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E-Ink-Smartwatch Pebble am Ende: 4+2 Alternativen von Huawei bis Fossil

Der Smartwatch-Pionier und Crowdfunding-Star Pebble ist Geschichte. Das bei den Kunden beliebte, aber wirtschaftlich wenig erfolgreiche Unternehmen wurde in dieser Woche von Fitbit aufgekauft, der Betrieb wird komplett eingestellt. Immerhin: Für Liebhaber von langlebigen Smartwatches gibt es inzwischen interessante Alternativen.

10,2 Millionen US-Dollar sammelte Pebble bei der Crowdfunding-Plattform Kickstarter im Jahr 2012 für die Produktion der ersten eigenen Smartwatch ein, zum damaligen Zeitpunkt ein Rekord. Auf gleichem Wege wurden seither weitere smarte Produkte vorfinanziert – zuletzt kamen 12 Millionen US-Dollar für eine neue Basis-Uhr (Pebble 2), ein höherwertiges rundes Modell mit Farb-E-Ink-Display (Pebble Time 2) und einen Tracker (Pebble Core) zusammen.

Vorbesteller gehen nun allerdings leer aus beziehungsweise bekommen ihr Geld zurück. In dieser Woche kaufte der börsennotierte Wearables-Marktführer Fitbit den wirtschaftlich schlingernden Smartwatch-Pionier. Dabei sollen „unter 40 Millionen US-Dollar“ geflossen sein, was nicht einmal zur Tilgung der Schulden von Pebble reicht.

Pebbles noch noch bedingt mit Updates versorgt

Ziel der Übernahme waren Knowhow und Entwickler von Pebble, nicht die eigentlichen Produkte. Wie Pebble bekannt gab, wird die Produktion mit sofortiger Wirkung eingestellt. Wie es künftig mit Software-Updates aussiet, ließ Pebble in seinem Blogeintrag zur Übernahme noch offen. Zur weiteren Kompatibilität absolut nötige Aktualisierungen wären allerdings schon das höchste der Gefühle, funktionale Erweiterungen wird es mit Sicherheit nicht mehr geben.

Für bisherige Pebble-Käufer ebenso wie für an einer neuen Smartwatch interessierte geht damit der Blick zwangsläufig zur Konkurrenz. Merkmale der Fitbit-Uhren waren immer ein langlebiger Akku dank E-Paper-Display, eine intuitiv bedienbare und schlanke Oberfläche sowie ein gutes Verhältnis von Preis und Leistung.

Pebble Alternativen für verschiedene Ansprücke

Hatte Pebble anfangs den Smartwatch-Markt weitgehend für sich, brachten in den letzten Jahren alle großen Elektronikhersteller und zuletzt auch zahlreiche Uhren- und Mode-Marken eigene intelligente Uhren in den Handel. Viele der Modelle, die es inzwischen vielfach schon in der zweiten oder dritten Generation gibt, stehen der Fitbit in den wesentlichen Produktmerkmalen in nichts nach.

1. Moto 360 Sport

ca. 190 Euro

Pro
– integriertes GPS, Herzfrequenzmessung
– Always-On-Display
– viele Apps zur Auswahl

Contra
– nur 2 Tage Akkulaufzeit

Wie der Name schon sagt, ist die Moto 360 Sport von der Lenovo-Marke Motorola vornehmlich als Sportuhr konzipiert. Mit der Kombination aus Always-On-Display (also einer dauerhaften Anzeige der Uhrzeit) und einem angesichts des Funktionsumfangs sehr ansprechenden Preis richtet sich die Uhr aber an ein recht breites Publikum. Wie bei vielen Smartwatches ist der wesentliche Pferdefuß die Akkulaufzeit. Auch die Moto 360 Sport sollte möglichst jeden Abend ans Ladekabel.

