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Tolino Vision 3 HD und Kindle Paperwhite 3 im Vergleich [+ Video]

Seit Erscheinen des ersten Tolino Vision im April 2014 handelte es sich beim Top-Modell der Tolino-Allianz immer um einen sehr guten eBook Reader – solange man nicht den jeweils aktuellen Kindle Paperwhite daneben legte. Das meistverkaufte Lesegerät von Amazon hatte im Display-Vergleich immer klar die Nase vorn. Wie schlägt sich hier der neue Tolino Vision 3 HD?

Schon der Kindle Paperwhite 2 lag bei der wichtigsten Komponente eines Lesegerätes, dem Display, bei den Kontrastwerten und der Ausgewogenheit der Beleuchtung vor dem Tolino Vision 2. Nach Erscheinen des Kindle Paperwhite 3 mit seinem hochauflösenden 300ppi hatte sich dieser Abstand in den letzten Monaten noch einmal deutlich vergrößert.

Premiere: Tolino holt sich Display-Krone

Tolino Vision 3 HD links, Kindle Paperwhite 3 rechts

Tolino links, Kindle rechts

Der am heutigen Montag in den Verkauf kommende Tolino Vision 3 HD verfügt über das gleiche Display wie der Kindle Paperwhite 3, hier herrscht also nun wieder zumindest formale Waffengleichheit. Weil die Entwickler der Deutschen Telekom die Implementierung des Displays optimiert und damit Kontrastverhältnis und Neutralität der Beleuchtung deutlich verbessert haben, bleibt es dabei aber nicht. Der Tolino Vision 3 HD hat vor allem mit eingeschalteter Beleuchtung eine noch etwas knackigere Textanzeige und höhere Kontrastwerte als der (ebenfalls sehr gute) Kindle Paperwhite 3 und holt sich hier erstmals im direkten Vergleich die “Display-Krone”.

Daneben bleibt alles beim Alten. Im Vergleich ist der Tolino Vision 3 HD mit seiner planen Oberfläche – subjektiv – schicker, merkliche 30 Gramm leichter, er ist wasserdicht und bietet eine zusätzliche Blätteroption durch Klopfen auf die Rückseite. Daneben bietet das Lesegerät epub-Support nebst Adobe DRM etwa für die Onleihe sowie eine Bibliotheksverknüpfung (Einkauf bei beliebigen Tolino-Händlern, automatische Synchronisation mit dem eigenen Account).

Kindle punktet mit Firmware, Apps, 3G

Beim Angebot kostengünstiger Indie-Literatur haben die Tolino-Allierten in den letzten Monaten außerdem ebenso aufgeholt wie bei den Firmware-Funktionen, wenngleich Amazon nach wie vor in beiden Punkten die Nase vorn hat. Für die Kindle-Plattform gibt es außerdem die besseren Lese-Apps für iOS, Android & Co, und anders als Tolino-Geräte ist der Kindle Paperwhite 3 gegen Aufpreis mit eingebautem optionale eingebaute 3G-Modul zu bekommen. Damit kann auch außerhalb der Reichweite von WLAN-Hotspots neue Literatur entdeckt und gekauft werden, und zwar nahezu weltweit und ohne Übertragungskosten. Die Telekom-Hotspot-Flatrate des Vision 3 HD gerade für Viel-Reisende im Vergleich nicht mehr als ein Gimmick – spätestens sobald es über Landesgrenzen geht.

Die Vorteile und Nachteile der beiden eBook Reader in Kürze, absteigend sortiert nach Wichtigkeit aus unserer Sicht.

Tolino Vision 3 HD (Note 1,5 im Einzeltest, 10/2015)

  • etwas kontrastreicheres Display, Blättern ohne Flackern
  • weniger enge Bindung an Tolino-Plattform durch Adobe Kopierschutz
  • schickes Äußeres mit planer Oberfläche (durchgehende Displayfront), spürbar leichter
  • wasserdicht
  • zusätzliche Blätteroption über die Rückseite (tap2flip)
  • Nutzung von eBook-Verleih der öffentlichen Bibliotheken möglich (Onleihe)

Kindle Paperwhite 3 (Note 1,5 im Einzeltest, 06/2015)

  • 39/19 Euro günstiger (mit/ohne Werbung)
  • besseres App-Ökosystem, bessere Vernetzung innerhalb der Plattform
  • mehr Leseoptionen (WordWise, X-Ray, Social Reading,…) und Zusatzdienste (Leihbücherei, Kindle Unlimited, …)
  • zahlreiche exklusive Self-Publisher-Titel
  • optional mit Mobilfunkmodul (3G)
  • größere Auswahl und sehr gute Preise für englischsprachige eBooks

