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Sony Reader „schlechtestes Produkt des Jahres“

prs-600r2_lgIm Dezember genauso üblich wie Adventskalender und Gewinnspiele sind Bestenlisten, in denen zahlreiche Publikationen das Jahr Revue passieren lassen und in der Regel besonders herausragende Entwicklungen hervorheben. Für Sony beginnt diese Saison aber reichlich unerfreulich.

Unsere holländischen Nachbarn, die mit iRex und Endless Ideas (Bebook) selbst zwei eReader-Hersteller im Lande haben, zeichneten die Sony Reader Modellfamilie als „schlechtestes Produkt des Jahres“ aus. Die Wahl auf Besteproduct.nl ist ein Kooperationsprojekt verschiedener Print- und Online-Magazine.

In ihren Begründungen ließen die Jurymitglieder der Auszeichnung entsprechend kaum ein gutes Haar an den elektronischen Lesegeräten. Die Kernkritikpunkte sind dabei natürlich nichts Neues: Die Lesegeräte seien technisch veraltet (Stichwort WLAN), schwer bedienbar und zu teuer. Weiterhin sei die Contentvielfalt nach wie vor mangelhaft.

Hinzu kommen ganz persönliche Gründe, die etwa Juror Jeroen Geelhoed – Chefredakteur vom PC Consument – nach wie vor zu gedrucktem Papier greifen lassen: Solange er könne, werde er aus Gewohnheit weiterhin mit einem Koffer voller Bücher in den Urlaub fahren, lässt sich Geelhoed zitieren. Unsere Kollegen von eReaders.nl stellen in diesem Zusammenhang die berechtigte Frage, ob die Nicht-Vereinbarkeit mit liebgewonnen Geflogenheiten den Sony Reader zu einem schlechten Produkt machen.

Besonders drastisch geht Merijn de Boer vom gadget.blog.nl mit dem Sony Reader ins Gericht. Die Lesegeräte seien „Konsumentenbetrug der ersten Sorte“; die Hersteller versuchten „Technologie aus 1983“ ahnungslosen über 50-Jährigen anzudrehen, die doch nur mit der technischen Entwicklung Schritt halten wollen. Jeder digitale Bilderrahmen aus China für 20 Euro biete zehnmal mehr Funktionalität.

Dem steht das augenschonende E-Ink Display sowie die Meinung anderer Fachjournalisten entgegen, eBook Reader zeichneten sich gerade durch ihren Fokus auf das Wesentliche – die Kernfunktionalität Lesen – aus. Senioren kommt darüber hinaus die Möglichkeit der Textvergrößerung zugute, breit interessierten Lesefreunde das große Angebot an gemeinfreier Literatur.

Trotzdem sind der immer noch hohe Verkaufspreis (obwohl sich der PRS-505 inzwischen um 1/3 verbilligt hat) und das auch hierzulande ausbaufähige kommerzielle eBook-Angebot berechtigte Kritikpunkte, denen sich auch eReader-Fans nicht verschließen können. Zumindest hardwareseitig sind aber für 2010 spürbare Verbesserungen garantiert.

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Kommentare


Xanathon 2. Dezember 2009 um 14:16

Die Niederländer haben völlig recht, insbesondre war es eine Unverschämtheit, den Kunden hierzulande ein völlig veraltetes Produkt wie den PRS-505, das in den USA schon lange auf dem Markt war, zu einem Wucherpreis andrehen zu wollen. Und auch der Touch mit seinem Spiegeldisplay ist ergonomisch ein schlechter Scherz…

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jazznrhythm 2. Dezember 2009 um 14:35

Lustig :-) Die Niederländer haben natürlich nicht recht, aber es sei ihnen jeder Applaus gegönnt, den sie hier oder anderswo bekommen. Warum auch nicht, ich hätte das ja sonst sowieso nicht mitbekommen, was dort so steht :-)

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doxanus 2. Dezember 2009 um 14:59

Die Kritik an ereadern als solchen ist beknackt, die am Sony 505 vllt. teilweise berechtigt. Was aber völlig stimmt: offenbar ist es für manche alte und junge Firma sehr schwer einen reader zu bauen, der einerseits preiswert, leicht zu bedienen und jenseits von eInk technisch avanciert ist. Selbst am WLAN, seit gefühlten 100 Jahren in meinen Rechnern, siehe txtr, scheitert es ja bereits. Von anständigen Annotierfähigkeiten der reader ganz zu schweigen. Bei den Readern unter 300 EUR ist seit Jahren eine Art Featurefreeze zu beobachten. Sieht man vom eInk ab, bietet sogar ein OLPC mehr :-) Trotzdem liebe ich mein CyBook

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Bob 2. Dezember 2009 um 16:00

Das, was mich am meisten am PRS-505 stört, ist das Geflacker beim Seitenwechsel. Ich weiss nicht, ob es bei allen Readern technisch bedingt ist, dass bei jedem Blättern das Display für einen kurzen Augenblick komplett schwarz geschaltet wird. Für mich war es zumindest das Hauptkriterium, mir dieses Gerät nicht anzuschaffen.

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jazznrhythm 2. Dezember 2009 um 16:31

@Bob, eigentlich wird die Schrift weiß, der Hintergrund schwarz (oder besser: es verhält sich negativ. Bei Comics, Bilder, sehr gut festzustellen).

