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Tolino Vision 2 und Kindle Voyage im Vergleich [+Video]

Die Karten liegen auf dem Tisch: In den nächsten Monaten konkurrieren Kindle Voyage und Tolino Vision 2 um die Gunst von E-Reading-Interessierten, die auf der Suche nach dem perfekten Lesegerät den Euro nicht zweimal umdrehen. Wir haben die beiden nur scheinbar fast identischen eBook Reader direkt miteinander verglichen.

Optisch unterscheiden sich die beiden neuen Top-Modelle von Tolino-Allianz und Amazon kaum, zumindest bei frontaler Betrachtung. Der Tolino Vision 2 ist als erster Tolino komplett schwarz, die braunen Applikationen sind verschwunden. Umgekehrt ist der Kindle Voyage das erste Kindle-Lesegerät mit planer Oberfläche.

Weil sich die Entwicklungsabteilungen beider Hersteller auch noch einer ähnlichen Formsprache bedienen (runde Ecken, vergleichbare Proportionen), sind die optischen Unterschiede marginal – sieht man einmal von den recht markanten seitlichen Blättersensoren des “Voyage” ab (und vom Home-Button des Tolino), dazu später mehr. Bei der Rückseite sind die Unterschiede schon deutlicher, der Kindle Voyage ist hier abgeflacht. Oben gibt es außerdem eine zierende beziehungsweise “zierende” Plastikapplikation.

Kindle Voyage Display state of the art

Tolino Vision 2 links, Kindle Voyage rechts (100% Helligkeit)

Tolino Vision 2 links, Kindle Voyage rechts (100% Helligkeit)

Die Kernkomponente eines elektronischen Lesegerätes ist sein Display, und hier geht der Punkt ganz klar an Amazon. Das Kindle-Voyage-Display ist mit 1440x1080px (300ppi) das Schärfste, was es derzeit bei eBook Readern gibt. Im direkten Vergleich zum Tolino Vision 2 (1024x758px, 212ppi) gibt es doch einen kleinen “Wow”-Effekt: Das Schriftbild ist sichtbar schärfer und klarer, der Kontrast besser. Besonders kommt das bei aktivierter Beleuchtung zum Tragen, aber auch unbeleuchtet ist das Kontrast-Plus im Wortsinne offensichtlich.

Neue Blättertechniken gewöhnungsbedürftig

Links Vision 2, rechts Voyage (mit sensorischer Blättertaste)

Links Vision 2, rechts Voyage (mit sensorischer Blättertaste)

Sowohl Amazon als auch die Tolino-Allianz haben ihren neuen Lesegeräten neuartige Blätter-Optionen spendiert. Beim Vision 2 ist die gesamte Rückseite sensorisch, mittels “Klopfen” des Zeigefingers auf die Rückseite wird umgeblättert. Amazon hat sich für Sensorfelder links und rechts neben dem Display entschieden, die beim Blättervorgang sogar ein kleines physisches Feedback geben.

Beide Blätter-Techniken haben ihre Lernkurve, um es einmal diplomatisch zu formulieren. Beim Kindle Voyage klappt das Blättern mittels Sensorfeld schon recht zuverlässig, manchmal passiert aber auch nichts (zumindest ohne Übung). Uns fiel außerdem auf, dass das sensorische Feedback beim Blättervorgang öfters ausblieb.

Zur Blätter-Problematik beim Tolino Vision 2 haben wir uns bereits in unserem Kurztest am Mittwoch ausgelassen – tap2flip funktionierte doch sehr unzuverlässig. Telekom-Produktchef Dr. Simon Peter fand dann am gestrigen Donnerstag extra noch einmal den Weg zu unserem Stand, um zu zeigen, wie es richtig geht (“alle in meiner Abteilung waren entsetzt, als sie Ihr Video gesehen haben!”). Tatsächlich klappt das rückseitige Umblättern dann am besten, wenn man das Gerät einhändig hält und komplett umfasst. Wer zierliche Hände sein eigen nennt, könnte damit allerdings Probleme bekommen, für alle anderen könnte eine Umklammerung auf Dauer ermüdend sein.

In beiden Fällen ist im Hinterkopf zu haben: Die Geräte erscheinen erst in gut einem Monat, bis dahin kann noch Entwicklungszeit in die Optimierung der Firmware fließen. Aktuell gefällt uns die Kindle-Voyage-Technik besser, weil sie intuitiver ist und auf bewährten Greifgewohnheiten aufsetzt. Die Tolino-Alliierten werden sich aber ihre Gedanken gemacht haben, im Test – nach einigen Stunden Nutzung – fällt unser Fazit vielleicht schon anders aus.

Wasserdichtheit versus Licht-Sensoren

Und sonst? Der Tolino Vision 2 ist wasserdicht, der Kindle Voyage hat Sensoren zur automatischen Regulierung der Display-Helligkeit. Der Wert dieser Funktionen unterscheidet sich naturgemäß von Nutzer zu Nutzer, wobei hier der Wasserschutz etwas höher einzuordnen ist.

Firmwareseitig hat Amazon ohnehin schon wesentlich mehr Funktionen (und bessere Apps), neu dabei sind Kindle Unlimited und die Family Library (Ausleihen von eBooks im Familienkreis, allerdings nur solange es die Verlage erlauben). Mit einem Tolino im eigenen Besitz kann man dafür in vielen verschiedenen eBook Stores einkaufen, der epub-mit-Adobe-DRM-Unterstützung sei Dank.

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Kindle Voyage besser aber teurer

kindle voyage tolino vision 2 2Unter dem Strich konkurriert hier ein sehr guter eBook Reader mit einem noch besseren eBook Reader. Dem Display des Kindle Voyage kann allenfalls der Kobo Aura H2O Paroli bieten, der Tolino Vision 2 fällt hier doch sichtbar ab – ohne nicht trotzdem einen subjektiv sehr ordentlichen Kontrastwert zu haben.

Die Bildschirmherrlichkeit hat bei Amazon bekanntermaßen aber auch ihren Preis: 190 Euro will der Online-Händler für sein Spitzenmodell, den Tolino Vision 2 gibt es “schon” für 130 Euro. Angesichts dieser 60-Euro-Differenz und ansonsten weitgehender Waffengleichheit wäre es schon sehr verwunderlich gewesen, wenn Amazon den Displayvergleich nicht für sich entschieden hätte. Ein faireres Duell trägt der Vision 2 mit dem weiterhin für 109 Euro verkauften Kindle Paperwhite 2 aus – im zeitnah folgenden Test des neuen Tolino werden wir diese beiden Geräte dann auch noch einmal dediziert gegenüberstellen.

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