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Schreiben lernen

Schreiben lernen

Schreiben lernen

Schreiben ist gleichzeitig Kunst und Handwerk. Damit ist gutes Schreiben auch etwas, das man (zumindest bis zu einem bestimmten Punkt) lernen kann. Die Frage ist, wie und wo man lernt. Das hängt von der persönlichen Präferenz ab – und davon, wie viel Zeit und Geld man investieren möchte.

Schreiben erfordert zuallererst Übung. Je mehr man schreibt, desto besser wird man mit der Zeit. Egal, wie schlecht die ersten Versuche werden mögen – mit Fleiß und Leidenschaft werden die Ergebnisse immer besser. Auf welche Weise man sich weiterentwickeln will, hängt letztendlich vom Individuum ab, denn Möglichkeiten gibt es viele. Im Folgenden stellen wir euch einige Möglichkeiten vor: vom teuren Lehrgang bis zum kostenlosen Selbststudium.

Schreiben lernen mit Fernstudium und Workshops

Es gibt keine klassische Ausbildung zum Autor, wohl aber unterschiedlichste mehr oder weniger aufwändige und kostspielige Lernmöglichkeiten. An einzelnen deutschsprachigen Universitäten können verschiedene Arten des kreativen Schreiben studiert werden. Eine Übersicht gibt es zum Beispiel hier. Ein solcher Studiengang sollte jedoch nur dann in Frage kommen, wenn man sich tatsächlich ein Leben als hauptberuflicher Schriftsteller vorstellen kann und bereit ist, viel Zeit in dieses Studium zu investieren.

Lehrgangsangebot der Schule des Schreibens

Lehrgangsangebot der Schule des Schreibens

Wer anderweitig berufstätig ist und das Schreiben als Alternative sieht, gibt es verschiedene Angebote für Fernstudien. Genannt seien SGD, ILS und die Schule des Schreibens. Bei allen drei Anbietern kann man vor einer Entscheidung kostenloses Informationsmaterial anfordern. Meldet man sich für ein Fernstudium an, erhält man nicht nur nützliches Lernmaterial sondern auch hilfreiches Feedback.

Da für die Kurse meist hohe Kosten anfallen, sollte man sich vorher gut über den Anbieter informieren, damit sich die Ausgabe auch lohnt. Eine häufig günstigere Alternative bieten Kurse an Volkshochschulen oder lokal angebotene Schreib-Workshops wie beispielsweise bei der Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel und ähnlichen Organisationen.

Wer keine Workshop-Angebote in seiner Nähe findet, kann auf das Internet zurückgreifen. Auch hier ist das Angebot zahlreich und bei der Auswahl ist Vorsicht geboten, vor allem, wenn es sich um kostenpflichtige Angebote handelt. Hier lohnt sich vor allem ein Blick darauf, wer den Kurs gibt und ob die Ziele mit den eigenen Vorstellungen übereinstimmen. Der Online-Schreibkurs von Rainer Wekwerth wird von Bestseller-Autor Andreas Eschbach persönlich empfohlen. Bei Schreibtrainerin Anette Huesmann gibt es spannende Intensivkurse zu einzelnen Themen. Schreibcoach Ronny Rindler bietet neben thematischen Workshops auch individuelle Beratung an.

Bücher über das Schreiben

Wer Schreiben will muss lesen. Das meint nicht unbedingt nur zur Unterhaltung, sondern auch zum Lernen. Die Meinungen über die Notwendigkeit von Literatur über das Schreiben gehen stark auseinander. Die einen empfehlen Schreib-Ratgeber als unerlässliche Hilfe, die anderen behaupten zu viel Theorie verderbe die Kreativität. Egal zu welcher Kategorie man gehört, es kann nicht schaden zu wissen, was es auf dem Markt gibt und in welches der vielen angebotenen Bücher sich der Blick lohnt.

