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Stiftung Warentest vergleicht (alte) eBook Reader

opus_specsEinen eBook Reader Test von leider eher überschaubarer Aussagekraft hat die Stiftung Warentest für ihre Oktober-Ausgabe durchgeführt. Für den auch online beziehbaren Artikel (2,50 Euro im Einzelabruf) wurden 15 elektronische Lesegeräte unter die Lupe genommen. An Methodenkompetenz mangelte es den Testern dabei zwar nicht, wohl aber an aktueller Hardware und Marktkenntnissen.

Die Prüfmuster wurden schon im Mai/Juni eingekauft, weshalb sich das Testfeld stellenweise wie aus einer anderen Zeit liest: Mit Foxit, iRex und Interead (Cool-er) sind gleich drei zwischenzeitlich pleite gegangene Hersteller/Distributoren vertreten. Weil die getesteten Foxit eSlick und Cool-er Reader auch noch bau- und firmwaregleich sind, verwundert die Auswahl hier in gleich mehrfacher Hinsicht.

sony_reader_touch_edition_prs650_2Auch sonst ist das Testfeld nicht mehr zeitgemäß, der Mehrwert des gesamten Tests entsprechend sehr überschaubar. So nahmen die Redakteure die schon in wenigen Wochen abgelösten alten Sony Reader PRS-300/PRS-600 unter die Lupe – die neuen Modelle (insbesondere die Pocket Edition) sind runderneuert, eine Übertragung der Ergebnisse kaum möglich.

Aus der Kindle-Familie untersuchte man lediglich die 2. Kindle DX Generation – also noch mit E-Ink Vizplex Display. Der originäre Kindle wurde (anders als die oben genannten Exoten) überhaupt nicht ins Testfeld aufgenommen – ohnehin hätte wegen des frühen Redaktionsschlusses aber auch nur der “alte” Kindle 2 geprüft werden können. Ebenfalls fehlen die für Oktober angekündigten Acer Lumiread und Oyo.

iriverifa10coverstory1Den Testsieg holte sich mit einer Gesamtnote von 2,1 das Cybook Opus – auch im eBook Reader Test der c’t hatte der 199 Euro kostende Fünf-Zoller aus Frankreich die Nase vorn. Auf Platz 2 liegt der iRiver Story, welcher in unserer Review vor fast einem Jahr gehörig unter die Räder kam. Auch die Stiftung Warentest mäkelt viel am Reader herum, dessen Nachfolgemodell  ebenfalls schon in den Startlöchern steht (Foto). Die Gesamtnote von 2,1 beim iRiver Story resultiert unter anderem aus einem angeblich bei hellem Umgebungslicht besonders gut ablesbaren Display – und das, obwohl der Reader bei direkter Sonneneinstrahlung zu Bildfehlern neigen soll (wohlgemerkt laut der Stiftung Warentest).

Unterm Strich steht ein wenig transparenter und doch recht enttäuschender erster eBook Reader Vergleichtest seitens der renommierten Stiftung Warentest. Die Verbraucherschützer wären besser beraten gewesen, mit ihrer Marktübersicht noch ein bis zwei Monate zu warten und so die nächste eBook Reader Generation in die Laboratorien nehmen zu können, anstatt mit einem schon bei der Publikation des Tests praktisch durchweg veralteten Testfeld aufzuwarten und die eigentliche Intension – Kaufinteressierten eine Hilfestellung bei der Entscheidung zu geben – entsprechend klar zu verfehlen.

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Kommentare


derMatt 23. September 2010 um 19:50

In Computersprache treffender ausgedrückt:

FAIL!

Danke für die kritische Einordnung dieses “Testes”.

Antworten

AndyGo 23. September 2010 um 21:00

Redaktionsschluss hin oder her – so ein Test muss schon aktuellen Modelle vergleichen, sonst ist es einfach nur peinlich. Dank dpa wird der Test auch noch auf vielen Webseiten angepriesen :(

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PhantaNews 23. September 2010 um 22:55

Test der Stiftung Warentests an elektronischen Geräten und insbesondere innovativen elektronischen Geräten sollte man immer sehr skeptisch gegenüber stehen, da die Kriterien und Durchführung oftmals schwer bis nicht nachzuvollziehen sind.

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Thomas D. 24. September 2010 um 08:49

Irgendwie gehts mir bei der Stiftung Warentest immer so, wenn die was testen, wo ich meine mich ein wenig auszukennen. Insofern paßt der Test schon ins Bild.

Immerhin – eine Aussage erlauben die Tests der Stiftung Wartentest schon: ob die Verpackung ökologisch korrekt entsorgt werden kann. Wem immer das als Auswahlkriterium für was auch immer reicht… der ist mit den Tests der Stiftung Warentest gut beraten.

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Christoph 24. September 2010 um 15:09

Da die Tests oft sehr langwierig und weit im Vorfeld geplant durchgeführt werden, ist das mit der Aktualität natürlich immer so eine Sache.
Allerdings kommen bei den eBook-Readern doch auch nicht alle paar Wochen von allen Herstellern neue Modelle auf den Markt.
Das fällt nun zeitlich leider etwas ungünstig in die Produktankündigungen zwischen IFA und Frankfurter Buchmesse.
Keines der dort gezeigten Geräte kann ich allerdings bislang kaufen und auch der Kindle ist meiner Meinung nach eher ein Exot für Deutschlands breite Massen.

