das diesmal wenigstens die externe Leuchte das Display gleichmäßig ausleuchtet, aber wie Johannes sagte, ist selbst das nicht der Fall.
Keine Ahnung was Sony sich dabei gedacht hat…

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E-Ink Carta: 50 Prozent besserer Kontrast – zuerst im Kindle Paperwhite » eReader » lesen.net 5. September 2013 um 11:07

[…] (PRS-T3) und Kobo (Aura) setzen bei ihren neuen Lesegeräten schon E-Ink Regal ein, verbauen aber noch […]

Antworten

Torsten 5. September 2013 um 12:29

Lieben Dank für den interessanten Bericht. Vielleicht bin ich ja wirklich eine Ausnahme:
Ich bevorzuge ganz einfache eReader ohne wLan, Touch, Lampe und Sound.

Leider wird über die für einen „puren“ Reader zentralen Punkte oft nur sehr wenig berichtet – und hier hat der Sony traditionell seine Stärken: Ein sehr gutes Display und eine ausgereifte, praxisnahe Software.

Auch aus Marketing-Gründen halte ich es für einen Fehler, wenn eReader den Tabs Konkurrenz machen. Folglich ist es auch grober Unfug, für einen Reader 120€ zu verlangen. Da greifen viele dann lieber doch zum Tab.

Auch wenn viele hier wohl anderer Meinung sind – ich denke dass eReader nur dann erfolgreich vermarktet werden können, wenn sie deutlich unter 100 Euro kosten – und sich einfach Bedienen und „Befüllen“ lassen.

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samy 5. September 2013 um 15:19

Lieber Torsten gute Tablet gibt es nicht für 120 Euro.

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Ausprobiert: Sony E-Book-Reader PRS-T3 – Heise Newsticker | Internet Zeitung 5. September 2013 um 15:40

[…] an und ist kompakter …Sony betreibt mit dem PRS-T3 lediglich ModellpflegeComputerBaseSony Reader PRS-T3 im Kurztest [+Video]lesen.netE-Book-Reader: Sony stellt zur IFA aktualisierten Reader […]

Antworten

eBook Reader auf der IFA 2013 » eReader » lesen.net 5. September 2013 um 17:56

[…] zentrale IFA-Neuheit für E-Reading-Freunde ist sicherlich der Sony Reader PRS-T3. Wer das Gerät kurz vor seinem Verkaufsstart (die Auslieferung soll schon in den nächsten Tagen […]

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ReaderT2 5. September 2013 um 19:07

@carokann
Ob wir den SONY PRS-T4 noch sehen werden?

Also ich persönlich bin davon überzeugt, daß ein Modell „T4“ und „T5“ kommen wird. Nur ob diese beiden Nachfolger genau diese Typenbezeichnung bekommen und den vorangegangenen T-Modellen vergleichbar sein werden ist die spannende Frage.
Der schon bekannt gewordene Prototyp läßt ahnen, daß da einiges innovatives kommen könnte. Nur möchte Sony eben mit dem aktuellen Konzept noch einiges verdienen.
Der T3 dürfte eine Übergangslösung sein um nicht ohne „neues“ Gerät dazustehen im 4 Quartal des Jahres, wo ja viele zu Weihnachten einen eReader unter dem Weihnachtsbaum liegen sehen werden.

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samy 5. September 2013 um 20:33

Richtig Sony ist mit dem Mobius auch in der E-Reader-Technologie verhaftet. Und der Mobius hat auch kein Licht und wird vermutlich der Hit, aufgrund seiner Größe und seinen Extras.

Ich werde mir den T3 kaufen. Er wird – nach dem kurz den T2 hatte – meinen T1 ergänzen, bzw. auf den zweiten Platz verweisen.

Die Wörterbücher, das Sleepcover dass sich schön ins Gerät gliedert, das gute Gewicht, die letzen 4 Bücher, Regale und Metadaten mit Calibre. Mehr brauch ich wirklich nicht.

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Torsten 5. September 2013 um 21:07

Lieber Samy – da wünschen wir Sony mehr solche unkritischen und solventen Fans!
Alle anderen greifen dann zum Pocketbook oder gleich zu einem Tab.

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samy 5. September 2013 um 21:19

@Torsten

Ich bin keineswegs ein „unkritischer Fan“.