Bildschirmfoto 2015-04-15 um 16.14.05Wie man einen verdammt guten Roman schreibt

16,80 Euro, James N. Frey, 200 Seiten (Emons)

Trotz des Titels viel zitiert und sehr beliebt ist dieses Sachbuch von James N. Frey. Mit viel Witz, aber auch fundiertem Wissen gibt Frey vor allem für Schreib-Anfänger nützliche Tipps. “James N. Frey gibt seinen Lesern nicht nur das Besteck bzw. das Werkzeug an die Hand, wie man einen verdammt guten Roman schreibt, er trägt auch lebensnah und auf humorvolle Art und Weise vor, was man damit machen kann” (Amazon-Rezensent). Nur als Printexemplar zu haben.

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Bildschirmfoto 2015-04-15 um 16.34.26Stein on Writing

9,99 Euro, Sol Stein, 321 Seiten (St. Martin’s Press)

Für viele das Buch schlechthin, wenn es um Schreib-Tipps geht. Sol Stein ist selbst Lektor, Verleger und Autor. Er weiß erkennbar, worüber er schreibt. Besonders hilfreich ist die Checkliste der Überarbeitung am Ende des Buches. Es gibt auch eine deutsche Übersetzung, aber wer kann sollte zum englischen Original greifen. “Das Buch ist trotz der reichhaltigen Information unterhaltsam und leicht zu lesen. Ich würde es deshalb sogar Leseratten nahelegen, die selbst gar nichts produzieren, aber ihrer Nahrung mal in den Kochtopf schauen wollen” (Amazon-Rezensent). 4,6/5 Sternen bei 180 Rezensionen auf Amazon.com.

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Bildschirmfoto 2015-04-15 um 16.42.11Das Leben und das Schreiben: Memoiren

9,49 Euro, Stephen King, 385 Seiten (Heyne)

Auch er weiß, worüber er schreibt: Bestseller-Autor Stephen King. In seinen Memoiren rekapituliert er nicht nur seinen eigenen literarischen Werdegang, sondern gibt auch praktische Tipps zum Schreiben. King ist einer der wenigen, der intuitiv schreibt, also ohne vorherige Planung des Plots. Schon allein deshalb ist der Einblick in seine Arbeitsweise äußerst spannend. “Ein kurzweiliges, witziges, kluges und durchweg interessantes Buch, das für Fans unverzichtbar und für alle, die schon immer mal selbst etwas schreiben wollten und mehr über das Handwerk eines Autors bzw. die Entstehung eines Romans erfahren wollten, empfehlenswert ist” (Amazon-Rezensent). 4,6/5 Sternen bei 108 Amazon-Rezensionen.

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Bildschirmfoto 2015-04-15 um 17.21.45Vier Seiten für ein Halleluja

8,99 Euro, Hans Peter Röntgen, 146 Seiten (Sieben)

Vier Seiten sind das Maximum von dem, was ein Verlagslektor von einem unverlangt eingesandten Manuskript liegt. Vier Seiten hat ein neuer Autor also Zeit, den Lektor und damit den Verlag zu überzeugen. Autor Hans Peter Röntgen, selber Lektor und Schreibtrainer, analysiert in diesem Buch 20 solche Manuskriptanfänge und gibt praktische Tipps zur Verbesserung. “Ich wünschte, es hätte dieses Buch schon gegeben, als ich mit dem Schreiben begonnen habe. Es hätte mir viel Mühe erspart” (Amazon-Rezensent). 4,6/5 Sternen bei 72 Amazon-Rezensionen

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Bildschirmfoto 2015-04-15 um 17.06.26Wort für Wort oder: Die Kunst, ein gutes Buch zu schreiben

9,99 Euro, Elizabeth George, 352 Seiten (Goldmann)

Talent, Leidenschaft und Disziplin sind laut Krimi-Autorin Elizabeth George die drei wichtigsten Eigenschaften eines Schriftstellers. Was man sonst noch für einen erfolgreichen Roman beachten muss, erklärt sie in diesem Buch. “Dieses Buch gehört auf das Bücherbord jedes Schreibanfängers, und auch arrivierte Autoren werden eine Menge daraus lernen”, schreibt Hans Peter Roentgen in seiner Amazon-Rezension.