2. Huawei Fit

149 Euro

Pro
– sehr leicht, trotzdem robust (IP68)
– 5 Tage Akkulaufzeit
– Always-On-Display

Contra
– nur schwarz-weiß
– recht kleines Panel
– eingeschränkte Funktionalität

Huawei vermarktet sein „Fit“ als Activity Tracker, optisch und durchaus auch funktional geht das Gerät aber auch als Smartwatch durch. Mit rund 35 Gramm ist die Huawei Fit deutlich leichter als viele Smartwatches (die vorgenannte Moto 360 Sport ist etwa doppelt so schwer) und hat viel Puste. Das Display ist allerdings nur monochrom und kleiner als bei ausgewachsenen Smartwatches, und der Funktionsumfang ist mangels App-Store-Anbindung begrenzt.

3. Fitbit Blaze

180 Euro

Pro
– sehr gute Software und App-Ökosystem
– leicht
– 4-5 Tage Akkulaufzeit
– 24/7 Herzfrequenzmessung

Contra
– nicht funktional erweiterbar
– nicht wasserdicht
– kein Always-On-Display

Die erste echte Smartwatch von Wearable-Marktführer und Pebble-Käufer Fitbit überzeugt direkt mit einem sehr guten Display und einer Akkulaufzeit, die weit über der von Apple Watch & Co. liegt und auch mal eine vergessene abendliche Lade-Session verzeiht. Die Laufzeit geht allerdings ein stückweit auf Kosten des Funktionsumfanges, denn eine dauerhafte Anzeige der Uhrzeit auf dem Panel („Always On“) ist nicht möglich. Fitbit-typisch wird außerdem viel Wert auf Fitness und Activity Tracking gelegt. Ein Highlight ist sicherlich die Herzfrequenzmessung rund um die Uhr.

4. Fissil Q Marshall

200 Euro

Pro
– klassisches Erscheinungsbild, trotzdem smart
– sehr robust
– wechselbare Armbänder
– Always-On-Display

Contra
– wenig Activity Tracking (Pulsmessung, GPS)
– unten abgeschnittenes Ziffernblatt
– muss täglich an die Steckdose

Fossil ist wohl der umtriebigste Hersteller klassischer Uhren im Smartwatch-Bereich, ein gutes Dutzend Modelle von Hybrid-Geräten bis hin zu „traditionellen“ Smartwatches sind im Portfolio. In letztere Kategorie fällt die neue Q Marshall mit Google-Android-Wear-Betriebssystem und entsprechend großer Funktionalität. Optischer Wermutstropfen des ansonsten gelungenen Design ist der so genannte „Flat Tire“ unten – die Anzeige ist nicht komplett rund, sondern hat unten einen schwarzen Balken. Die Q Marshall richtet sich an Männer, das Schwestermodell für Frauen heißt Q Wander.

Bonus: Apple Watch 2, Samsung Gear S3

450 Euro (Apple), 400 Euro (Samsung)

Die aktuellen Top-Modelle im Apple- und Android-Kosmos sind vergleichsweise kostspielig, dafür gibt es dann aber auch State-Of-The-Art-Technik. Die Gear 3 punktet etwa mit einer induktiven Ladestation, einem Always-On-Display und Pulsmessung sowohl über die Uhr selbst als auch über einen koppelbaren Brustgurt.

Das Akkuproblem von Smartwatches haben aber auch die beiden Elektronik-Riesen noch nicht gelöst, mindestens jeden zweiten Tag müssen die beiden Uhren geladen werden. Hinzu kommt die Aussicht, spätestens in 2-3 Jahren veraltete Technik am Handgelenk zu haben. Und für gleiches Geld gibt es immerhin schon Automatik-Uhren, die wartungsfrei Jahrzehnte getragen werden können.

Die Einstellung der Pebble hinterlässt zweifelsohne eine Lücke in der Smartwatch-Landschaft. In der Kombination „Akkulaufzeit + Intelligenz“ gibt es noch nichts gänzlich Vergleichbares. Geräte wie die FES Watch U von Sony dürften das aber über kurz oder lang ändern.

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Kommentare


Popslate ist pleite – kein neues E-Ink-Display fürs iPhone » lesen.net 20. März 2017 um 12:32

[…] letzten Jahren (genannt sei etwa der Cool-er Reader und zuletzt txtr) und unlängst der Notverkauf von Smartwatch-Pionier Pebble an Fitbit, das ebenfalls zu kämpfen […]

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