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doxanus 2. Dezember 2009 um 16:35

@Bon Das machen alle, zumindest beim Cybook kann man es aber abschalten. Der Effekt ist dann jedoch ein zunehmendes Ghosting – hat mit der Funktionsweise von eInk zu tun. Ich empfinde es als wenig problematisch.

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Tissi 2. Dezember 2009 um 19:44

Es wird einfach mal Zeit für einen Globalplayer der in den Markt eintritt und alle Müll Angebote wegschwämmt. Wenn dies dann auch noch mit offenen Formaten geschieht und einer lebendigen mitwirkenden Community, dann ist der Drops gelutscht. Aber so ist die Kritik absolut berechtigt. Was da teilweise auf dem Markt ist an Readern das ist ne Zumutung, aber manche Leute lassen sich ja gerne etwas zumuten ;). Und die solln´s auch dürfen.

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Nicolai 3. Dezember 2009 um 11:12

@Doxanus wenig problematisch? also für mich war dieser Blitzdingseffekt der Grund den Kindle als Bilderrahmen an die Wand zu hängen und weiter auf dem iphone zu lesen

@alle Den Kritikpunkt mit dem W-Lan seh ich genauso: sogar Txtr spart den ein für ne preissenkung von zwanzig euro… warum?

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KoopaOne 3. Dezember 2009 um 11:25

Also ich beschäftige mich seit mehr als 10 Jahren mit Ebooks und habe die meisten der Ereader in den Händen gehalten.
Besitze selbst ein Cybook, ein PRS-505 und inzwischen ein PocketBook 360°.

Wenn das Sony schlecht sein soll, was bitte ist dann das Cybook Gen3 ?!?

Am Sony gefällt mir, dass es sehr hochwertig verarbeitet ist. Meiner Meinung noch immer einer der besten Reader am Markt, VOR ALLEM deshalb, weil er sich auf’s Wesentliche konzentriert.
Ich brauche kein stromfressendes WLAN, warum kann ich den nicht für 30 Sekunden am PC anstecken? Ich brauche kein UMTS (siehe vor) …
Mir waren schon immer Geräte am Liebsten, die sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren und die dafür sehr, sehr gut machen.
Eierlegende Wollmilchsäue gibt’s keine!

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Sven 3. Dezember 2009 um 14:44

Das mit den Kernkompetenzen sehe ich als gelungene Werbestrategie an, dem Kunden veralteten Schrott zu Wucherpreisen anzubieten.

Ich kann dieser Meinung einiges abgewinnen, zumal ich mir nach einigen Readern, welche ich getestet habe, die selbe Meinung gebildet habe.

In Zeiten, in denen ich mit Android schon ein komplettes Betriebssystem, welches für solche Aufgaben wie gemacht ist, bekomme, gibt es wohl kein Argument warum diese Dinger eine derartig veraltete Software haben. Da kann man Nokia aus dem Jahr 1999 mehr!

Und ich finde es nunmal annähernd verrückt, wenn ich mir ein Gerät um 300 EURO kaufe und dann doch noch einen mp3 Stick und einen Notizblock extra brauche. Da ziehe ich eine Tasche voller Bücher im Moment noch vor.

Für mich wäre aber der TXTr weit besser als Anführer der miesesten Geräte geeignet. Sony hat es zum selben Preis zumindest geschafft ein Touchscreen einzubauen (wenn auch nicht gerade perfekt).

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eReader für die Hosentasche « Textunes Blog 4. Dezember 2009 um 14:49

[…] eignen – man baut eine neue Klasse von eReadern in A6. Soweit macht alles Sinn. Hardcover ala Sony-Reader für zuhause, Taschenbücher ala Pocketbook für […]

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kiyu727 6. Dezember 2009 um 02:19

Schon mal aufgefallen das der Sony eReader Touch auf Platz 7 der Top 10 steht ???!!
So wie diese Meldung hier steht hab ich verstanden dass es Sony allgemein verkackt hat.
Zum Glück gibts noch sowas wie Quellen.

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Johannes 6. Dezember 2009 um 11:46

@kiyu727 Platz 7 in welchen Top 10? Klar gibt es mehr als ein Ranking, eine Meldung wie obige ist nicht mehr als eine Momentaufnahme.

Ciao
Johannes

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Sven 6. Dezember 2009 um 13:53

Johannes bringt es auf den Punkt ;-) Ja, Quellen sind wichtig! Nur ohne Quellenangabe bringen sie rein gar nichts.

Des weiteren verstehe ich die Meldung an sich nicht… Wie gesagt, ohne die Quellenangabe ist es eigentlich eh sinnlos zu spekulieren… Aber vielleicht wurden bei deinen Top 10 einfach andere Gewichtungen gelegt und dann wird schnell aus einem Platz 10 von 10 Platz 7 von 10…

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Giovanni R 21. April 2010 um 08:35

Sony prs 505 bei Thalia gekauft für 300 Euro, 6 Bücher gelesen nach 9 Monaten Display defekt. Sony verweigert die Reparatur und verlangt 175 Euro für ein neues Display.
Sony? Nein danke!!!

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