Biete mir ein andere Hersteller folgendens:

– E-Ink
– Regale und Metadaten über Calibre
– gute Wörterbuchfunktion (einfach nur auf Wort drücken)
– Gutes Englisch-Wörterbuch und Gutes Englisch-Deutsch-Wörterbuch

Und schon kommt er in meine Liste. Aber das bietet nun mal kein anderer Anbieter. Kann ich was dafür? Und soll ich dir was sagen? Ich hab sogar ein Tablet, ein Nexus 7. Aber zum lesen, bevorzuge ich E-Ink.

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samy 5. September 2013 um 21:22

@Torsten

Ja, das Pockebook Touch Lux ist interessant. Aber erfüllt nicht meine Kritieren in Sachen Regale (gibts gar keine) und Metatadaten über Calibre. Außerdem geht das Wörterbuch nur über das Menü oder Menütaste. Das sind viele Klicks mehr als nötig. Und dann ist das Englisch-Deutsch-Wörterbuch schrottig. Das müsste ich dann für viel Geld nachkaufen, wobei ich nicht weiß ob dass dann besser ist.

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R 5. September 2013 um 23:09

Das Fehlen des Lichts erscheint noch ernüchternder als ohnehin, wenn man an den bereits beleuchteten PRS700 denkt, der bereits 2009 vorgestellt wurde…
(Hab da gerade ein entspr. Video gesehen.)
Vielleicht hat Sony sich wegen der damals bescheidenen Lichtverteilung nicht wieder getraut.
(obwohl man bei der Konkurrenz sehen kann, dass eine brauchbare Beleuchtung inzwischen sehr gut machbar ist.)

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tille 5. September 2013 um 23:14

Also, dass es jetzt nur noch so selten flackert ist echt ein Fortschritt. Mit dem PRS-T1 denkt man, gerade wenn man den Browser benutzt gelegentlich man bekommt gleich einen epileptischen Anfall. Und mit der neuesten android Version dürfte es auch mit dem wifi in WPA2 Enterprise Netze wie eduroam klappen..

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samy 6. September 2013 um 05:01

@Tille
Nur der Browser ist bei E-Ink sowieso nur bedingt nutzbar. Schwarz-weiß-Surfen macht auf Dauer keinen Spaß. Die Verbesserungen halten sich ersten Tests zufolge wohl in Grenzen. So kommt trotzdem Ghosting vor, es sei den man stellt das Refreh auf jede Seite mit dem bekannten „Schatten“.

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eBook-Reader-Neuigkeiten auf der IFA 2013 – Michael Sonntag 6. September 2013 um 15:13

[…] Sony hat mit dem PRS-T3 einen neuen Reader vorgestellt, der mit hochauflösendem, aber unbeleuchtetem Bildschirm daherkommt. Die Hülle ist auch gleich mit eingebaut. Johannes von lesen.net hatte bereits ein Exemplar in der Hand (mit Video) […]

Antworten

Sony präsentiert neuen eReader PRS T3 | digital publishers 8. September 2013 um 12:01

[…] lesen.net, […]

Antworten

Kobo Aura im Test [+Video] » eReader, Topnews » lesen.net 10. September 2013 um 17:36

[…] – 0,5cm weniger als der Kindle Paperwhite, aber 0,5cm mehr als der ebenfalls extrem kompakte Sony Reader PRS-T3. Mit nur noch 173 Gramm ist der Kobo Aura der leichteste derzeit erhältlichen Leucht-Reader […]

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me 30. September 2013 um 19:45

Danke für den Bericht!
Aber das Filmen solltest du noch lernen… Da wird man ja seekrank :-(
Grundregel: das Motiv bewegt sich, nicht die Kamera…

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Lothar 10. Oktober 2013 um 18:18

Welches Buch hat eine Beleuchtung?
Wenn ich Lich im Display will, kann ich mein Smartphone oder mein Tablet nehmen. E-Ink ist wichtig, ich kann eine Leselampe nehmen wenn ich im dunkeln lese.
Das T3 ist genial, „leider“ ist mein T2 immer noch Top, sonst würde ich es sofort kaufen.
Allein die Vielfalt der Formate ist schon ein Grund. Musik hören brauch ich darauf nicht, dafür gibt es andere Geräte. Wenn ich lese brauche ich keinen Hintergrund.

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