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Stiftung Warentest testet E-Book-Reader und Lese-Tablets

Nach mehr als zweieinhalb Jahren hat sich die Stiftung Warentest mal wieder dem Thema E-Reading angenommen. In der Juni-Ausgabe gibt es ein großen Vergleichstest von 12 E-Book-Readern. Außerdem wurden 4 Tablets auf ihre Lesetauglichkeit hin abgeklopft.

Bei ihrem letzten E-Reader-Vergleichstest im September 2010 hat sich die renommierte Stiftung Warentest nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Im Testlabor tummelten sich hauptsächlich schon damals veraltete Lesegeräte – drei der getesteten E-Book-Reader stammten sogar von Herstellern, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bereits insolvent waren.

Auch das Intro des siebenseitigen E-Reader-Testberichts in der Juni-Ausgabe von „test“ (ab 29.05. am Kiosk, schon jetzt online erhältlich) lässt Schlimmes erahnen. So bekennt die Redakteurin in den ersten Zeilen:

„Mal ehrlich: Ich liebe Papierbücher. Sie riechen nach Druckerschwärze und rascheln beim Umblättern. Im Regal horte ich sie am laufenden Meter.“

Danach folgt aber eine für einen Testbericht ausgesprochen persönliche, allerdings trotzdem angenehm sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema E-Reading. Die Unterschiede zwischen dem geschlossenen Amazon-Ökosystem und der Konkurrenz werden gut herausgearbeitet (für die Redakteurin kommt der Kindle nicht in Frage, weil sie sich E-Books bei öffentlichen Bibliotheken ausleihen will), ebenso wie die grundsätzlichen Vorteile digitaler Lesegeräte. „Das Ding, wie ich es nenne, ist nicht besonders schön, aber enorm praktisch. Mein Literaturkonsum steigt seither.“ Schön und wichtig ist auch die ausführliche Kritik am komplizierten E-Book-Handling, bedingt durch restriktive Kopierschutzmechanismen.

Im eigentlichen Test wurden 12 E-Book-Reader miteinander verglichen. Die Lesegeräte wurden im Februar/März eingekauft: Der Tolino Shine ist somit gerade so noch dabei, der Kobo Aura HD fehlt. Ärgerlich für Pocketbook ist, dass seine in diesen Tagen erscheinende neue E-Reader-Generation keine Berücksichtigung findet.

Testsieger: Kindle Paperwhite

kindle_paperwhiteTestsieger mit der Note 1,6 ist der Kindle Paperwhite. Außer in der Kategorie „Bücher laden“ (bedingt durch die eingeschränkte Nutzbarkeit von E-Book-Stores dritter) und in Sachen Vielseitigkeit holt sich Amazons Leucht-Reader in allen Kategorien Bestnoten ab. er hat für die Stiftung Warentest das beste Display (bei jedem Umgebungslicht gut lesbar), lasse sich dank übersichtlicher Struktur gut bedienen und ermögliche einen einfachen E-Book-Zugang.

Auf Platz 2 mit einer Gesamtnote von 1,9 ist der Tolino Shine, der zum Preis-Leistungs-Sieger erklärt wird. Bemäkelt werden die wenigen Leseeinstellungen – ein Bereich, der mit dem ersten Firmware Update zwischenzeitlich etwas nachgebessert wurde. Dahinter folgen mit Kobo Glo (2,0) und Bookeen HD Frontlight (2,1) die beiden weiteren Leucht-Reader. Das Pocketbook Touch (Platz 7, 2,2) ist der „Vielseitigkeitssieger“, auch Kobo und Sony bekommen in dieser Kategorie gute Noten. Auf den letzten Plätzen befinden sich Lesegeräte von Trekstor (Pyrus, Pyrus Mini), die durchweg schlecht abschnitten.

iPad Mini bestes „Lese-Tablet“

ipad-MiniNeben dedizierten Lesegeräten werden immer mehr auch Tablets zum E-Reading genutzt, entsprechend hat die Stiftung Warentest auch vier Geräte aus dieser Kategorie ins Testfeld genommen. die Testkriterien von E-Ink-Geräten sind natürlich kaum auf Tablets übertragbar (schon weil Nutzbarkeit und Vielseitigkeit von App zu App variieren), entsprechend verzichtete man richtigerweise auf eine Testnote.

Verglichen wurden Kindle Fire HD, iPad Mini, Kobo Arc und das schon recht betagte Samsung Galaxy Tab 2, also durchweg 7″-Geräte. Die Redaktion sprach hier eine Empfehlung für das iPad Mini aus, es sei einfach zu handhaben und wiege wenig (Kehrseite: Es kostet 80 Euro mehr als Kobo Arc und Kindle Fire und hat zudem eine etwas niedrigere Auflösung). Vielleser sollten allerdings zu dedizierten Lesegeräten greifen, erklärt die Stiftung Warentest.

Der Vergleichstest der Stiftung Warentest deckt sich weitgehend mit den Ergebnissen, die die c’t und die ComputerBild bei ihrer letzten Testreihe im Winter kurz nach Erscheinen der neuen Geräte-Generation – ermittelt haben. Gegenüber den Tests der Fachzeitschriften ist der Tolino Shine der einzige Neuzugang im Testfeld.