Tolino Vision 3 HD vs. Kindle Paperwhite 3: Video-Vergleich

Damit war nicht unbedingt zu rechnen: Im insgesamt fünften Anlauf gelingt es den Tolino-Alliierten, ein Lesegerät mit einem besseren Display zu bauen, als es der meistverkaufte Kindle besitzt. Das ist angesichts der viel größeren Erfahrung der Kindle-Entwicklungsabteilung aller Ehren wert und verschafft dem Tolino Vision 3 HD unter dem Strich den Sieg im Vergleich.

Das sehr gute Lese-Erlebnis hat allerdings auch seinen Preis. Gegenüber jüngeren Aktionsangeboten des Tolino Vision 2 (109 Euro) ist der Tolino Vision 3 HD fast um ein Drittel teurer und liegt klar über dem regulären Verkaufspreis des Kindle Paperwhite 3. Unabhängig davon, ob man hier gegen 20 Euro Abschlag zur Version “mit Spezialangeboten” (Werbung auf Sperrbildschirm und in Menüs) greift oder nicht. Die preisliche Differenz erklärt sich auch daraus, dass die Tolino-Händler ihren Tolino Vision 3 HD eigentlich nicht als Konkurrenz zum Kindle Paperwhite 3 betrachten, sondern zum Kindle Voyage. Hier hat das Lesegerät im direkten Vergleich allerdings das Nachsehen.

Wenngleich der Tolino Vision 3 HD im Vergleich somit derzeit noch recht teuer ist – wobei der Verkaufspreis von 159 Euro sicherlich nicht in Stein gemeißelt wurde-, verdient das Lesegerät schon jetzt eine dicke Empfehlung, selbst ohne Berücksichtigung der viel beschworenen Offenheit und emotionaler Erwägungen (deutschen Buchhandel statt Ausbeuter-Datenkrake Amazon unterstützen). Mit einem ebenfalls sehr guten Bildschirm, einer intuitiv nutzbaren und trotzdem funktionsreichen Software und nicht zuletzt mit dem klaren Preisvorteil kann aber auch der Kindle Paperwhite 3 einige gewichtige Argumente für sich verbuchen.

 

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16 Kommentare (zum Thread im Forum)

Zum Thema: Tolino Vision 3 HD und Kindle Paperwhite 3 im Vergleich [+ Video]

Sonnenfee 27. Oktober 2015 um 19:32 Uhr

So wie sich das liest, wurden meine Erwartungen, die ich an den TV 3 HD in Bezug auf Display, Schärfe und Kontrast im Vergleich zum TV 2 hatte, erfüllt.
Wenn demnächst dann auch noch der Preis passt, wird das die nächste eBook-reader Bestellung.

Sonnenfee 29. Oktober 2015 um 23:02 Uhr

Der Vergleich hat mich zu neugierig gemacht auf den TV 3.
Gestern war ich in der Hugendubel-Filiale am Marienplatz und habe mir das Gerät dort angesehen.
Meinen Vorsatz, diesen erst zu kaufen, wenn der Preis sinkt, habe ich, als ich ihn in den Händen hielt, über Bord geworfen.

In Bezug auf Schärfe und Kontrast kommt der PW3 nicht ran, auch wenn er ein wirklich ausgesprochen guter reader ist.

Meinen Wannenreader habe ich also jetzt gefunden :):thumbsup:

MariaJose 30. Oktober 2015 um 01:27 Uhr

Ich war auch heute bei einem Osiander Laden und habe mir beide Tolinos genau und in aller Ruhe angeschaut.
Auf der Messe war ich nicht so überzeugt vom Tolino, aber heute hat mir eine Verkäuferin genau erklärt wie das Gerät funktioniert und ich war sehr angetan.
Natürlich hat der Reader immer noch keine Blättertasten || und die Wörterbücher sollen nicht so der Hit sein. Aber die Schrift und der Kontrast waren super!
Auch weiß ich jetzt wie die anderen Einstellungen funktionieren und alles war sehr intuitiv.
Die Beleuchtung war sehr gleichmäßig und sehr angenehm.

Da ich gerne im Herbst / Winter in der Badewanne lese und im Sommer gerne am Strand bin, wäre der Tolino eine Option als zweites Gerät. Ich habe das zu Hause erwähnt und wahrscheinlich und wie ich so verstanden habe, freut sich der Weihnachtsmann mir eins zu schenken... ;)8o Hihi...

