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Sony USA: Lese-Apps statt eBook Reader

Sony scheint den besonders stark umkämpften US-amerikanischen eBook-Reader-Markt vorerst verloren zu geben. Das neue Modell Sony Reader PRS-T3 wird nicht in den USA zu haben sein, verkündet das Unternehmen. Statt dessen wolle man sich ganz auf den eBook Store konzentrieren. Der Anfang vom Ende?

Der Anfang dieses Monats auf der IFA in Berlin präsentierte und bereits in Deutschland erhältliche Sony Reader PRS-T3 wird nicht in den USA verkauft. Gerüchte in diese Richtung bestätigte ein Sony-Sprecher den Kollegen von The eBook Reader. „Aufgrund von Marktentwicklungen“ werde sich Sony statt dessen auf die hauseigenen Smartphones und Tablets konzentrieren – allerdings ohne den Sony Reader Store aufzugeben, für den es auch Lese-Apps für Android- und iOS-Geräte gibt.

Der Schritt überrascht allenfalls in sofern, als das Sony für seinen PRS-T3 ein Siegel bei der US-Aufsichtsbehörde FCC beantragte und auch bekam, ein Verkauf des Geräts in den USA muss also zumindest zu einem früheren Zeitpunkt auf der Agenda gestanden haben. Der Nicht-Verkauf ist letztlich aber konsequent – im umkämpften und schon sehr gesättigten US-Markt hätte der Sony Reader PRS-T3 als teures Gerät ohne Beleuchtung von Beginn an auf verlorenem Posten gestanden.

Hardware-Anbieter ohne Hardware

Sony sagt zwar, sie bleiben dem Thema eBook treu, der Verzicht auf dedizierte Lesegeräte kommt gerade bei einem Hardware-Anbieter aber einer Kapitulationserklärung gleich. Der einstige eBook-Reader-Pionier und einstige Marktführer hat in den letzten Jahren den preisagressiveren und innovativeren Konkurrenten wie Amazon und Barnes & Noble (die ihre gewonnenen Marktanteile allerdings teuer bezahlten) wenig entgegenzusetzen gehabt und immer mehr verloren. Zuletzt sollen nur noch 2 Prozent aller in den USA verkauften Lesegeräte von Sony hergestellt worden sein.

Sony Reader bald Geschichte?

sony-prs505.jpgDie gleiche Entwicklung gibt es in Deutschland: Mit dem Sony Reader PRS-505 war Sony 2009 Marktbereiter, inzwischen ist das Unternehmen bei neu verkauften Geräten hinter Amazon und der Tolino-Allianz allenfalls noch auf Platz 3 und spürt im Nacken den Atem von Kobo und Pocketbook. Mit dem teuren und unbeleuchteten PRS-T3 wird es schwierig, den Trend im Weihnachtsgeschäft umzukehren – ob es noch einen Sony Reader PRS-T4 geben wird, steht zum gegenwärtigen Zeitpunkt in den Sternen.

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Kommentare


carokann 27. September 2013 um 12:26

Die Lustlosigkeit von SONY ist dem T3 anzumerken. Schade, wenn SONY aufgibt. Insgesamt bin ich skeptisch, was die Zukunft von reinen Readern angeht. Displays wie das des Nexus 7 oder der neuen Kindle-Tabs sind für die durchschnittlichen Leser bereits ausreichend und der weitere Fortschritt dürfte Tablets favorisieren.

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carokann 27. September 2013 um 12:34

Kleine Ergänzung: Gerade versucht die Reader-App auf dem Nexus7 2013 zu installieren. Bei mir liess sich kein Buch öffnen.
So wird das nichts, Sony.

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PIK16c 27. September 2013 um 13:03

Nachdem die renommierten Handelsketten den wenig innovativen Facelift des Sony PRS-T1 nicht in das Verkaufsregal gestellt hatten, war eigentlich das Ende der Sony eReader in den USA besiegelt. Der Sony-Marktanteil wurde ja zwischenzeitlich durch Kobo mit seiner attraktiven Produktpalette übernommen. Bye bye Sony!

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samy 27. September 2013 um 13:03

@carokann

Hast du den T3? Ich finde ihn ganz und gar nicht „lustlos“. E-Ink Carta gibt es noch exklusiv bei Amazon sonst hätten die das schon eingebaut. Auf die Beleuchtung haben sie bewusst verzichtet. Sonst hat er die HD-Auflösung, ist leicht und kompakt, hat einene besseren Shop, Duden und andere neue Wörerbücher, ein tolles Cover. Ich bin zufrieden.

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Andreas 30. September 2013 um 21:36

das ist ja das schlimme am T3. Es wäre doch eingentlich ein tolles Gerät. Aber ganz erlich, ohne beleuchtung läufts heute einfach nicht mehr. ich mag sony und hätte mir den reader gekauft. die wenigen exoten die eine beleuchtung aus irgendwelchen vodoo gründen nicht wollen sind nicht zahlreich genug um sony zu retten. eine integrierte beleuchtung ist heute einfach state of the art und sony benimmt sich wie eine schmollendes kind das sich früher mal die finger an diesem thema verbrannt hat. damit schiessen sie sich aber leider selber ab…

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Pumukeline 1. Oktober 2013 um 06:46

Der Sony T3 ist mein erster Ebook Reader. Ich ärgere mich schon, dass ich nicht einen beleuchteten genommen habe. Außerdem kommt er mir ziemlich langsam vor. Ich hätte mir gewünscht, die Blätterbewegungen nicht soo langsam sind.

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Andreas 1. Oktober 2013 um 09:57

ich stelle bei fast allen reviews fest, dass die aktuellen reader teils grosse verzögerungen in der bedienung aufweisen. in gewissen videos wird z.B. der neue aura in den himmel gelobt und gleichzeitig sieht man dass es 2-3 sekunden dauert bis endlich mal das kontext menü aufpoppt. beim umblättern bin ich nicht so sensitiv. ich fand die blättergeschwindigkeit schon beim prs 350 völlig ausreichend. wichtiger sind für mich vorallem funktionen wie die übersetzung von wörtern. ich setze meine hoffnung in den neuen kindle (schnellerer prozessor). ich hoffe wirklich dass eine verbesserung zum prs 350 feststellbar sein wird.

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Sony schließt US-Reader-Store zum 20. März » lesen.net 7. Februar 2014 um 11:02

[…] dort eher gering gewesen, weshalb das Unternehmen bereits im letzten Herbst ankündigte, den PRS-T3 nicht in den USA auf den Markt bringen zu wollen. Doch die jetzigen Maßnahmen sind deutlich weitreichender. Neben dem Rückzug aus dem […]

Antworten

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