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Kommentare


E-Book-Reader: Die besten Lesegeräte – Stiftung Warentest | Ebook Nederland 28. Mai 2013 um 17:01

[…] lesen.net […]

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Gregor 28. Mai 2013 um 18:19

Ich mag die Bequemlichkeit, die Amazon mit dem Kindle Produkten anbietet. Ich habe mir die Konkurrenzprodukte gar nicht angeschaut. Nur jetzt für das Duell auf Sparduell.de den Tolino Shine. Mich stören die „Nachteile“ bei Amazon nicht. Ich will lesen und das bequem – egal ob in einem offenen oder geschlossenen System.

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mannifrotto 29. Mai 2013 um 10:18

Ich kann diesen „Kritikpunk“ in den Testberichten offenes, bzw. geschlossenes System nicht mehr hören:
Entweder binde ich mich an Adobe mit seinem EPUB-DRM oder ich binde mich an Amazon mit seinem AZW-DRM.
Einzig die Einschränkung das keine Onleihe mit dem Kindle möglich ist,ist ein echtes Argument.
Das Argument der freien Shopwahl ist keins, weil sich Aufwand erhöht und durch die Buchpreisbindung die Bücher bei allen Anbietern (incl. Amazon) das gleiche kosten.

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Kobo freut sich über Umsatzsprung und Aura-HD-Verkäufe » eBooks » lesen.net 29. Mai 2013 um 12:19

[…] von Haus aus eher dürftig dokumentiert sind (ein Umstand, den auch die Stiftung Warentest in ihrem jüngsten E-Book-Reader-Test explizit kritisiert […]

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Niels 30. Mai 2013 um 11:04

Wenn man viele englische Buecher liest, ist die freie Shopwahl durchaus wichtig.

Ansonsten bestaetigen mich die Ergebnisse darin, dass der Tolino eine gute Anschaffung war. Nur wenig hinter dem Testsieger (und der Abstand wird durch das Update kleiner), dafuer 30 Euro guenstiger.

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Juergen 31. Mai 2013 um 13:55

Tolino Platz 2?
Muss ich jetzt an meinen eigenen Erkenntnissen zweifeln?
Früher hätte die Stiftung Warentest solche offensichtlich fehlerhaft ausgelieferten Geräte nicht einmal in die Wertung genommen.

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Buecherwurm 31. Mai 2013 um 14:29

@Juergen
Welche Fehler? Also mein Gerät hat bisher keine Fehler gezeigt. Ich kann Dir da nur wiedersprechen.
Vielleicht hast Du Dich auch nur falsch ausgedrückt und wolltest auf die spartanische Ausstattung der Software hinweisen. Das hat sich mit dem Update 1.1.1 gebessert, ist allerdings noch nicht gut. Da gäbe es tatsächlich noch Einiges zu tun.

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biblioreader 6. Juni 2013 um 07:58

Mit dem Artikel bin ich rundweg zufrieden. Die Kunden sind bei weitem nicht aufgeklärt, was Ökosysteme angeht. Nicht nur die Onleihe ist ein Argument gegen den Kindle, auch wissenschaftliche Bibliotheken bieten verlagsbedingt ausschließlich ePub an. AZW ist mir dort noch nicht begegnet.

Platz 2 für den Tolino sehe ich aber auch nicht, es sei denn das Beleuchtungskriterium ist so wichtig geworden. Selbst mein alter Sony PSR 350 ist schneller als der Tolino. Auch die neuen PSR nerven mich nicht mit Wartezeiten und wollen auch nicht nochmal Medien einspielen, die ich gerade per Drag & Drop in den Ordner geschoben habe. Die restlichen Ergebnisse kann ich durchaus nachvollziehen, der Tolino ist mir jedoch mind. einen Platz zu hoch und der PSR einen zu niedrig.

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Claudia Badurek 6. Juni 2013 um 18:38

Meine Tochter hat gerade das tolino gekauft. Dort hat man ihr versichert, dass sie die Bücher auch bei i tunes kaufen kann, leider bring ich sie nicht ins tolino. Ist das wirklich so kompliziert?

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Ralf 7. Juni 2013 um 13:50

Wie es scheint spielt die Darstellung von PDFs bei den eReadern keine so große Rolle mehr. Für mich war es vor einem Jahr das Haupargument für den T1 von Sony. Das schafft bisher meines Wissens keiner der Leuchtreader. Aber vielleicht sind PDFs ja auch auf dem Rückzug im eBook-Markt.

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Kindle Paperwhite ist ausverkauft [Update] » Debatte, eReader » lesen.net 4. September 2013 um 14:17

[…] Gerätegeneration für das diesjährige Weihnachtsgeschäft präsentieren wird. Was den Nachfolger des Stiftung-Warentest-Testsiegers auszeichnen wird, ist indes noch völlig unklar: Folgt Amazon Sony und Kobo, wird es eher eine […]

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eBooks kaufen: Stiftung Warentest testet Shops » Debatte, eBooks » lesen.net 26. September 2013 um 12:09

[…] Nach eBook Readern hat sich die renommierte Stiftung Warentest jetzt auch eBook Shops vorgenommen. Wirklich überzeugen konnte die Prüfer kein einziges Angebot, teils deutliche Abzüge gab es auch für ausspionierende Apps und zweifelhafte Geschäftsbedingungen. […]

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eBook Reader Test von Stiftung Warentest – Kindle Paperwhite erneut vorne » lesen.net 30. Januar 2014 um 13:55

[…] als im vergangenen Frühling und vor allem beim ersten eBook Reader Test der Stiftung Warentest im Jahr 2010 kann das Testfeld […]

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