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Bildschirmfoto 2015-04-16 um 08.26.44Briefe an einen jungen Dichter

2,75 Euro (0,99 Euro als eBook im Sammelband), Rainer Maria Rilke, 41 Seiten (Hythloday Press)

Hier geht es weniger um das Handwerk sondern mehr um die Leidenschaft für das Schreiben an sich. Dennoch sind Rilkes Briefe an einen jungen Franz Xaver Kappus bis heute eine Inspiration für jeden, der sich fragt, ob Schreiben für ihn der richtige Weg ist. “Weise, aufbauend, wunderschön” (Amazon-Rezensent). 4,9/5 Sternen bei 17 Amazon-Rezensionen.

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Schreiben lernen: Blogs für hilfreiche Tipps

Wer nicht gleich Geld ausgeben und sich zuerst ein bisschen orientieren möchte findet auf zahlreichen Blogs hilfreiche Anregungen und Tipps von Profis. Tipps von einem, der es wissen muss, gibt es bei Bestseller-Autor Andreas Eschbach, der auf seinem Blog mit einigen Mythen über das Schreiben aufräumt und Hinweise gibt, worauf ein angehender Autor achten sollte. Thriller-Autor Marcus Johanus gibt nicht nur auf seinem Blog nützliche Tipps, sondern betreibt auch einen wöchentlichen Podcast, in Zusammenarbeit mit seinem Kollegen Axel Hollmann. Im Literaturjournal von Kerstin Brömer gibt es, neben Tipps zum Schreiben an sich, auch spannende News aus der Branche. Richard Norden betreibt nicht nur einen Blog zum Thema, sondern ist auch Herausgeber des kostenlosen Writers Workshop E-Zines, das monatlich erscheint.

Beim Blog von Peggy Stuber ist der Titel schon fast Motivation genug: Hau in die Tasten!. Für diejenigen, die mit dem Schreiben bereits fertig sind und jetzt über Wege der Veröffentlichung nachdenken, hat Self-Publishing-Profi Matthias Matting die wichtigsten Hinweise in seiner Self-Publisher-Bibel gesammelt.

Feedback bekommen – Communities rund ums Schreiben

Titelseite von NaNoWriMo.org

NaNoWriMo.org

Input von anderen Seiten zu bekommen ist essentiell, um die eigenen Texte aus der Distanz zu bewerten und überarbeiten zu können. Wer in seinem direkten persönlichen Umwelt niemand hat, mit dem er über seine Arbeit sprechen kann, der findet im Internet zahlreiche Möglichkeiten sich mit Gleichgesinnten auszutauschen.  Eine der größten Communities weltweit ist zweifelsohne NaNoWriMo (National Novel Writing Month). Ursprünglich entstanden ist NaNoWriMo, wie der Name schon andeutet, als Projekt zur Schreibmotivation. Ein festgelegter Monat (November) sollte genutzt werden, um lange geplante Schreibprojekte endlich anzugehen oder angestaubte Entwürfe zu beenden. Mittlerweile ist das dazugehörige Forum stark gewachsen und wird auch während der anderen 11 Monat für einen regen Austausch genutzt. Daneben gibt es diverse deutsche Foren, in denen angehende Schriftsteller über ihre Arbeit diskutieren können, zum Beispiel montsegur, das dsfo, Schreibwerkstatt.de, MyStorys.de und HierSchreibenWir.de.

Wer sich in einer dedizierten Schriftsteller-Community eher unwohl fühlt, aber trotzdem schnelles und ehrliches Feedback bekommen möchte, der ist bei Fanfiktion.de gut aufgehoben. Die Community ist groß, sehr aktiv und schon längst nicht mehr auf reine Fanfiction beschränkt. Die Amazon-Tochter Write On und ihr Vorbild Wattpad sind ebenfalls gut für Anfänger geeignet. Beide (englischsprachigen)Communities sind vor allem Treffpunkte für diejenigen, die Schreiben als ihr Hobby betrachten, sich einfach mal ausprobieren und mit anderen austauschen möchten.

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<Bildnachweis: Schreiben lernen von Shtutterstock>