Ich selbst befasse mich intensiver mit Navigationsgeräten und hier hat weiland die Stiftung Warentest bei einem Vergleich von zum Teil auch nicht allzu aktuellen aber durchaus im Handel erhältlichen Geräten Abwertungen vorgenommen, wenn die mitgelieferte Bedienungsanleitung unzureichend war.

Das ist zum Beispiel ein Punkt, wo ich als Profi gar nicht so intensiv drauf achte. Aber genau das sind Dinge, die viele Käufer sicher aufregen, wenn bei aufkommenden Fragen nur im Internet und mit viel Glück eine Antwort zu finden ist.
Zu mehr als einer Anleitung für die erste Inbetriebnahme taugen die meisten Bedienungsanleitungen überhaupt nicht mehr. Und das trifft nicht bloss auf bestimmte Gerätekategorien zu.

Nicht vergessen darf man bei diesem Test ja auch, das all die Geräte ja nicht vom Markt verschwunden sind. Man findet sie nach wie vor in den Regalen der Händler, bei Versandhändlern oder natürlich auch auf dem Gebrauchtmarkt.

Gerade erst schrieben hier Viele bezüglich der Abverkaufsaktion bei Thalia, das sie sich einen Sony PRS-505 gekauft hatten oder zumindest danach gefragt haben. Ein Gerät von 2008.
Da sind im Vorfeld Testberichte sicher eine gefragte Lektüre.

Wie die Geräte verpackt werden oder andere Kleinigkeiten sind sicher zu Anfang unwichtig, können aber durchaus auch ein Gesamtbild ergeben. Irgendwann wird auch die Verpackung zum Hausmüll und das Gerät ebenfalls.

Bis das der Fall ist, hat sich die Onlinegemeinde vermutlich schon mit der x-ten Nachfolgegeneration befasst und trotzdem gibt es bei eBay nicht nur das Allerneueste zu kaufen.

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R 24. September 2010 um 18:37

Dem ureigenen Anspruch (Erstberatung eines völlig Unbedarften) wird der Test somit aber leider nicht gerecht.
Ich muß ja nun prinzipiell mit so einem “suboptimalen” Urteil rechnen. :-(

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Bernd G. 25. September 2010 um 09:10

Ich finde den Testbericht schon interessant, da auch auf Sachen hingewiesen wird, die dem Laien sonst verborgen bleiben: so könne der Cybook Opus nicht nur das Kopierschutzverfahren Adobe Adept, sondern mit einer austauschbaren Firmware auch Mobipocket DRM anzeigen. Das wäre dann doch für die Amazon EBooks geeignet? Natürlich wären mir DRM-freie Ebooks lieber, aber möglichst universell einsetzen möchte ich so ein Gerät schon gerne. Wenn ich z.B. die Features des angekündigten Oyo anschaue: kann es nur DRM-freie Werke anzeigen?

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Johannes 25. September 2010 um 09:59

@Bernd G. Das Cybook Opus kann auch mit alternativer Firmware keine eBooks aus dem Kindle Store anzeigen – das können _ausschließlich_ Kindles bzw. Kindle-Apps. Geht da eher um eBooks von mobipocket.com bzw. hauptsächlich aus osteuropäischen & asiatischen Quellen – bei uns ist dieses Format bzw. dieser Kopierschutz de facto tot.

Der Oyo unterstützt Adobe DRM.

Ciao
Johannes

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Bernd G 26. September 2010 um 11:50

Danke für die Info. Dann ist der Absatz mit dem verschiedenen Kopierschützen (äh Kopierschutzsystemen) im Testbericht irreführend: “Zwei internationale E-Book-Händler tanzen aus der Reihe: Apple [..]. Amazon hat noch ein anderes Dateiformat namens Mobipocket, ebenfalls mit eigenem Kopierschutz.”

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André 27. September 2010 um 12:07

Sagt ja keiner, dass es für die neue Genereation von Readern keinen neuen Test gibt.

Ich weiß natürlich nicht, wie die testen, aber möglicherweise liegt die lange Vorlaufzeit daran, dass die Geräte tatsächlich über Wochen/Monate beansprucht werden.

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Thomas Knip 28. September 2010 um 00:17

“von leider eher überschaubarer Aussagekraft”

Johannes, hast du dir schon überlegt, Pressesprecher für die regierung zu werden …? ;-)

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Thomas Knip 28. September 2010 um 00:28

Zum Test selbst – mit dem Opus macht man nichts falsch. Handlich, kompakt, mit einer guten Firmware.
Ansonsten muss man sich bei den ganzen unsauberen und halbkorrekten Empfehlungen mal wieder fragen “Wer testet die Tester?”.

Für einen Interessierten, der sich für Lesegeräte informieren will, ist der Test nicht zu empfehlen.

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