Den PB TL3 habe ich noch nicht aufgegeben und werde ich ihn wahrscheinlich bestellen. Ich warte noch ein bißchen ab. Mich würde interessieren was PB momentan in der Pipeline hat...

Profi58 30. Oktober 2015 um 08:19 Uhr

...dass die Tolino-Händler ihren Tolino Vision 3 HD eigentlich nicht als
Konkurrenz zum Kindle Paperwhite 3 betrachten, sondern zum Kindle Voyage.

Hat man hier Geräte unterschiedlicher Klassen verglichen?
Den PW3 ohne Werbung gab ´s schon mal im Sonderangebot für etwas mehr als 90 €.

Sonnenfee 30. Oktober 2015 um 18:47 Uhr

Profi58 schrieb:

...dass die Tolino-Händler ihren Tolino Vision 3 HD eigentlich nicht als
Konkurrenz zum Kindle Paperwhite 3 betrachten, sondern zum Kindle Voyage.

Hat man hier Geräte unterschiedlicher Klassen verglichen?
Den PW3 ohne Werbung gab ´s schon mal im Sonderangebot für etwas mehr als 90 €.


Wenn man es ganz genau nimmt, kann der TV 3 mit keinem der derzeit aktuellen reader verglichen werden.
Auf dem Markt gibt es aktuell keinen anderen eBook-Reader, der wasserdicht/wasserfest ist und ein 6"-Display hat.
Die einzige Gemeinsamkeit, die der TV 3 und der Voyage haben, ist die plane Oberfläche.

Beim PW 3 und TV 3 liegt die Gemeinsamkeit nur bei den 300 ppi.

Ich persönlich bin jedoch trotzdem dankbar, dass Johannes die beiden Geräte verglichen und mir den Wund wässrig gemacht hat. Interessiert und neugierig auf den TV 3 war ich ohnehin. Nun ist mein Kontostand eben seit vorgestern um 159 € geschmolzen und ich bereue es noch keine Sekunde ^^

Sonnenfee 30. Oktober 2015 um 19:30 Uhr

Aennie schrieb:

Ich fürchte, muß auch irgendein Geschäft aufsuchen und Vergleiche ziehen.


Wenn Du das tatsächlich machst, wirst Du Deinen TV 2 verkaufen und dafür brauche ich nicht mal die Glaskugel :D

Ich sags ja nur, nicht dass dann Klagen kommen, es hätte Dich niemand gewarnt :D

Aennie 30. Oktober 2015 um 19:35 Uhr

Ich bin eh schon am Überlegen, mich von einigen Geräten zu trennen. Eigentlich reicht ein Gerät pro System (der Kobo bleibt aber).

Aber erst wird das Weihnachtsgeld abgewartet ;)
auch wenn ich das eine oder andere Gerät verkaufen würde.......

Sonnenfee 30. Oktober 2015 um 20:22 Uhr

Meine Ausführung zu #7 muss ich noch um einen Punkt ergänzen bzw. korrigieren.

Ja, es gibt noch einen reader, dem Wasser nicht so schnell etwas anhaben kann und der mit einem 6"-Display daherkommt. Den Pocketbook Aqua. Diesen jedoch mit dem TV 3 zu vergleichen, würde mehr als hinken ...

Und weil ich schon dabei bin, möchte ich auch noch eines nicht unerwähnt lassen.
Es wird ja gerne genörgelt und gemeckert über das Fachwissen von Verkäufern bei eBook-readern.
Am Mittwoch habe ich bei Hugendubel eine andere Erfahrung gemacht.

Gegenüber der Verkäuferin habe ich nichts von den Kenntnissen erwähnt, die ich über eBook-reader und das drum herum besitze. Sozusagen bin ich als völliger Laie aufgetreten und habe sie gebeten mir das Gerät von A bis Z zu erklären. Das hat sie ganz hervorragend gemacht und auch angeboten, wenn ich mit dem reader nicht klarkommen würde, einfach wieder vorbeizukommen. Abschließend hat sie noch darauf hingewiesen, dass ich ein 30-tägiges Rückgaberecht habe, falls mir der reader doch nicht zusagen sollte.

Davon könnten sich so manche Verkäufer bei den einschlägigen Technikmärkten eine Scheibe abschneiden. Zumal ich bei diesen Verkäufern eine gewisse Technikaffinität voraussetze.